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"Atelier Bruchhof" eröffnet / Erste Ausstellung beschäftigt sich mit Facetten des Sandsteins

"Die Hand tut irgendwann ganz schön weh..."

Stadthagen (jcp/jl). Der erste Teil eines ehrgeizigen Projektes ist an den Start gegangen: "Rund um Stein" war der Titel eines Kulturwochenendes am Bruchhof, an dem sich Bildhauer, Steinmetze und Kunstpädagogen aus Schaumburg und Hannover beteiligten. Damit hat das "Atelier Bruchhof" erstmals seine Pforten geöffnet. Am Rest des Konzeptes für das geplante Tagungs- und Kulturzentrum mit Gastronomie am westlichen Stadtrands Stadthagens wird noch gearbeitet.

veröffentlicht am 15.09.2008 um 00:00 Uhr

Der zehnjährige Pascal bearbeitet den Stein mit Hammer und Meiße

Passivität war an diesem Wochenende verpönt, Mitmachen erwünscht - vor allem die jüngeren Gäste nutzten die Chance, sich einmal selbst an Hammer und Meißel zu probieren. Der Obernkirchener Sandstein sei aus der Geschichte der Region nicht wegzudenken, erklärte Raimund Sichma, einer der Geschäftsführer der Hof Windheim gGmbH. Zum Hintergrund der Ausstellung: Das in einer Pressemitteilung als "Kulturwochenende rund um den Stein" betitelte Ereignis lud unter anderem dazu ein, Skulpturen anzuschauen, Geschichte zu begreifen und den Bruchhof kennenzulernen. "Wir wollen den Stein in möglichst vielen Facetten zeigen", sagte Sichma weiter. "Daher umfasst die Ausstellung Vertreter der Obernkirchener Sandsteinbrüche als Produzenten, Steinmetze und Steinbildhauer als Künstler und die Handwerker des Garten- und Landschaftsbaubereiches." Zusätzlich dazu beschäftigte sich im Inneren des Bruchhofes eine Ausstellung mit der Geschichte des Sandsteins in Schaumburg, in der eine inhaltliche Brücke geschlagen werde zwischen Dinosaurier-Abdrücken, dem Kathedralenbau des Mittelalters und der frühen Neuzeit, den Zwangsarbeitern der NS-Jahre und der heutigen Bedeutung als Wirtschaftsfaktor. Auf dem Außengelände waren nicht nur die Skulpturen von Bildhauern und Steinmetzen aus Schaumburg und Hannover zu bewundern, sondern die Besucher bekamen auch Gelegenheit, Karsten Baltes aus Obernkirchen, Friedjof Runge aus dem Auetal, Ines Fröhlich und Tanja von Triller aus Stadthagen sowie Kai Lölke und Irene Kampczyk aus Hannover bei der Arbeit zuzusehen. Vor allem die jüngeren Besucher nahmen auch die Gelegenheit war, sich einmal selbst im Stein zu verewigen. Der zehnjährige Pascal aus Stadthagen etwa beschäftigte sich zwei Stunden lang mit der Aufgabe, sein eigenes Gesicht in den Stein zu meißeln. So viel Ausdauer und Konzentration hatten natürlich auch ihren Preis: David (11), der sich dasselbe Ziel gesetzt hatte wie Pascal, bemerkte nach einiger Zeit: "Es macht zwar Spaß, aber die Hand, die den Meißel hält, tut nach einiger Zeit doch ganz schön weh."

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