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Günter Glatz seit fast 60 Jahren im Polizeihundverein Hameln / Mit Auszeichnungen überhäuft

Die „graue Eminenz“ mit den vielen Namen

Hameln (git). Als Günter Glatz 1950 dem Hamelner Polizeihundverein mit 24 Jahren beitritt, ahnt er noch nicht, dass dieser einmal seine zweite Heimat werden soll. Damals ist es zunächst einfach das Interesse am Hundesport, das ihn dorthin lockt. Und das lockt den rüstigen 83-Jährigen noch immer. Glatz’ Verdienste im Hundesport sind inzwischen längst in die Reihen jener Frauen und Männer eingereiht, die den Hundesport nach 1945 in Niedersachsen aufgebaut haben.

veröffentlicht am 18.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 21:21 Uhr

Hat keinen eigenen Hund mehr: Günter Glatz (M.) mit der Basisgru

Heute, fast 60 Jahre „Hundesport“ später, kann Günter Glatz besonders in seiner Heimatstadt auf eines stolz sein: auf 45 Jahre Vorstandsarbeit als erster Vorsitzender des Hamelner Hundesportvereins. Damit ist er übrigens auch der dienstälteste Vorsitzende eines Mitgliedsvereines im Landesverband. Glatz’ Tätigkeiten im Hundesport haben inzwischen viele Bezeichnungen: „Urgestein des PHV“, „Anleiter“, „Hundefachmann“, „Tutor“, „Vizepräsident“, „Initiator“, „Manager“, „Vorbild“, „Helfer“ oder „Ratgeber“.

Hundesport dem Publikum nahegebracht

Aber Günter Glatz ist auch Familienmensch und Vater von zwei Söhnen. Nein, seine inzwischen verstorbene Ehefrau Margret habe er nicht bei einer Trainingsstunde im Polizeihundverein kennengelernt, das wäre zu sehr Klischee, glaubt er. Dennoch: „Wenn die Ehefrau nicht dahinter steht und ebenfalls Interesse am Hobby hat, geht so viel ehrenamtliches Engagement natürlich nicht“, sagt er. Besonders freut es den Senior heute, dass es ihm in all den Jahren gelungen ist, einem breiten Publikum den Hundesport verständlicher gemacht zu haben.

Nur eines ist er seit 20 Jahren nicht mehr: selbst Hundebesitzer. Das stört Glatz aber nicht. „Bei meinen vielen Ämtern im Hundesport blieb wenig Zeit, mit einem eigenen Hund für diverse Schutzhundprüfungen zu trainieren. An wie vielen Siegerprüfungen er in seinen 30 aktiven Jahren als Hundeführer teilgenommen habe, lasse sich nicht zählen, lacht der Hundefreund. „Allerdings habe ich bei 60 Schutzdienst- und Fährtenhundprüfungen das Amt des Prüfleiters inne gehabt“ erinnert er sich genau.

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Auszeichnungen, Pokale und die Ordner mit der Vereinschronik: der 83-Jährige heute.

Aber am Anfang all dieser Aktivitäten im Hundesport stand zunächst die Liebe zum Hund. Die wurde dem kleinen Günter, wie könnte es auch anders sein, bereits im Elternhaus mitgegeben. „Meine Eltern hatten in Schlesien und nach dem Krieg hier in Hameln in ihren Gärtnereien immer ein bis zwei Schäferhunde als Wachhunde. Für mich waren diese Vierbeiner stets Freund und Gebrauchshund zugleich“ erinnert sich Glatz. Mit „Rita“, seiner ersten Hündin, trat er 1950 dem Polizeihundverein Hameln bei. „Rita hatte ich als erwachsenen Hund erworben, sie war nicht sonderlich erzogen.“

Die interessanten Trainingsstunden und die geselligen Übungsnachmittage im Polizeihundverein, die ihm mit „Rita“ von Anfang an so gut gefielen, sollten ihn sein Leben lang faszinieren. „Nach Rita folgte Hund Etzel, und mit ihm habe ich Anfang 1953 meine erste Schutzhundprüfung und Ende 1953 meine erste Landesausscheidung im Schutzhundsport abgelegt“, weiß Günter Glatz. Die Freude daran lässt ihn heute noch in dieser Erinnerung schwelgen. Heute, mit 83 Jahren, genießt Glatz aber vor allem seine „nur noch“ Tätigkeiten als erster Vorsitzender im Hamelner Polizeihundverein. In den 70er und 80er Jahren machte sich Glatz außer in Hameln besonders auf Kreis- und Landesebene in der Vorstandsarbeit des Polizeihundesports einen Namen, der es in sich hat.

Auf Glatz’ Initiative hin wurden 1982 die Fährtenhundprüfung, sowie 1987 die Turnierhundesportmeisterschaft erstmalig auf Landesebene ausgetragen. 1985 und 1999 holte er als Organisator die Deutsche Meisterschaft für den Schutz- und Gebrauchshund sowie die Deutsche Jugendmeisterschaft nach Hameln ins Weserberglandstadion. Ebenfalls hier wurde ein DVG-Jugendsportfest unter seiner Regie ins Leben gerufen. 1986 wählte ihn die Kreisgruppe Weserbergland zu ihrem ersten Vorsitzenden. Ein Jahr später wurde Glatz zum Ehrenvorsitzenden des Landesverbandes Niedersachsen berufen.

In Anerkennung all dieser Verdienste wurde Günter Glatz 1987 mit der „Großen Ehrennadel mit Kranz“ und 1989 mit der „Großen Verbandsnadel“ vom Deutschen Verband der Gebrauchshundsportvereine, Sportverband für das Polizei und Schutzhundwesen e.V. (DVG) ausgezeichnet. Im Februar 2008 ernannte der Landesverband Niedersachsen Glatz zu seinem Ehrenpräsidenten. „Günter Glatz ist jemand, der immer bereit ist, über den Tellerrand zu schauen“ bescheinigte ihm der Landesverband anlässlich seines 80.Geburtstages.

Sein Lieblinsgplatz: die Außentreppe

Trotz so viel Lob ist Glatz dennoch stets bescheiden geblieben – er hält sich gern als „graue Eminenz“ im Hintergrund. Sein Lieblingsplatz auf dem Gelände des Hamelner Polzeihundvereins ist die oberste Stufe der Außentreppe zum Vereinsheim. Von dort aus hat er den „Rundumblick“ auf alle Trainings- und Übungsgruppen. Dieser Blick ist es auch, der ihn so beliebt gemacht hat und der ihn stets vor allen anderen Hundesportlern ein Stückchen vorausschauen lässt.

„So, genug geredet. Jetzt muss ich aber runter auf den Platz, die warten schon.“ Sagt’s, steht auf und geht davon



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