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Museum wird für archäologisches Schülerprojekt mit VGH-Förderpreis bedacht

Die Geschichte der Weserstadt mit Pinsel und Spaten erfahren

Rinteln (ur). "Geschichte ist langweilig" - dieser auch in manchen Schülerkreisen vertretenen Auffassung setzt die niedersächsische VGH-Stiftung nunmehr schon zum 6. Mal ihren "Förderpreis Museumspädagogik" entgegen, mit dem diesmal auch ein Projekt des Museums Eulenburg ausgezeichnet wurde.

veröffentlicht am 23.11.2007 um 00:00 Uhr

Eleonore Schwabe, "Mutter" des Projekts "Schüler und Archäologie

Damit will die Jury das Vorhaben unterstützen, eine Gruppe von Schülern an die Archäologie im Lebensraum Rinteln heranzuführen, wie dies schon Anfang Oktober unter Leitung von Eleonore Schwabe vom archäologischen Arbeitskreis des Heimatbundes begonnen wurde. Immerhin stehen durch den Preis auch 3500 Euro zur Verfügung, um das Projekt mit den erforderlichen Materialien auszustatten: "In diesem Zusammenhang danken wir auch Bürgermeister Karl- Heinz Buchholz und der Stadt, dass wir für die ersten Exkursionen zu hiesigen Burg relikten einen städtischen Kleinbus benutzen durften." Für die Stiftung hob Dr. Sabine Schormann bei der gestrigen Feierstunde im Museum hervor, dass sich in diesem Projekt das Kennenlernen der Stadt Rinteln für die Kinder und Jugendlichen verbinde mit einer Einführung in archäologisches Arbeiten als einer Methode der Geschichtsforschung. Als Vorsitzender der Jury skizzierte Dr. Thomas Wurzel die Gründe der Entscheidung für das Rintelner Projekt: "Hier wird den Kindern nicht nur Wissen vermittelt, dass sie dann ohne Hinterfragen übernehmen sollen." In der Begegnung mit originalen Fundstücken lernten sie, wie sich Hypothesen zu Vorstellungen verdichten oder verworfen werden. "Damit erlebensie zugleich die Prozesshaftigkeit des Weges zum historischen Wissen." Ein Gedanke, den Museumsleiter Dr. Stefan Meyer in seinem Dank aufgriff. Er erinnerte daran, dass die enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Archäologie in Rinteln lange Tradition hat - eine Tradition, die seinerzeit vom Gymnasiallehrer Paul Erdniß begründet wurde, der es als ehrenamtlicher Kreisarchäologe über fünf Jahrzehnte hinweg schaffte, immer wieder junge Leute für die Fragestellungen der Archäologie und Geschichtsforschung zu interessieren: "So wird nicht einfach Geschichtsunterricht betrieben, sondern werden die Wege erschlossen, auf denen Wissen gewonnen wird." Meyer machte deutlich, dass sich das Museum nur an solche Projekte heranwagen kann, weil der materielle Erhalt durch die Stadt, durch Spenden und ehrenamtliche Mitarbeit auch gesichert sei. Abschließend überreichte Wilfried Deiters als Regionaldirektor der VGH die Preisträger-Urkunde an Museumsleiter Dr. Stefan Meyer und lud die zahlreichen Teilnehmer der morgentlichen Feierstunde zu einem Imbiss in den Museumsshop.



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