weather-image
Sankt Pauli ist den Hamburgern heilig / Ab April Sonderausstellung zur Kult-Hure Domenica

Die geile Meile hat jetzt ein eigenes Museum

Hamburg. „Reeperbahn, ich komm an. Du geile Meile, auf die ich kann…“ – Udo Lindenberg geht die Sache der sündigen Meile in Hamburg wie gewohnt plakativ an. Passt perfekt. Auf’m Kiez wird nicht herumgesülzt, sondern Klartext gesprochen.

veröffentlicht am 05.02.2011 um 04:10 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:16 Uhr

Star-Club, Leder, Rotlicht: Impressionen vom Kiez
Jens Meyer

Autor

Jens Meyer Leiter Redaktion PR- und Sonderthemen zur Autorenseite

Fast überall, wo Sankt vorsteht, ist was Heiliges im Spiel. Dass Sankt Pauli den Hamburgern und noch vielen Menschen mehr heilig ist, steht ebenso außer Frage. Selbst die Beatles, deren Stern hier aufging und weithin rund um den Globus leuchtete, haben und hatten Sankt Pauli in ihr Herz geschlossen. Und Achim Reichel, damals in den sechziger Jahren Frontmann der deutschen Beatband Rattles, in deren Vorprogramm die Fab Four im weltberühmten Star-Club ihre Klampfen traktierten, flaniert nach wie vor gerne durch den wohl berühmtesten Hamburger Stadtteil. Aloha heja he. Und das Viertel antwortet mit einer Mischung aus miefigem Eros, goldener Vergangenheit und fesselnder Gegenwart.

Ohne Zweifel hat Sankt Pauli schon bessere Zeiten erlebt, urtümlichere Momente gehabt. Aber von seinem (sündigen) Image geht noch heute eine Magie aus, die viele Menschen erfasst, die in Hamburg aus dem Zug, dem Flugzeug oder dem Auto steigen. „Wo geht’s hier nach Sankt Pauli?“

So war es höchste Zeit, dass endlich ein Kiezmuseum eröffnet wurde, und wo hätte das wohl einen besseren Standort haben können als an der Davidstraße 17? Dort, schräg gegenüber der weit- bis sogar weltbekannten Davidswache und in Sichtweite der Reeperbahn, bietet es auf einer Fläche von rund 160 Quadratmetern präsentiert die ständige Ausstellung „Aus Geschichten wird Geschichte“. Basis ist die umfangreiche Sammlung des Pressefotografen Günter Zint. Dank ihm und vielen anderen Mitstreitern ist es in den vergangenen Jahrzehnten gelungen, die weltweit größte existierende, zusammenhängende Sammlung an Dokumenten, Fotos und Exponaten zum Thema „Sankt Pauli“ zusammenzustellen.

270_008_4452505_frei117_0502_Kiezmuseum3.jpg
270_008_4452498_frei119_0502_Kiezmuseum5.jpg
270_008_4452509_frei115_0502_Kiezmuseum1.jpg
270_008_4452507_frei116_0502_Kiezmuseum2.jpg
270_008_4452505_frei117_0502_Kiezmuseum3.jpg
270_008_4452498_frei119_0502_Kiezmuseum5.jpg
270_008_4452509_frei115_0502_Kiezmuseum1.jpg
270_008_4452507_frei116_0502_Kiezmuseum2.jpg

Gegenstand ist ein Einblick in die historische Entwicklung dieses Stadtteils vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Ausgewähltes Bildmaterial und Exponate illustrieren die verschiedenen Epochen. Angefangen von der Schlacht bei Bornhöved über die Zeit der französischen Besatzung und der Entstehung des berühmten Vergnügungsviertels, die Zeit des Nationalsozialismus und die sechziger Jahre mit dem bekannten „Star-Club“ bis hin zum „Zuhälterkrieg“ in den achtziger und neunziger Jahren. Multimedial aufbereitet hat der Besucher die Möglichkeit, in berüchtigte Etablissements wie das „Alkazar“ der zwanziger Jahre oder das „Salambo“ der Siebziger einzutauchen.

Exponate wie Hans Albers‘ Bühnenkostüme oder Schmuck aus Domenicas Nachlass ergänzen die Ausstellung und machen sie lebendig wie den Stadtteil selbst. Nebenbei erfahren Besucher, was ein „Frikadellenpuff“ ist, warum und seit wann die Herbertstraße Sichtblenden hat und dass man Nutella nicht nur essen kann… Und ab Anfang April widmet das Sankt-Pauli-Museum einer der berühmtesten Kiezpersönlichkeiten Domenica Anita Niehoff, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Domenica, eine umfangreiche Sonderausstellung.

Sankt Pauli Museum, Davidstraße 17, info@kiezmuseum.de, Öffnungszeiten: dienstags bis donnerstags 11 bis 21 Uhr, freitags und samstags 11 bis 23 Uhr sowie sonntags 11 bis 20 Uhr

An der Davidstraße 17 befindet sich das Kiezmuseum schräg gegenüber der bekannten Davidswache und nur einen Steinwurf entfernt von der Reeperbahn.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt