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Sonnabend hui, Sonntag eher pfui

Die geballte Ritterskraft haut wieder mächtig zu

Bückeburg. Mit geballter Ritterskraft hat das Mittelalterlich Spectaculum am Sonnabend dem Wetter einen großen Veranstaltungstag abgetrotzt. Trotz düsterster Vorhersagen zog das historisch-phantasievolle Mammutereignis wieder viele tausend Besucher an. Schon am frühen Nachmittag bildeten sich an allen Eingängen zur Mausoleumswiese lange Schlangen, und auch ein kurzer Regenschauer konnte den Massenandrang kaum bremsen. "Bückeburg ist nun einmal unsere Ritterhauptstadt", kommentierte Spectaculums-Pressesprecher Ede Ball die Mittelalterbegeisterung der aus ganz Deutschland angereisten Besucher, über denen am Abend allen Vorhersagen zum Trotz strahlende Sonne lachte.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 11:06 Uhr

Gleich im Dutzend prügeln die Ritter der Heerscharen aufeinander

Autor:

Johannes Pietsch

Wer sich hingegen vom Wetterbericht abhalten ließ, verpasste eine Menge. Wie schon im Vorjahr variierte das Spectaculum sein Programm am zweiten Festival-Sonnabend gegenüber der Vorwoche deutlich. Musikalisch hatten diesmal die insbesondere von weiblichen Fans umschwärmten Saltatio Mortis, Spectaculums-Stammband seit 2002, das Sagen. Die im Stil einer mittelalterlichen Boygroup trommelnde und sackpfeifende Formation aus Mannheim präsentierte sich in der seit Oktober 2006 aktuellen Besetzung mit den drei neuen Bandmitgliedern Cordoban der Verspielte, El Silbador und Mik El Angelo. Zum zweiten Mal dabei trugen Potentia Animi mitäußerst unkeuschen, dabei überwiegend lateinischen Liedern zum Kurzweyl der Besucher bei. Zum ersten Mal spielten Duivelspack auf dem Spectaculum. Das Trio aus Detmold hat sich seit 2000 traditioneller mittelalterlicher Marktmusik mit frech-frivolen Texten verschrieben. Mit allerlei Feuerzauber garnierten Saltatio Mortis das Mitternachtskonzert als Höhepunkt und Abschluss des Festival-Sonnabends, nachdem zuvor das große Traumspektakel und der düster-unheimliche Pestumzug Tausende von Zuschauern in ihren Bann gezogen hatten. Feuerzauber präsentierte auch das Fakir-Duo Rafftan. Dabei hatten Dagmar und Harald Thran, beide Spectaculums-Akteure der ersten Stunde, noch weitaus mehr als nur Nagelbretter und funkensprühende Fackel-Jonglage zu bieten. Erstmalig ließ der sechsfache Fakir-Weltmeister gewaltige Betonplatten auf seiner Kopf zerschlagen. Und gute Nerven brauchten die Zuschauer, als Thran seine Frau an zwei Ketten, die er sich mit Haken an die Augenlider gehängt hatte, über die Bühne zog. Mit professionellen Kampfdarbietungen unterhielten die Fechtgruppen Nemanice und Fictum, die Falknerei Horus mit ihrer Falkenshow mit Rittern zu Pferde. Und ganz großes Mittelalterkino boten mehrere Heerlagergruppen, als sie auf dem Turniergelände vor den begeisterten Zuschauern ein gewaltiges Schlachtengetümmel entfesselten. Gestern feierte das Ritter-Event unter ungemütlichen Wetterbedingungen mit dem Familien-Sonntag seinen Abschied von Bückeburg. Bereits jetzt sind für das kommende Jahr wieder die beiden letzten Juli-Wochenenden als Spectaculums-Termine eingeplant.

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