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Wieder droht das Aus für die Schulsozialarbeit / Jetzt schlägt der Kreiselternrat Alarm

Die Galgenfrist läuft ab

Kreis Holzminden. Sie sind unverzichtbar – darin sind sich alle einig. Und doch läuft die Galgenfrist für die Schulsozialarbeiter (wieder einmal) ab. Jetzt schlägt der Kreiselternrat Alarm. Der Bund hat sich bereits vergangenes Jahr aus der Finanzierung verabschiedet, der Landkreis ist eingesprungen, hat die Schulsozialarbeiter aus Haushaltsresten, die zusammengekratzt wurden, bezahlt. 2015 ist Schluss, wenn sich nicht noch eine Lösung findet.

veröffentlicht am 11.11.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 10:36 Uhr

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Autor:

Birgit Schneider
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Acht Sozialarbeiter mit Teilzeitstellen hat der Bund über das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) drei Jahre lang mit 280 000 Euro finanziert, bis Ende 2013. Obwohl klar war, dass die Förderung zeitlich befristet war, reagierte der Kreis Holzminden erst spät. Vor ziemlich genau einem Jahr – die Sozialpädagogen waren bereits auf dem Weg zum Jobcenter, um die drohende Arbeitslosigkeit anzuzeigen – fanden die Kämmerei Haushaltsreste und der Kreistag den Mut, eine Resolution zu verabschieden. Der Kreistag forderte eine Entfristung der Bundesfinanzierung und die Umsetzung der BuT begleitenden Schulsozialarbeit über 2013 hinaus. „Es muss sichergestellt werden, dass auch in den nachfolgenden Jahren für alle bedürftigen Kinder und Jugendlichen eine angemessene Teilhabe am gesellschaftlichen und soziokulturellen Leben erreichbar ist“, hieß es in der Resolution.

Ein Jahr später hat sich nichts getan. Georg Muschik, Leiter des Holzmindener Campe-Gymnasiums, beklagt das in der Schulausschusssitzung. Er selbst hat eine Lösung gefunden, die Schulsozialarbeiterin weiterzubeschäftigen. Allerdings darf er die Mittel, die das Land für die Ganztagsbetreuung zur Verfügung stellt, nicht für die Bezahlung der Schulsozialarbeiterin nutzen. „Ich hätte erwartet, dass man beim Kultusministerium interveniert“, wendet sich Schulleiter Georg Muschik an die Kreispolitiker, „sonst werde ich die Schulsozialpädagogin verlieren“. Sie leiste Immenses, fügt er hinzu.

Es gäbe, erklärt der zuständige Dezernent Hans-Joachim Scholz, sogar den Entwurf einer Resolution. „Doch leider geht es einigen Landkreisen finanziell besser. Die haben sich entschieden, sie machen weiter. Wenn die Landkreise und Kommunen aber nicht mit einer Stimme sprechen, wird es sehr schwierig. Gleichwohl werden wir versuchen, Mittel umzuschichten.“

Während die Politik schweigt, erhebt jetzt der Kreiselternrat die Stimme. In einem Brief an die Kultusministerin fordert Kreiselternratsvorsitzende Sabine Echzell eine Stellungnahme von Frauke Heiligenstadt. In dem Schreiben heißt es: „Schulsozialarbeit ist an den Schulen im Landkreis Holzminden mittlerweile zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Schullebens geworden. Alle am Schulleben Beteiligten, also Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Schulleitung, sind in Zeiten erweiterter Anforderungen an die Schulen auf die Unterstützung der Schulsozialarbeiterinnen und -sozialarbeiter angewiesen. Nun aber sieht es so aus, dass der Landkreis 2015 an vielen Schulen keine Mittel für die Schulsozialarbeit mehr zur Verfügung stellt, was das Ende der Schulsozialarbeit an diesen Schulen (weiterführende und Grundschulen) zu bedeuten hätte. Wir, der Kreiselternrat des Landkreises Holzminden, fordern daher das Land Niedersachsen und vor allem Sie, als Kultusministerin, auf, den Schulen die notwendigen Mittel zur Weiterbeschäftigung der Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter zur Verfügung zu stellen und damit die Schulsozialarbeit im Landkreis auch über das Ende von 2014 hinaus zu sichern. Es kann nicht angehen, dass erst Gelder zur Einrichtung zur Schulsozialarbeit zur Verfügung gestellt werden und dann – wenn die Schulsozialarbeit etabliert ist – wieder abgezogen werden.“ Bis zum 14. November hoffen die Eltern auf Antwort aus Hannover.



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