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Musik zwischen Brutalität und Liebe: Literat Manfred Siebald spielt vor ausverkauftem Haus

Die Gäste pusten, quaken und summen

Bad Nenndorf (cab). Volles Haus in der Wandelhalle. Auf der Bühne sitzt Deutschlands wohl bekanntester christlicher Liedermacher und fesselt die Zuhörer ganz allein mit seiner Stimme, mit handgemachter Musik und mit intelligenten Texten. Manfred Siebald feiert das Leben und lädt ein zum musikalischen Gottesdienst.

veröffentlicht am 19.03.2008 um 00:00 Uhr

Ein Sänger, fünf Gitarren: Manfred Siebald in der Wandelhalle. F

Die Reihen sind voll. Etwa 600 Gäste jeden Alters warten geduldig, als Siebald pünktlich um 19.30 Uhr in Jeanshemd und schwarzer Hose die Bühne betritt. Eine Band braucht der Musiker nicht. Der 59-Jährige begleitet sich selber in den zwei Stunden auf fünf Akustikgitarren, eine davon in Miniaturausführung. Diese benutzt Siebald bei dem Kinderlied "Bäume rauschen im Wind" und lässt das begeisterte Publikum gleich mit pusten, quaken und summen. Auch nachdenklich stimmende Stücke wie "Louisa" oder "Du hast es schwer" stehen auf dem Programm. Lebenslust und Lebenslast sind die dominierenden Themen in Siebalds Kompositionen, die immer positiv stimmen und Mut machen. "Mich interessiert die Spannung zwischen dem Unheil in der Welt und der durch Christus erfahrbaren Heilung, zwischen Brutalität und Liebe", erklärt der gläubige Musiker. Die Ideen für seine Lieder kommen ihm im Alltag und beim Beten oder Lesen in der Bibel. Siebald ist Mitglied der evangelischen Auferstehungsgemeinde in Mainz und dort "bis an die Kinnlade integriert." Nach Bad Nenndorf geholt hat ihn Gemeindeleiter Günter Kanthak von der evangelischen Freikirche Wunstorf. Siebald istüber die Arbeit in einer kirchlichen Jugendschar zum Schreiben von Liedtexten gekommen. Sein wohl bekanntestes Werk ist "Ins Wasser fällt ein Stein". Insgesamt hat der Liedermacher etwa 350 Werke komponiert, die in vielen Gemeinden und Jugendgruppen unterschiedlicher Konfessionen gesungen werden.Seit fast 40 Jahren gibt Siebald nun an Wochenenden Konzerte vor vollen Häusern im In- und Ausland, hat inzwischen 19 CDs veröffentlicht. Den Erfolg kann sich der christliche Tonkünstler trotzdem nicht ganz erklären. "Ich erfahre sehr viel Wohlwollen, aber sicherlich ist das auch ein Stückchen Langzeiteffekt", mutmaßt er. In seiner Jugend hat Siebald eine klassische Musikausbildung genossen und beherrscht unterschiedliche Instrumente, neben der Gitarre zum Beispiel auchGeige und Bratsche. "Als die Gaben verteilt wurden, habe ich mehrere Male ?hier' gerufen", erklärt der Musiker schmunzelnd. Hauptberuflich ist Siebald Professor für Amerikansitik an der Mainzer Universität und genießt es, nicht von der Musik leben zu müssen. "Mein Beruf hilft mir auch, auf dem Teppich zu bleiben", meint er. Der gläubige Christ nimmt keinen Eintritt für seine Konzerte, sondern bittet um Spenden für verschiedene Projekte. Der persönliche Kontakt ist ihm besonders wichtig, "damit kein Geld in Kanälen versickert. Ich kümmere mich nur um überschaubare Sachen." Mit dem Erlös aus Bad Nenndorf soll die Missionsarbeit seiner Kirchengemeinde in Mainz unterstützt werden.



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