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Schaumburger Kreistag empfiehlt neuen Standort für Schwerpunktschule Geistige Behinderung

Die Förderschulen werden neu aufgestellt

Landkreis (jl). Der Kreistag hat die völlige Neustrukturierung der sonderpädagogischen Förderung beschlossen. Das bedeutet unter anderem die Schließung einiger Schulstandorte und die Verlagerung der Förderung von lernbehinderten Kindern von eigenständigen Schulen in die Grundschulen.

veröffentlicht am 01.03.2007 um 00:00 Uhr

Zum Beschluss gehört auch die Suche nach einem neuen Standort für die Schwerpunktschule "Geistige Behinderung" in Bad Nenndorf. Bei der Abstimmung enthielten sich neun Abgeordnete, die überwiegend zur CDU gehören. Der Kreistag folgt mit seinem Beschluss den Vorgaben des Kultusministeriums. Dieses verlangt in einem entsprechenden Erlass die sonderpädagogische Betreuung so weit wie möglich in den normalen Schulbetrieb zu verlegen. Vor allem bei lernbehinderten Kindern im Grundschulalter soll dies in Schaumburg geschehen. Dies gewährleiste eine "frühzeitige, präventive Förderung, möglichst im eigenen Umfeld", stellte Marina Brand (SPD) als Vorteil heraus. Dagegen meldete Dagmar König (CDU) Skepsis an. Der Vorschlag entspreche zwar dem Erlass, räumte sie ein, es sei aber fraglich, ob die zwei Förderstunden pro Klassenverband ausreichen würden. König berief sich auf einen Experten, der in der Sitzung des Schulausschusses referiert hatte. Weil den Schwerpunktförderschulen nach Erkenntnissen des Landkreises seit geraumer Zeit der Nachwuchs ausbleibt, wird sich dieser Prozess durch die Verlagerung noch beschleunigen. Deswegen wird die Förderschule "Schwerpunkt Lernen" in Bad Nenndorf zum 31. Juli dieses Jahres aufgelöst. Schüler des jetzigen 4. Jahrgangs müssen nach Stadthagen, die 5. bis 8. Klassen dürfen bis zum Ende der Schulzeit in der Schule Am Deister bleiben. Die Schüler der 1. bis 3. Klassen aus der Kurstadt müssen nach Obernkirchen, wo der gesamte Primarbereich im Kreis vom Förderschwerpunkt Lernen konzentriert wird. Rinteln und Stadthagen bleiben Standorte für den Sekundarbereich I, Bückeburg wird geschlossen. Die Sprachförderklassen der Marienschule sollen in einer der dortigen Grundschulen untergebracht werden. Weiterer Baustein des Konzeptes ist die künftig selbstständige Förderschule "Schwerpunkt Geistige Entwicklung" in Bad Nenndorf -oder genauer gesagt: noch in Bad Nenndorf. Marina Brand wies darauf hin, dass das jetzige Gebäude nicht für diesen Zweck errichtet worden sei und eigentlich komplett umgebaut werden müsse. Die SPD/FDP-Gruppe sei deshalb dafür, "zusammen mit den Eltern" einen neuen Standort zu suchen. Dagmar König befürchtete, dass die Umstrukturierung für manchen Schüler einen längeren Schulweg und für den Landkreis höhere Beförderungskosten bedeuten könne. Positiv sei, dass es noch reine Förderschulstandorte geben werde. Das neue Konzept müsse auf jeden Fall kritisch begleitet werden. So müsse der Schulausschuss nach einem Jahr Bilanz ziehen und unter Umständen Änderungen auf den Weg bringen.



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