weather-image
Feldversuch: Nur drei Rintelner verweigern Abgabe des biometrischen Abdrucks

"Die Fingerabdrücke gehören dem Bürger - und nicht dem Staat"

Rinteln (rnk). Für Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz ist es eine grundsätzliche Frage: Weil man sich bestimmten Erneuerungen nicht verschließen könne, sei die Stadt gut beraten, wenn sie eine Vorreiterrolle einnehme. Beim neuen Antragsverfahren für den so genannten elektronischen Reisepass der zweiten Generation gehörte Rinteln daher gerne zu den 26 ausgewählten Städten und Kommunen, die das Verfahren dem Praxistest unterwarfen.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 08:37 Uhr

Der Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy hätte keine Probleme

Bislang enthält der seit 2005 ausgegebene Pass als biometrisches Merkmal nur das Passfoto im Chip. Zum 1. November dieses Jahres sollen in den neuen Dokumenten zusätzlich zwei Fingerabdrücke gespeichert werden. Im Feldtest wie im Rintelner Bürgerbüro wurden vom 1. März bis zum 30. Juni die Erfassung, Qualitätssicherung und Übertragung der Fingerabdruckvorlagen im Echtbetrieb geprüft, um der technischen Lösung den Feinschliff zu geben. 228 Rintelner haben in dieser Zeit freiwillig den neuen Pass bestellt, nur drei haben die Abgabe des biometrischen Fingerabdruckes verweigert. Eine nur bedingt aussagekräftige Zahl, denn wer seine Daten angab, wurde finanziell unterstützt: Statt 58 Euro kostete der Pass nur 53 Euro. Gestern informierte sich der Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathyüber die Erfahrungen mit dem biometrischen Pass - und unterstrich dabei die Rolle der SPD-Fraktion, die verhindert habe, dass die Daten bei den Meldeämtern oder später an Flughäfen gespeichert würden: "Der Fingerabdruck gehört dem Bürger - und nicht dem Staat." Wie Edathy betonte, werde mit dem neuen Pass die Fälschungssicherheit deutlich erhöht. Zudem werde verhindert, dass unbefugte Personen mit echten Pässen reisen, die ihnen aber nicht gehören. Ab 2009 gehört der biometrisch Fingerabdruck auch auf den Personalausweis. Bis dahin werden sie weiter nur mit Lichtbild ausgestellt. Dass Rinteln bei der Datenverarbeitung eine Vorreiterrolle spiele, habe durchaus Auswirkungen, unterstrichen gestern Buchholz und EDV-Fachmann Udo Morawitz: So werde im Bürgerbüro gern der Express-Pass geordert. Innerhalb von 72 Stunden könne ein Reisepass erstellt werden - ideal für Bürger, die kurzfristig verreisen wollten und das Dokument benötigen würden. Wie Morawitz sagte, sei Rinteln weit und breit die einzige Stadt, die diesen Service biete - und dass selbst schon Dortmunder aus dem Ruhrgebiet gekommen seien, um den Express-Pass zu ordern. Buchholz: "Und die lassen dann auch ein paar Euro in der Stadt."



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt