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Sanierung der Hof-Apotheke wird knapp 70 000 Euro mehr kosten als bisher veranschlagt

Die Entkernung bringt es ans Tageslicht

Bückeburg (rc). Die Sanierung der Hof-Apotheke wird deutlich teurer. Veranschlagt worden waren ursprünglich 330 000 Euro, jetzt hofft die Stadt mit knapp 400 000 Euro auszukommen. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte Bürgermeister Reiner Brombach auf Anfrage unserer Zeitung. In seiner Sitzung am Montagabend hatte der Verwaltungsausschuss erneut über das Thema debattiert und mehrere Aufträge vergeben.

veröffentlicht am 14.03.2007 um 00:00 Uhr

Die Entkernungsarbeiten in der "Hof-Apotheke" beförderten unlieb

Schon bei der erstenöffentlichen Vorstellung der Sanierung des Erdgeschosses der Gaststätte am Marktplatz Anfang Januar hatte Baufachbereichsleiter Karlheinz Soppe darauf hingewiesen, dass die Sanierung deutlich teurer werden könnte. Bei den jetzt begonnenen Entkernungsarbeiten bewahrheiteten sich die schlimmsten Befürchtungen der Bauexperten: Auch die gesamte Elektrik sowie Wasser und Abwasser sind völlig marode und müssen komplett erneuert werden. Auch für den Brandschutz muss mehr getan werden, als bisher geplant war. Zusätzliche Kosten allein für die Elektrik: 37 500 Euro. "Wenn man an ein so altes Schätzchen geht, weiß man erst bei den konkreten Planungen und Schauen hinter die Mauern, was dort hinter alles verborgen ist und gemacht werden muss", begründete der Bürgermeister die Mehrkosten. Außerdem räche sich es jetzt, dass man sich bei der ersten Sanierung des Erdgeschosses vor 15 Jahren auf das Nötigste beschränkt hat. "Diese Fehler holen uns heute ein." So sei zum Beispiel die gesamte Elektrik inklusive der Versorgung von Marktplatz und Brunnenüber einen Stromkreis gelaufen. Entsprechend überlastet und marode ist jetzt das Netz. Die Stadt werde die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen und die Hof-Apotheke jetzt vernünftig sanieren. "Damit wir in den kommenden Jahrzehnten Ruhe haben." Finanziert werden die zusätzlichen knapp 70 000 Euroüber den städtischen Eigenbetrieb Ratskellerbetriebe, in dem auch die Hof-Apotheke geparkt ist. Die deutliche Kostensteigerung hatte im Vorfeld der Beratungen des Verwaltungsausschusses schon zu intensiven Diskussionen in den Gruppen- und Fraktionssitzungen von Mehrheitsgruppe und CDU geführt. So hatte sich die Mehrheit von SPD, FDP, Unabhängigen und Grünen die Bauexperten kommen lassen, um sich die Mehrkosten erklären zu lassen. Auch die Mehrheit kam aber zu dem Fazit, dass alte Sanierungssünden Schuld an den Mehrkosten tragen. "Was wir damals gespart haben, bezahlen wir heute zwei- bis dreifach", so ein Teilnehmer der Gruppensitzung. Kritisiert wurde von Seiten der Mehrheit, dass sie nicht von vornehereinüber mögliche Kostensteigerung informiert worden sei. Seit städtische Betriebe ausgegliedert worden sind, habe der Rat kaum noch eine Kontrolle über das, was beraten und beschlossen wird, da nur noch der Verwaltungsausschuss entscheide. Im Hinblick auf die Hof-Apotheke hatte CDU-Fraktionschef Christopher Wuttke auf der Hauptversammlung des CDU-Stadtverbandes gewettert, dass aus ursprünglich einmal 250 000 Euro inzwischen knapp 400 000 Euro geworden sind. Das Geld werde zwar aus dem Eigenbetrieb finanziert, indirekt aber damit der Haushalt der Stadt geschwächt: wegen des Schuldenabtrags seitens des Betriebes könnten keine Gewinne mehr an die Stadt überwiesen werden: "Das alles nur, um ein Prestigeobjekt auszubauen." Zum Verkauf der Immobilie, wie von der CDU gefordert, sagte Wuttke, dass dies nach wie vor Position der Fraktion sei. Die CDU sei zwar vom Bürgermeister aufgefordert worden, diese Haltung aufzugeben und die Sanierung mitzutragen. Wuttke: "Wir bleiben konsequent und bei unserer Haltung." Eine Haltung, die der Bürgermeister erneut zu revidieren versuchte. Jetzt wo der politische Beschluss gegen die Veräußerung und für die Sanierung gefasst worden sei, sei es "inkonsequent, dass die CDU ihren Pflichten als Hauseigentümer nicht nachkommt."



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