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Pfingst-Bahntreffen: Ein alter Bekannter kehrt zurück - und die Fotografen geben sich ein Stelldichein

Die Eisenbahnromantik infiziert noch immer

Obernkirchen (rnk). Wer früh genug kommt, den belohnt die gute Aussicht. Das wissen die Profis, schon lange vor Eröffnung des Pfingstreffens haben sie daher den Bergstadt-Bahnhof in Besitz genommen. Ein kurzer Blick nach dem Stand der Sonne, ein zweiter schweift prüfend über das Gelände: Wo ist der erhöhte Standpunkt,an dem sich am besten festhalten lässt, was hier gleich passiert? Dann werden die Kameras aufgebaut.

veröffentlicht am 13.05.2008 um 00:00 Uhr

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Schwer zu sagen, wie viele von der Eisenbahnromantik infizierte Hobbyfotografen sich neben den Interessierten ohne Kamera am Sonnabend auf dem Bahnhof eingefunden haben: 50? 100? 150? Sie müssen ein paar Minuten warten, denn auf der Strecke nach Obernkirchen gibt es eine Verzögerung, aber als zwei Minuten vor 11 Uhr der rote Großraumdieselwagen der Touristikbahn Lüneburger Heide einfährt, gibt es kein Halten mehr: klick, klick, klick. Wolfgang Rogl, Ehrenvorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) Schienenbus Seelze, strahltüber das ganze Gesicht. Nach der "kleinen" Premiere im September, bei der sich nicht einmal die vielen Zuschauer durch heftigen Regen abschrecken ließen, zeichnet sich schon früh ab, dass das Pfingst-Bahntreffen hier und heute ein echter Erfolg werden wird. 350 Karten, so Rogl, konnten im September verkauft werden. Ob dies damals ausreichte, um die Trassengebühr auszugleichen, die die Rinteln-Stadthagener-Eisenbahn (RStE) für die Nutzung kassiert, will er nicht sagen: "Wir sind im Allgemeinen schon froh, wenn es plusminusnull ausgeht." Heute, lässt er durchblicken, wird es beim Fahrkartenverkauf wohl einen Überschuss gegeben. Nicht zuletzt deshalb, sagt Rogl, weil im Internet deutschlandweit für dieses Treffen geworben wurde. Durchaus mit Erfolg, wie die Nummernschilder der parkenden Autos belegen. Was gibt es zu sehen und zu fotografieren? Aus dem September bekannt sind der blau- weiße Großraumdieseltriebwagen des Deutschen-Eisenbahn-Vereins und der rote Schienenbus der Seelzer Gemeinschaft, auch die Handhebel- und Motordraisine ist wieder da und dient vor allem den Kindern als Spiel- und Klettergerüst, aber zurückgekehrt ist auch ein alter Bekannter, der im September nochfehlte: die Lokomotive RStE V 31. Die ehemalige Wehrmachtslokomotive aus dem Jahre 1941 wurde 1956 von der RStE gekauft. Bis 1978 blieb die Lok mit dem markanten hochgesetzten Führerhaus im Einsatz, wurde dann fast vier Jahre abgestellt, nach Salzgitter verkauft, bis 1985 wieder eingesetzt, und nach einigen Jahren erneut abgestellt. 2006 erwarb sie die Dampfeisenbahn Weserbergland, rettete sie so vor der Verschrottung und holte sie auf ihre langjährige Heimatstrecke zurück. Auch wenn noch viel Arbeit und Geld für die Wiederinbetriebnahme investiert werden müssen, so ist doch wenigstens eine der Lokomotiven der RStE auf ihre Stammstrecke zurückgekehrt. "Und diese Strecke", sagt Andreas Pehl, "ist es wert, erhalten zu werden." Auch deshalb finde hier das Pfingst- Treffen statt, erklärt der Vorsitzende der IG Schienenbus Seelze: "Sie ist immer noch in einem guten Zustand." Umrahmt wurde das Treffen von einer historischen Sonderausstellung. Hubert Gora hatte einen (kleinen) Teil seiner gesammelten Bilder, Tickets und Fahrpläne zur Verfügung gestellt, darunter echte Raritäten wie ein Bild der offiziellen Eröffnung am 2. März 1900, auf dem sich mit stolzer Brust Mitarbeiter des Gesamtbergwerkes, der RStE und Vertreter der Stadt ablichten ließen. Eine Novität dürfte auch ein Fahrplan vom Tag der Mobilmachung 1914 sein: Deutlich belegen die Striche, dass die Zahl der Zugverbindungen von einem Tag auf den anderen kräftig erhöht wurde. Und weil im Gegensatz zum September am Sonnabend die Toiletten im Bahnhof geöffnet waren, gab es an diesem Tag keinen einzigen Misston.



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