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CSU und Freie Wähler

Die Eckpunkte des Koalitionsvertrags in Bayern

München (dpa) - Gut 60 Seiten umfasst der frisch ausgehandelte schwarz-orange Koalitionsvertrag von CSU und Freien Wählern in Bayern. Die wichtigsten Eckpunkte der Vereinbarung im Überblick:

veröffentlicht am 05.11.2018 um 13:30 Uhr
aktualisiert am 09.11.2018 um 12:21 Uhr

Interessante Details des schwarz-orangenen Koalitionsvertrags: Der Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen soll mittelfristig verdoppelt werden. Bayern bleibt gentechnikanbaufrei. Foto: Matthias Balk

RESSORTS: Die CSU muss drei Ministerien an die Freien Wähler abgeben: Kultus, Wirtschaft/Landesentwicklung und Umwelt. Zudem bekommen die Freien Wähler zwei Staatssekretäre. Alle anderen Ministerien gehen an die CSU, darunter auch ein eigenes Digitalisierungsministerium.

FAMILIEN: Bis zum Jahr 2023 sollen 42.000 neue Betreuungsplätze für Kinder bis zu sechs Jahren geschaffen werden. Das Familiengeld für Eltern ein- und zweijähriger Kinder wird fortgeführt. Zusätzlich gibt es Zuschüsse für die Betreuung: Wie bereits für das dritte Kindergartenjahr soll es künftig auch für das erste und zweite 100 Euro vom Staat pro Kind und Monat geben. Zudem soll es ab 2020 für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr, die eine Krippe oder ähnliches besuchen, 100 Euro Zuschuss für die Eltern geben.

FINANZEN: Es bleibt beim Haushalt ohne Neuverschuldung, und auch mit dem Schuldenabbau will die Koalition «konsequent fortfahren».

POLIZEI/INNERE SICHERHEIT: Bei der Polizei sollen bis zum Jahr 2023 weitere 500 Stellen pro Jahr dazukommen. Überstunden sollen abgebaut, deren Auszahlung soll erleichtert werden, Nachtdienstzuschläge sollen erhöht werden. Es bleibt beim geplanten Ausbau der bayerischen Grenzpolizei auf 1000 Stellen, der von der CSU angekündigte Ausbau der Reiterstaffeln wird auf 100 Pferde halbiert. Das umstrittene Polizeiaufgabengesetz bleibt, es soll aber bis zur ersten Jahreshälfte 2019 evaluiert werden.

ASYL/MIGRATION: Es bleibt beim bisherigen CSU-Kurs. Allerdings sollen Flüchtlinge, die etwa eine Ausbildung zur Pflegefachkraft begonnen haben, eine Chance auf ein längeres Bleiberecht bekommen.

VERFASSUNG/JUSTIZ: Eine Verfassungskommission soll sich mit der Idee befassen, neue Verfassungsziele wie Klimaschutz, Landschaftsschutz und Würde im Alter in der Verfassung festzuschreiben, aber auch die digitale Teilhabe, ein Bekenntnis gegen Extremismus und nicht zuletzt die Begrenzung der Amtszeit des Ministerpräsidenten.

GESUNDHEIT/PFLEGE: Die Zahl der Medizin-Studienplätze soll um mehr als 2000 steigen. Landarztquote und Landarztprämie sollen die Versorgung auf dem Land sicherstellen. Geburtshilfe-Stationen sollen auch an kleineren Klinikstandorten erhalten werden, Hebammen zum Berufseinstieg ein Gründerpaket von 5000 Euro bekommen. Gezielte Förderprogramme sollen helfen, auch kleine Krankenhäuser zu erhalten.

AGRAR: Der Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen soll mittelfristig verdoppelt werden. Bayern bleibt gentechnikanbaufrei.

ENERGIE: Eine Landesagentur für Energie und Klimaschutz, die mit 20 Millionen Euro aufgebaut werden soll, soll die Energiewende in Bayern voranbringen. Es bleibt aber bei den hohen Hürden für neue Windkraftanlagen. An den geplanten neuen großen Stromtrassen von Nord- und Ostdeutschland nach Süddeutschland wird nicht gerüttelt.

BILDUNG/FORSCHUNG: Bis zum Jahr 2023 sollen 5000 Lehrer neu eingestellt werden, um kleinere Klassen zu erreichen, eine stärkere individuelle Förderung zu ermöglichen und möglichst ohne Quereinsteiger auszukommen. Die befristete Anstellung von Lehrern soll «weitgehend» abgeschafft werden. In den Schulen soll es einen Unterrichtsschwerpunkt «Mundart und regionale Kultur» geben. Im Bereich Wissenschaft/Forschung soll es beim kürzlich angekündigten Luft- und Raumfahrtprogramm bleiben.

DIGITALES: Bis 2025 sollen alle Haushalte in Bayern gigabitfähig werden. Lücken im Mobilfunknetz sollen geschlossen werden. Schulen sollen mit 50.000 digitalen Klassenzimmern ausgestattet werden.



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