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Telefonseelsorge hilft bei Krisen

Die dunkle Seite der Weihnachtstage

Landkreis (gus). Die Weihnachtsfeiertage haben auch eine dunkle Seite. Wenn am Heiligabend das gewohnte Alltagstreiben für zweieinhalb Tage fast völlig zum Erliegen kommt, haben Menschen in seelischen Krisen noch größere Not als sonst. "Weihnachten ist für Menschen in psychischen Krisensituationen besonders schwierig. Während die meisten die Feiertage im Familienverbund erleben, wird die Einsamkeit bei psychisch Kranken besonders stark spürbar", heißt es in einer Presseerklärung der Region Hannover.

veröffentlicht am 22.12.2007 um 00:00 Uhr

Das gilt auch für Männer und Frauen, die trauern, weil sie kurz vor oder an den Feiertagen einen Freund oder Verwandten verloren haben, betont Pfarrer Stefan Bringer aus Hohnhorst. Auch Trennungen könnten zu einer Krise beitragen. Die Region Hannover bietet deshalb einen psychosozialen Notdienst an. Im Internet präsentiert sich dieser Krisendienst unter www.hannover.de sowie unter www.sozialpsychiatrischer-verbund-region-hannover.de. Der Krisendienst ist an Wochenenden sowie an allen Feiertagen einschließlich Heiligabend und Silvester jeweils von 12 bis 20 Uhr und freitags von 15 bis 20 Uhr unter (0511) 30033470 zu erreichen. Ein Schaumburger Pendant gibt es nicht. Bringer bedauert dies: "Der Bedarf wäre allemal da", weiß er aus eigener Erfahrung. Der Pfarrer ist sich mit dem Sachsenhäger Pastor Josef Kalkusch einig: Problematisch ist die Besetzung einer Schaumburger Seelsorge an Feiertagen. Kalkusch weist darauf hin, dass diese Art Betreuung "die ureigene Aufgabe" eines Pastors ist. Somit könnten sich Menschen in Not an ihr jeweiliges Pfarramt wenden. Bringer schränkt jedoch ein: Gerade an Weihnachten haben auch die Kirchenmänner jede Menge Arbeit. Ein Problem sei deshalb die Erreichbarkeit. Beide Geistliche verweisen deshalb auf die Telefonseelsorge des Diakonischen Werkes. Deren Bad Oeynhäuser Stelle sei rund um die Uhr auch für Schaumburg zuständig: (0800) 1110111 oder 1110222.

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