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14 Meter hohe Konstruktion wird im Bürgergarten aufgebaut / „Zwielicht“ macht die Nacht zum Tag

Die Bühne der Feuervögel wächst in den Himmel

Hameln. Höher, breiter, tiefer, schwerer: Wenn Freitagabend zehn Feuervögel ihre magische Show mit feurigen pyrotechnischen Effekten abziehen, geschieht dies auf einer Bühne mit so aufragenden Ausmaßen, dass die Künstler glatt wie Zwerge wirken. Seit gestern wird im Bürgergarten aufgebaut und eingerüstet – für das „Zwielicht“-Highlight, die Inszenierung des Theaters Feuervogel.

veröffentlicht am 09.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2009 um 18:00 Uhr

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Autor:

Karin Rohr

Hameln. Höher, breiter, tiefer, schwerer: Wenn Freitagabend zehn Feuervögel ihre magische Show mit feurigen pyrotechnischen Effekten abziehen, geschieht dies auf einer Bühne mit so aufragenden Ausmaßen, dass die Künstler glatt wie Zwerge wirken. Seit gestern wird im Bürgergarten aufgebaut und eingerüstet – für das „Zwielicht“-Highlight, die Inszenierung des Theaters Feuervogel. 14 Meter ist die Bühne hoch, 16 Meter breit, 13 Meter tief. Gewicht: satte 15 Tonnen. „Das ist ein richtiger Hammer“, sagt Stadtmanager Stefan Schlichte. Dafür wird das Fontänenbecken im Bürgergarten überbaut, arbeiten 20 Leute drei Tage lang vor Ort, kommen Gabelstapler und Hubsteiger zum Einsatz. Vier Stahl-Stelen und vier große Traversen bilden das Gerüst für die Tuchelemente des extravaganten Bühnenbildes, das den Rahmen abgibt für den „Danse de Lumière“ der Feuervögel. In fantastischen Kostümen und mit artistischem Können erzählen die Künstler eine magische Geschichte ohne Worte – unterstützt durch eine aufwendige Light-Show, Musik und eben: viele pyrotechnische Effekte. „Wir geben zum Rattenfängerjubiläum noch einmal richtig Vollgas“, sagt Schlichte.

Drei Tage Theater – und alles kostenlos

Ohne Eintritt. Denn: Alles ist kostenlos beim „Zwielicht“-Festival von Freitag bis Sonntag. Das hat sich das Stadtmarketing etwas kosten lassen: 100 000 Euro wurden mithilfe von Sponsoren für das dreitägige Spektakel locker gemacht, das nicht nur auf fünf Bühnen im Bürgergarten stattfindet, sondern auch die Innenstadt ins Rampenlicht rückt – mit einer Aufsehen erregenden Altstadt-Illumination, die Studenten der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur geschaffen haben. Da beginnen historische Fassaden zu leben, ergießen sich farbige Lichtkaskaden wie ein Wasserfall aus dem Glockenspiel des Hochzeitshauses, gibt es am Ende der Bäckerstraße ein Labyrinth aus Nebel und Illumination. Das renommierte Theater Feuervogel und Artisten der internationalen Varieté-Szene sind ebenso dabei wie heimische Künstler. Und alle haben sich dem großen Thema Magie verschrieben.

Auch die Jüngsten. Von Kindern und für Kinder gibt es an allen drei Tagen ein großes Programm im Bürgergarten – mit Jonglage, Marionettentheater, Kindermusical und -zirkus. Auch das Spielmobil ist vor Ort. „Die Kinder können sich praktisch drei Tage lang in den Bürgergarten setzen und Theater schauen, spielen und Spaß haben“, sagt Schlichte. Und verspricht Kleinen wie Großen bei den Vorführungen „nur gute Plätze“: „Es gibt keine ersten Reihen.“ Auch keine Bestuhlung. Aber: Wer mag, kann sich Sitze gegen eine geringe Gebühr entleihen oder seinen Klappstuhl von Zuhause mitbringen. Für das Sitzpublikum werden Flächen reserviert, dahinter formieren sich die, die lieber stehen wollen. „Man braucht sich von seinem Platz dann quasi nur umzudrehen, um das Geschehen auf einer der kleineren Bühnen zu verfolgen“, sagt Schlichte. Denn an den Rändern der großen Rasenfläche im Bürgergarten sind vier weitere Bühnen aufgebaut, auf denen fast den ganzen Tag etwas los ist.

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Hunger und Durst bei so viel Open-Air-Action in Hamelns grüner Lunge? Gosch ist vor Ort. Stiller auch. Gosch mit Meeresfrüchten von Matjes über Krebsfleisch, Krabben und Riesengarnelen bis hin zu Jacobsmuscheln. Und Stiller mit einer Speiseauswahl, die unter dem Motto „Kulinarische Reise durchs Mittelalter“ steht und von dunklem Vollkornstangenbrot mit Bärlauchbutter über Biersuppe und Pilzpastete bis hin zu Schweinefleisch mit Dörrobst-Soße und mittelalterlichem Früchtekuchen reicht.

Aber wird auch das Wetter mitspielen? „Ja“, ist Schlichte zuversichtlich: „Es muss alles klappen und es wird alles klappen.“ Die Chancen stehen nicht schlecht: 20 Grad versprechen die Wetterfrösche für den Freitag, 19 und 18 Grad für Samstag und Sonntag. Dazu eine Mischung aus Sonne und Wolken. Und: Es soll trocken bleiben. Dass am Sonntag überdies zum „Zwielicht“-Festival in Kooperation mit dem Stadtmarketing ein Theaterfest im und am Theater mit vielen attraktiven Programmpunkten stattfindet, das Rattenfänger-Freilichtspiel zum letzten Mal in dieser Saison aufgeführt wird und auch Hamelns Geschäfte ab mittags ihre Pforten öffnen, dürfte ein zusätzlicher Magnet für Besucher sein. Die können dank des Großraumentdeckertages am Sonntag auch preisgünstig mit Bahn und Bus anreisen. Stadtmanager Stefan Schlichte jedenfalls hofft auf 30 000 Besucher am Wochenende: „Dann sind alle meine Träume wahr geworden.“

Das ganze Programm: im Flyer (Infocenter) und im Internet unter www.725-jahre-rattenfaenger.de

Seit gestern wird die Hauptbühne für das „Zwielicht“-Spektakel im Bürgergarten aufgebaut: Hier findet Freitagabend die Show des Theaters Feuervogel statt. Fotos: Dana/pr

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