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Umjubelte Premiere von "Simba - König der Löwen" auf der Freilichtbühne Porta Westfalica

Die Bösen stehlen den Guten fast die Schau

Porta Westfalica (ly). Gut gebrüllt, Löwen: "Simba", der Theaterspaß aus dem Königreich der Tiere, hat auf der Goethe-Freilichtbühne in Porta Westfalica-Barkhausen eine umjubelte Premiere gefeiert.

veröffentlicht am 23.06.2007 um 00:00 Uhr

Tierisch gemein: Scar (Alexander Werner), der böse Bruder des Kö

Bevor es losgehen kann, wird das Publikum zusammengetrommelt. Logisch, denn mitten in der Savanne gibt's weder Zeitung noch Telefon. Und dann kommen sie: Zebras und Affen, Gazellen und Giraffen sorgen für ein wildes Durcheinander auf der wunderschönen Naturbühne. Doch das ist nur der Auftakt. Action, Musik und Schauspiel werden die Zuschauer rund zwei Stunden lang fesseln. Die Geschichte von "Simba - König der Löwen" ist schnell erzählt: Mufasa, weiser Herrscher über das geweihte Land, wird von seinem intriganten Bruder Scar und den Hyänen ermordet. Prinz Simba (gespielt von Frederic Ußling, Justin Fricke und Jonas Volkmann), geplagt von Schuldgefühlen über den Tod des Vaters, flüchtet vor sich selbst in die Wüste. Dort stirbt er fast, wird aber von Erdmännchen Timon (Tanja Meier) und Warzenschwein Pumba (Jan Krems) gerettet. Scar hat unterdessen ein Reich des Bösen erschaffen, das Land ist verdörrt. Als der erwachsene Simba (Matthias Linnemann) durch Zufall seine Freundin Nala wiedertrifft, naht das Ende der Sorglosigkeit. Erst ringt er mit sich, dann aber tritt Simba an zum Kampf gegen Scar. Und wer gewinnt? Na klar! Trotzdem liegen hier gewisse Sympathien bei den Bösen, nämlich wegen der schauspielerischen Leistung. Alexander Werner gibt den Scar in etwa so tierisch fies und zugleich affektiert wie das Vorbild im Zeichentrickfilm. Der Hit aber sind die fünf Hyänen, allesamt schräge Gestalten. Allein diese Stimmen! Und wie die sich bewegen! Was für durchtriebene Charaktere! Aber das muss man erst mal spielen können. Bei den Hyänen Melina Alsdorf, Julian Hermes, Marius Lankes, Julian Nolte und Dani Pohlmann fällt der ohnehin frenetische Schlussapplaus daher gleich ein bisschen lauter aus. Überhaupt haben die Zuschauer auf den vollen Rängen mal wieder mitgespielt. Ein Beispiel: Durch Film und Fernsehen sind Timon und Pumba längst zu Kultfiguren geworden, viele Lieder zu Welthits. Kein Wunder also, dass große Teile des Publikums den hinreißenden Song "Hakuna Matata", gewidmet einem Leben ohne Sorgen, begeistert mitsingen. Mit Beifall auf offener Szene wird ebenfalls nicht gespart, und Anlass gibt es reichlich. Wenn sich Simba und Nala (klein: Inga Alsdorf und Karolin Bornemeier, groß: Hannah Fröhlingsdorf), die einander zunächst nicht erkennen, am vordersten Bühnenrand einen mörderischen Kampf liefern, wird Action groß geschrieben. Sogar Slapstick-Einlagen bietet diese gelungene Aufführung unter der Regie von Susanne Tiggemann. Als König Mufasa (Andreas Müller) die Hyänen verkloppt, geschieht dies wie in Zeitlupe, und aus den Lautsprechern kommt das passende Geräusch krachender Knochen. Dass später Mufasas Tod in der Massenszene ein wenig untergeht, lässt sich wohl kaumvermeiden, weil eine Bühne keine Großaufnahmen wie im Kino bieten kann. Dafür wirkt die ruhige Trauerszene, die sich anschließt, umso intensiver. Und wenn Simba mit seinem Vater auf einem Stein sitzt, um zu den Vorfahren im Himmel aufzublicken, spielt die Freilichtbühne eine ihrer größten Stärken aus - die unschlagbare Atmosphäre. Kartenreservierung unter Telefon (0 57 1) 7 13 68 (mittwochs bis samstags zwischen 16 und 18.30 Uhr).



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