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Kunst und Architektur in Dresden

Die barocke Schatzkammer Sachsens

Dresden. Schon seit Tagen liegt ein Kirschkern vor unserer Haustür: klein, rund und unscheinbar. Passen da wirklich über 100 Gesichter drauf? Die Antwort auf diese ungewöhnliche Frage liegt in der königlichen Schatzkammer im Dresdener Schloss. Bemerkenswert winzige Kunstwerke lassen hier staunen, wie ein Kirschkern, auf dessen Rundung ein unbekannter Meister (nach letzter Zählung) 113 Gesichter eingeschnitzt hat.

veröffentlicht am 10.07.2009 um 16:16 Uhr

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Die Sammlung im Grünen Gewölbe zeigt eine Wunderwelt der Goldschmiede- und Feinmechanikerkunst. Faszinierende mechanische Uhren, raffinierte Elfenbein- und Holzschnitzereien, figürliche Trinkgefäße aus Glas, Muscheln, Korallen und Bergkristall, Perlen-Figuren, kostbarer Schmuck, Emailarbeiten bieten eine Orgie für das Auge. Prächtig anzuschauen der Hofstaat zu Delhi am Geburtstag des Großmoguls Aureng-Zeb, detailgetreu und nur nach Reiseberichten nachgebaut in sieben Jahren von der Werkstatt des Hofgoldschmieds Johann Melchior Dinglinger um 1708 und Jakob Zellers Elfenbein-Fregatte, die von Neptun getragen wird, mit filigran geschnitzten Segeln und winzigen Matrosen von 1620. Kunst im Großen beweist dagegen der Zwinger, ein mächtiges Bauwerk mit vielen prunkvollen Schmuckelementen, in dem sehenswerte Gemäldegalerien und Museen untergebracht sind. Der großen Innenhof lädt zu Festivitäten ein.

Von der kleinen in die große Welt

Über Fahrstuhl und Rampen mit offenem Blick in den Innenraum der wiederaufgebauten Frauenkirche, zuletzt die schmale Wendeltreppe, dann ist die begehbare „Laterne“ der Kuppel erreicht. Zu unseren Füßen liegt die Stadt eingebettet im landschaftlich reizvollen Elbtal, die mit ihrer Lage und der barocken und mediterranen Architektur auch vielfach mit ihrer italienischen Partnerstadt Florenz verglichen wird. Der Blick schweift über die Elbe zur anderen Seite, schon 1660 wurde an den Loschwitzer Elbhängen Wein angebaut. Hier findet sich neben vielen historisch-prächtigen Villen inmitten von Parks und Gärten auch das Domizil des Odol-Erfinders Lingner als eines der drei Elbschlösser Albrechtsberg, Lingner und Eckberg. Wir verfolgen den Lauf der Elbe bis zum südöstlichen Horizont, als markanter Punkt zeigt sich hier die gewaltige Festung Königstein inmitten des Elbsandsteingebirges. Unter uns erinnern die schwarzen und hellen Sandsteine der Frauenkirche an die Zerstörung und den akribischen Wiederaufbau der zerstörten Altstadteinheit rund um den Theaterplatz nach dem Kriege. Wie ein Phönix aus der Asche auferstanden, ist Dresden heute eine moderne Stadt in altem Gewand und ein kultureller Mittelpunkt, der ganzjährig Musikfreunde von Jazz bis Klassik anlockt.

Ein kleiner Abstecher über das Blaue Wunder, eine Stahlfachwerkbrücke zwischen Loschwitz und Blasewitz, bringt uns zur Sommerresidenz Schloss Pillnitz mit seinem barocken und chinesischen Baustilmix. Direkt an der Elbe gelegen, konnte der sächsische Kurfürst August der Starke mit seiner Geliebten per Gondel von der Innenstadt hier anlanden. Heute ist dieser Ausflug mit einem der historischen Raddampfer der Sächsischen Dampfschifffahrt möglich. Im Schlosspark finden wir neben prachtvollen alten Bäumen auch die 200 Jahre alte Kamelie, die mit einem abbaubaren Glashaus umhüllt ist, zwischen Februar und April kann ihre Blütenpracht bewundert werden.

Stammt aus dem 18. Jahrhundert: Schloss Pillnitz.



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