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Aus dem Altarm wird auf 1,2 Kilometern der Neue / Doppel-Nutzen für Natur- und Hochwasserschutz

"Die Aue hat ihre Freiheit zurückgewonnen"

Bückeburg (rc). Die Arbeiten in der Bückeburger Niederung sind mit der Renaturierung eines insgesamt 1,2 Kilometer langen Altarms der Aue abgeschlossen. Weit über 200 000 Euro wurden in den vergangenen neun Monaten ver- und umgebuddelt. Im Sommer kommen noch drei größere Teiche dazu, mit denen besonders für Rastvögel Refugien geschaffen und die Ansiedlung des in dieser Gegend inzwischen ausgestorbenen Laubfrosches forciert werden soll. Während eines Ortstermins stellten der Förderverein Bückeburger Niederung sowie die beteiligten Kommunen, Stiftungen und Sponsoren einem geladenen Publikum vor, was mit den Geldern geschehen ist.

veröffentlicht am 16.06.2007 um 00:00 Uhr

Rechts der neue Altarm der Aue, links der ausgebaggerte alte Alt

Neben demökologischen Aspekt dient die Maßnahme auch dem Hochwasserschutz. Zum einen steht der jetzt neue Altarm bei Hochwasser als zusätzlicher Auffangraum zur Verfügung. Außerdem wurden im Verlauf des neuen Arms Verwallungen aufgeschüttet, die der Aue zusätzlichen Raum bei Hochwasserlagen geben. Allerdings seien die Verwallungen zum Teil zu niedrig ausgefallen, ebenso einige Böschungsbereiche, wie am Rande von Eigentümern kritisiert wurde, die Hochwasser auf ihren Wiesen befürchten. Hier seien Nachbesserungsarbeiten erforderlich. "Wir waren nur am Anfang mit im Boot, danach hat keiner mehrmit uns geredet." Vorwürfe, die der Förderverein zurückwies: "Es ist nicht so schwierig, einmal zum Telefonhörer zu greifen." Beim Ortstermin an dem Einlaufwerk, wo die Aue vom Alt- in den Neuarm geleitet wird, erinnerte der Vorsitzende des Fördervereins, Egbert Schulz, an das 2005 eingeleitete Mediationsverfahren, mit dem die Interessen von Eigentümern, Kommunen, Umweltschutz und Naherholung unter einen Hut gebracht wurden. "Überwältigender Konsens" sei die Öffnung des Altarms gewesen. "Obwohl wir eine abiotische (leblose) Maßnahme durchgeführt haben, haben wir Voraussetzungen für neues Leben geschaffen. Es wird spannend zu beobachten, wie sich hier alles entwickelt", sagte Schulz mit Blick auf blanke Ufererde und unbewachsene Wasserbausteine. In wenigen Jahren werde nicht mehr zu sehen sein, dass hier der Mensch eingegriffen hat, werde das Ufer von Auewäldern bewachsen sein und die Natur Einzug gehalten haben. Selbst die Ansiedlung von Bibern schloss Schulz nicht aus: "Wir sind stolz, dass die Aue nunmehr ihre Freiheit zurückgewonnen hat." Ursula Krahtz als Vertreterin des Landkreises und Vize-Bürgermeister Horst Schwarze als Vertreter der Stadt Bückeburg lobten besonders das Engagement des Fördervereins und das Beschaffen der Mittel. "Hier haben Ehrenamtliche viel Arbeit geleistet."



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