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Bernd Schönemann 364 Tage Eilser Bürgermeister / Bekenntnis zum "Neukauf"

"Die Arbeit ist vielseitig und macht auch noch Spaß - jedenfalls meistens"

Eilsen. Am 1. November 2006 hat Bernd Schönemann die Nachfolge von Heinz Wischnat als Chef im Eilser Rathaus angetreten. Heute ist das erste Jahr seiner Amtszeit um. LZ-Redakteur Dr. Thomas Wünsche zog gemeinsam mit dem Samtgemeindebürgermeister eine Zwischenbilanz des Erreichten.

veröffentlicht am 01.11.2007 um 00:00 Uhr

Aufgeräumt: Bernd Schönemann sind größere Enttäuschungen bislang

Herr Schönemann, von Eilsen schon genervt oder vielleicht gelangweilt? Von Eilsen weder genervt noch gelangweilt. Die Arbeit als Bürgermeister ist vielseitig, interessant und macht auch noch Spaß - jedenfalls meistens! Sie nimmt natürlich auch viel Zeit in Anspruch, gerade auch abends und am Wochenende. Das man in bestimmten Situationen - nicht von Eilsen allgemein - auch einmal genervt ist, denke ich schon, wobei dies sicherlich auch in anderen Berufen der Fall ist!? Was läuft denn unter Bernd Schönemann anders als unter Heinz Wischnat? Zu dieser Frage werde ich sicherlich keine Beispiele nennen, die heute anders/besser laufen als unter meinem Vorgänger - schließlich wurde auch hier von allen Beteiligten über 30 Jahre eine gute Arbeit geleistet. Dennoch gilt: Nichts ist so gut, als dass man es nicht besser machen kann! In diesem Sinn versuche ich, zusammen mit allen Mitarbeitern, für die SG Eilsen das Beste zu geben und so zu einer Steigerung der Lebensqualität unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten beizutragen. Als wir uns nach Ihren ersten 100 Tagen an gleicher Stelle unterhalten haben, haben Sie erklärt: Die Zahl der richtigen Beschlüsse darf nie unter 51 Prozent liegen! Wo liegt denn heute, nach zwölf Monaten, Ihre persönliche Erfolgsquote? Ich bin erstens natürlich der festen Überzeugung: nicht unter 51 Prozent. Ich schließe zweitens aber nicht ganz aus, dass diese Frage von unterschiedlichen Personen bestimmt auch unterschiedlich bewertet wird. Auf welches Projekt, an dessen Gelingen Sie als Samtgemeindebürgermeister maßgeblich beteiligt waren, sind Sie am meisten stolz? Priorität hat und wird auch in Zukunft die Verbesserung der Attraktivität des Wohn- und Lebensstandortes "Eilsen" haben. Insofern haben wir mit dem Übergangskindergarten im Gemeindehaus, der Einrichtung der ersten Krippenplätze im Kindergarten an der Schulstraße, den Planungen zum neuen Kindergarten hinter dem Jugendheim und der hiermit verbundenen Verlegung des Schulhofes von der Nord- auf die Süd/Sonnenseite der Schule schon einiges erreicht. Hier wurde gut und pragmatisch mit der Ev. Kirchengemeinde und dem Ev. Kindergarten zusammen gearbeitet, so dass nach derzeitigem Stand noch im November mit dem Bau des neuen Kindergartens, in dem dann auch Hortkinder betreut werden können, begonnen werden kann. Was war denn in den zurückliegenden zwölf Monaten die größte Enttäuschung, die sie als Eilser Bürgermeister erlebt haben? Von größeren Enttäuschungen bin ich glücklicherweise bisher verschont geblieben - vielleicht haben aber auch die richtigen Beschlüsse (siehe oben) ein wenig dazu beigetragen. Die Kontaktpflege zu den Eilser Firmen scheint nach einem vielversprechenden Start ins Stocken gekommen zu sein ... Der Schein trügt. Gerade in diesem Monat hat wieder eine Besichtigung einer großen Luhdener Firma stattgefunden - allerdings auf Wunsch des Inhabers ohne Pressebeteiligung. Desweiteren soll noch in diesem Jahr die Firma Wissmann Electronic GmbH, die unter anderem Steuerungen für Kläranlagen mit individueller Programmierung entwickelt, besucht werden. Nicht zuletzt wurden im Beisein des Landrates Heinz Gerhard Schöttelndreier gemeinsam die neuen Gebäude der Firma Bahr Modultechnik eingeweiht. Denk ich an Eilsen in der Nacht ... Was macht Ihnen am meisten Sorgen, wenn Sie an die Zukunft der Samtgemeinde denken? Glücklicherweise habe ich nachts keine Schlafprobleme, so dass ich zu dieser Zeit nicht an Eilsen denke, auch noch keine Albträume in dieser Richtung hatte. Aber im Ernst - die SG Eilsen ist vielseitig aufgebaut, verfügt über einen sehr gepflegten Kurpark, schöne und attraktive Baugebiete sowie einen modernen Gewerbepark mit interessanten, sofort verfügbaren Gewerbeflächen mit bester Anbindung an die BAB 2 und eine gute Infrastruktur. Ich denke, an der Verbesserung dieser Grundlagen muss ständig gearbeitet werden, gerade unter dem Aspekt der sich ändernden demographischen Entwicklung. Ein wenig Sorge bereitet mir hier die Tatsache, dass auch in der SG Eilsen die Zahl der Bürger in den letzten Jahren zurück gegangen ist. Nun sind Sie neben Ihrem Amt als Eilser Bürgermeister auch Chef des Kur- und Verkehrsvereins. Welche Akzente werden Sie in dieser oder jener Funktion setzen, um den Kurort für Gäste künftig noch attraktiver zu machen? Allein in Niedersachsen gibt es 52 Kurorte, die allesamt um die Gunst der Gäste buhlen. Klar im Vorteil sind hier natürlich Orte an der See und in anderen exponierten Lagen. Die vergleichende Kurortanalyse des Heilbäderverbandes aus dem Jahr 2003 hat einige Bereiche für Bad Eilsen aufgezeigt, die es zu verbessern gilt, unter anderem die Einkaufssituation und die Sauberkeit von markanten Plätzen, wo Bad Eilsen bislang leider im hinteren Feld der Kurorte zu finden ist. Ich bin deshalb froh, dass der Rat der Gemeinde Bad Eilsen im Juli 2007 mit großer Mehrheit beschlossen hat, die Samtgemeinde Eilsen mit der Änderung des Flächennutzungsplanes dahingehend zu beauftragen, dass auf dem Gelände der ehemaligen "Schaumburg Klinik" der Bau eines Edeka-Neukauf-Marktes ermöglicht werden kann. Dies würde die oben erwähnte Einkaufssituation der Eilser Bürger und der Gäste verbessern und gleichzeitig dazu beitragen, dass eine "Schmuddelecke" - vielleicht die Größte - der Vergangenheit angehört.

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