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Nacht der Kirche in Kathrinhagen: Kabarettist Dr. Matthias Schlicht lässt Gäste die Lachmuskeln spüren

Die Angst der Pastoren vormöffentlichen Auftritt

Kathrinhagen (la). "Es gibt die Angst der Pastoren voröffentlichen Auftritten am Sonntag", verrät Dr. Matthias Schlicht und stimmt die zahlreichen Besucher in der Katharinen-Kirche mit einem Lied auf sein Kabarettprogramm ein. Zur Melodie von Reinhard Meys "Über den Wolken" teilt er dem Publikum die Gefühle eines Pastors mit, der auf die Kanzel fegt, den Faden seines Manuskripts verliert und trotzdem meint, dass das Predigen über den Leuten grenzenlos sein müsse.

veröffentlicht am 11.09.2007 um 00:00 Uhr

Der Kabarettist Dr. Matthias Schlicht bringt die Lachmuskeln der

"Ich hör mir so gerne zu. Oh Schreck, ich hab das Manuskript verloren und von fern dröhnt monoton, nur das Schnarchen der Senioren", sang der Theologe und brachte die Lachmuskeln der Zuhörer mehr und mehr in Bewegung. Nichts war dem Kirchen-Kabarettisten fremd. Vom Oral-Sex bis zur Tupperware, die ihnschließlich in die AT-Selbsthilfegruppe (Anonyme Tupperaner) brachte, reichte sein Streifzug durch das "ganz normale Leben". Besonders nahm er die Verkehrsprobleme in Wunstorf auf die Schippe, wo er fast täglich auf seinem Weg von Hannover nach Loccum an den vielen Ampeln steht. "Die haben die Wunstorfer für einen Euro das Stück bei eBay ersteigert und gleich 150 Stück gekauft." Als Geheimwaffe einer Kirchengemeinde für volle Bänke am Sonntagmorgen nannte Dr. Schlicht einen Pastor mit dem Aussehen Salomos. Der Auftritt von Dr. Schlicht war ein Höhepunkt der Nacht der Kirche in Kathrinhagen. Den Auftakt hatte ein Familiengottesdienst unter den Linden gemacht. Pastorin Dr. Heike Köhler wanderte dabei mit den Gottesdienstbesuchern von der alten zur neuen Linde und taufte dabei auch einige Kinder. Auf dem Pfarrhof herrschte reges Treiben. Kinder backten Stockbrot am Lagerfeuer und bastelten in der ehemaligen Waschküche Schmuck aus Speckstein und Löffeln und Gabeln. Das Besteck wurde mit Hämmern platt geklopft und zu Armbändern gebogen. Eine "Arbeit", die auch den Jungen eine Menge Spaß machte - und die Mamas freuten sich über ein schönes Geschenk. Für die Jugend spielte am späteren Abend die Gruppe Rasayana mit Roman Patzak (Bass), Daniel Koch (Schlagzeug) und Julian Giese (Gitarre, Gesang) Rock und Blues. "Für mich war das etwas zu laut, aber den Jugendlichen hat es gefallen und schließlich sollte für jeden etwas geboten werden", sagte eine Besucherin etwas älteren Semesters. Für Essen und Getränke war ebenfalls bestens gesorgt. Neben Kaffee, Kuchen und kalten Getränken gab es frisches Brot, das am Tag zuvor von fleißigen Helfern der Kirchengemeinde im alten Steinofen gebacken und mit leckerem Aufstrich versehen worden war. Mancher genoss dazu eine Krakauer, währenddie Kinder Hotdogs verschlangen.

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