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"Tag der offenen Tür": Jugendhof Gotteshütte setzt auf Transparenz

"Die Akzeptanz, die wir hier im Ort genießen, ist wirklich erstaunlich"

Kleinenbremen (jp). Mit einem bunten und unterhaltsamen "Tag der offenen Tür" hat sich der Jugendhof Gotteshütte in Kleinenbremen präsentiert. Traditionell öffnet der Jugendhof alle zwei Jahre im Rahmen dieser Veranstaltung seine Tore dem allgemeinen Publikum. Während sich das in den Jahren dazwischen veranstaltete Schulfest mehr an Schüler, Eltern und Angehörige richtet, ist der Tag der offenen Tür ausdrücklich für die breite Öffentlichkeit konzipiert.

veröffentlicht am 17.09.2008 um 00:00 Uhr

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"Damit wollen wir nicht nur unsere Arbeit vorstellen, es soll auch ein Dankeschön an unser Heimatdorf Kleinenbremen sein", so Jugendhofleiter Walter Dippel. "Die Akzeptanz, die wir hier genießen, ist wirklich erstaunlich." Das sei bei einer so großen Einrichtung wie der Gotteshütte in einem überschaubar kleinen Ort wie Kleinenbremen nicht selbstverständlich. "Denn", so fügt Walter Dippel etwas verschmitzt hinzu, "unsere Jungs sind ja nicht immer die bravsten. Hin und wieder gibt es schon Störungen." Ein vielfältiges Programm wurde da während des Tages der offenen Tür geboten. Für die jüngsten Besucher gab es Puppentheater, Kinderschminken und Ponyreiten, für die Älteren diverse musikalische Darbietungen, so unter anderem die Premiere des Rap-Duos "Panorama& Sky" und eine Trommelgruppe aus Bewohnern des Jugendhofs. Verzichtet wurde hingegen auf die eigentliche geplante Wasserrutsche: Trotz einer strahlenden Septembersonne waren die Temperaturen dafür einfach zu kalt. Vollstationär untergebracht sind im Jugendhof, der von der Evangelischen Stiftung Gotteshütte betrieben wird, derzeit knapp 90 Jugendliche. Weitere 40 Jugendliche werden teilstationär betreut. Zur Gotteshütte zählt auch eine Förderschule für soziale und emotionale Entwicklung. Zwei Drittel der Schüler, die dort in den Klassenstufen der Sekundarstufe I unterrichtet werden, stammen nicht aus dem Jugendhof, sondern aus dem Landkreis Minden-Lübbecke. Vermittelt werden die Jugendlichen in die Gotteshütte üblicherweise über das Jugendamt. Dabei können sich sowohl Eltern als auch die Jugendlichen selbst an das Jugendamt um Hilfe wenden. Letzteres, so Walter Dippel, komme deutlich häufiger vor, als man gemeinhin erwarten könne. Bisweilen bietet das Jugendamt auch Hilfe aufgrund von Hinweisen von dritter Seite an. Interessant dabei: "Die meisten Belegungen bei uns kommen nicht aus dem Bereich Minden-Lübbecke, sondern aus dem Bereich Schaumburg." Hinzu kommt, dass der Jugendhof Gotteshütte für den Landkreis Schaumburg die Funktion einer sogenannten Schutzstelle für Jugendliche ausfüllt. "Das bedeutet, dass Jugendliche, die von der Polizei oder dem Jugendamt aus einer akuten Krisensituation geholt werden, als erstes zu uns gebracht werden. Man spricht dabei von Inobhutnahme."

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