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Mietpreise für Ladenlokale unter der Lupe / Wichtiger Indikator für die Attraktivität einer Stadt

Die 1-A-Lagen gibt’s fast ein Drittel günstiger

Hameln (ni). Der Wert von Immobilien in Hamelns 1-A-Lagen ist innerhalb der vergangenen zehn Jahre um 30 Prozent gesunken. Das geht aus der jüngsten Marktstudie des Immobilienmaklers Lührmann hervor. Damit sind die Mietpreise für Ladenlokale in Hamelns Hauptgeschäftsstraßen auf das Niveau vergleichbarer Städte und unter Bundesdurchschnitt gesunken.

veröffentlicht am 09.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Die Bäckerstraße – sie gehört nach wie vor zu den bevorzug

Lührmann ist auf die Vermarktung von Immobilien spezialisiert, die für den Einzelhandel genutzt werden und veröffentlicht alljährlich eine Untersuchung über die Wertentwicklung der Immobilien in den Haupteinkaufsstraßen von 253 Einkaufsstädten in Deutschland mit mehr als 30 000 Einwohnern. Die „Cityfacts 2009“ geben einen Überblick über die jüngste Entwicklung in den bevorzugten Geschäftslagen. In Hameln begrenzt sich dieser Bereich laut Studie auf den zwischen Markt und Wendenstraße gelegenen Teil der Bäckerstraße sowie das kurze Stück Osterstraße zwischen Kleine Straße und Markt. Für die gezahlten Durchschnittsmieten fallen die wenigen Häuser an der Osterstraße kaum ins Gewicht. Für sich betrachtet wird jedoch deutlich, dass sie gegenüber der Bäckerstraße abfallen: bei großen Ladenlokalen um 6 Euro pro Quadratmeter, bei den kleineren sogar um 8 bis 11 Euro.

Abwärtstrend weitgehend zum Stillstand gekommen

Nach der jetzt vorliegenden Analyse sieht es so aus, dass der Abwärtstrend in der Wertentwicklung der Immobilien in Hamelns Spitzenlagen weitgehend zum Stillstand gekommen ist. So liegt die Miete für Ladenlokale mit 80 bis 120 Quadratmetern Verkaufsfläche seit 2007 konstant bei rund 47 Euro pro Quadratmeter und unterscheidet sich damit nicht mehr von den Ladenmieten in vergleichbaren Städten. Im Durchschnitt aller 253 von Lührmann untersuchten Städte werden 60 Euro erzielt, so viel wie in Hameln noch im Jahr 2004. Am höchsten stiegen die Mieten in Hameln im Jahr 2001: auf 70 Euro.

Bei größeren Ladenlokalen von 150 bis 200 Quadratmetern Verkaufsfläche in 1-A-Lagen sind die Mieten gegenüber 2001 von 45 auf 32 Euro abgesackt, in vergleichbaren Städten von rund 41 auf 36 Euro. Der Durchschnittspreis aller 253 Städte entwickelte sich dagegen im gleichen Zeitraum stetig nach oben – von 41 auf jetzt rund 47 Euro. Nur bei den ganz großen Läden mit 1200 bis 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche bewegen sich die Mieten in Hameln mit 20 Euro pro Quadratmeter seit zwei Jahren auf Durchschnittsniveau. Von 1999 bis 2006 ergab sich ein anderes Bild: In Hameln wurden 25 Euro gezahlt, in vergleichbaren Städten 15, im Durchschnitt 17 Euro.

Weitaus weniger Bewegung ist der Lührmann-Studie zufolge in den Kaufpreisen für Immobilien in Hamelns bester Geschäftslage. Seit 2005 fallen sie nicht, machen allerdings auch den leichten Anstieg nicht mit, der im gleichen Zeitraum bei vergleichbaren Städten sowie im Durchschnitt aller 253 untersuchten Städte erkennbar ist.

Die Höhe der Mietpreise in den 1-A-Lagen ist einer der wichtigsten Indikatoren für die Attraktivität des Standortes. Denn teuer bezahlt werden können Ladenlokale nur, wenn die Umsätze stimmen. Die gesunkenen Mieten in Hameln zeigen damit zumindest eines: Die Zeiten, dass die Rattenfängerstadt ihren Mitbewerbern um die Gunst der Kunden weit voraus war, sind längst vorbei. Städte wie Hildesheim und Detmold hätten aufgeholt und seien mit ihrem „sehr gut sortierten Angebot für viele Bewohner des Hamelner Umlandes vielleicht zu einer Alternative geworden“, so Lührmann-Pressesprecher André Stark.

Gewisse Zurückhaltung potenzieller Investoren

Inwieweit sich die Eröffnung der Stadt-Galerie auf die Situation in Hameln auswirkt, ist laut Starck heute noch nicht abschließend zu beurteilen. Erkennbar sei allerdings „eine gewisse Zurückhaltung aufseiten potenzieller Investoren“. Einzelne Filialisten interessierten sich zwar für eine Ansiedlung in der Fußgängerzone, wollten jedoch offensichtlich noch abwarten, ob und wohin sich die Top-Lagen in der Stadt verschieben. Die Prognose vor dem Hintergrund dieser Unsicherheit: „Die Mieten könnten vorübergehend weiter abfallen.“ Wie sich Hamelner Stadt-Galerie und die Entwicklung der Fußgängerzone letztlich miteinander vertragen, werde sich erst zu einem späteren Zeitpunkt zeigen, vermutet Stark.



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