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Jürgen von der Lippe gastiert in Minden

Dick ist mal schick und mal spitzbübisch

Bückeburg/Minden. 60 Jahre ist er gerade alt geworden, und die Hälfte dieser Zeit als Humorist auf deutschen Bühnen aktiv: "Das Beste aus 30 Jahren" präsentierte Jürgen von der Lippe, der vor sechs Jahrzehnten als Hans Jürgen Dohrenkamp das Licht der Welt erblickte, bei seinem jüngsten Auftritt in der Kampahalle. Das Alter merkt man ihm nicht an, so pennälerhaft und rotzfrech kommt sein Humor auch heute noch daher. Auch sein optisches Markenzeichen, das in allen nur erdenklichen Farbstellungen gemusterte Hawaiihemd, durfte bei dem Auftritt in der Kampahalle nicht fehlen.

veröffentlicht am 24.06.2008 um 00:00 Uhr

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Autor:

Johannes Pietsch

Jürgen von der Lippes Witze sind niedlich, schnorrig, spitzbübisch und fast immer unter der Gürtellinie. Sein kurvenreicher Wortwitz, gerne verzettelt mit umgangssprachlichen Floskeln, hat in den 30 Jahren Showgeschäft nicht gelitten. Doppeldeutig und leicht sarkastisch geprägte Texte über dennormalen Alltagswahnsinn und Momente aus dem Leben eines jedem im Publikum - gerade das zeichnet ihn generationsübergreifend aus und ist eines seiner Markenzeichen. Wie vor Jahren die Münchner Lach- und Schießgesellschaft in Dieter Hildebrandts "Mustermann", hat sich auch Jürgen von der Lippe der Frage gestellt, was wäre, wenn statt der Frauen die Männer ihre Tage bekämen. "Wir würden uns nicht mit einer Always Ultra begnügen, sondern hätten eine Matratze in der Hose. Und Tampons würden wir nicht verschämt im Handtäschchen mit uns herumtragen, sondern im Patronengurt." Vegetarier nennt er Vegeterroristen und begründet, warum vegetarische Frauen keinen Orgasmus bekommen: "Die können es sich einfach nicht erlauben, dass so ein Stück Fleisch ihnen eine solche Freude bereitet!" Dazu gibt es Lippe-typische Gitarrenlieder, begleitet vom langjährigen musikalischen Weggefährten Mario Hehne und erstmalig von Iris Wehner an der Wunderorgel. Selbstironie? Von der Lippe hat sie pfundweise im Gepäck, wenn er "Dick ist schick", "XL Luxusmodell" oder "Ich hab alles, was ich brauch ... und nen Bauch" trällert. Als Zielscheibe dürfen aber auch gerne die lieben Kollegen herhalten, wie Mario Barth, Helge Schneider oder Herbert Grönemeyer, deren stimmliche Parodien ein ums andere Mal für Lachsalven sorgen. Aber auf einen hat sich der Entertainer aus Bad Salzuflen seit Jahren mit einer Wonne eingeschossen, die schon fast an Sadismus grenzt: "Was ist das?" fragt Jürgen von der Lippe und streckt beide Arme in die Höhe. "Peter Maffay, der einen Kinderwagen schiebt."

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