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Aktive Integrationsarbeit mit den Mitteln der Kunst / Wie geht es weiter?

Dialog unterschiedlicher Sehweisen: Initiative "Mensch e.V." stellt aus

Rinteln (ur). Bereits vor Monaten vereinbarte die Sparkasse mit dem Verein "Mensch e.V." eine Kunstausstellung im Foyer des Instituts an der Klosterstraße - und damals war noch nicht zu ahnen, wie aktuell das Thema der Integrationsarbeit dieser Initiative zum Zeitpunkt der Ausstellung tatsächlich sein würde.

veröffentlicht am 14.06.2007 um 00:00 Uhr

Inzwischen ist nämlich die im Vorstand tätige Antonina Li gemeinsam mit ihrer Tochter Tata durch einen Bescheid des Ausländeramtes von der Ausweisung bedroht - solidarisch betroffen davon sind auch ihr geschiedener Ehemann Artur und ihr Sohn Kin, der zur Zeit sein Abitur am Gymnasium Ernestinum abschließt. Alle Familienangehörigen sind mit eindrucksvollen Arbeiten in der Ausstellung vertreten, die noch bis zum 23. Juni zu sehen ist. Bei einer ersten Sichtung stechen besonders die Arbeiten "Saison Schmetterling" von Kin Ovanesov und "Kurdischer junger Mann" bzw. "Frau Laster" von Artur Ovanesov ins Auge. Darüber hinaus dokumentieren die zahlreichen anderen Arbeiten von Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen Herkunftsländern, wie kreativ und einfühlsam Antonina Li und ihre Mitstreiter von "Mensch e.V." Anregungen vermitteln und dieser Gruppe helfen, ihre Umgebung positiv wahrzunehmen und sich ihrem neuen Heimatland zu öffnen. Naturgemäß sind die Arbeiten nicht nur in sehr unterschiedlichen Techniken gehalten, sondern auch auf höchst unterschiedlichem formalen Niveau. Einige sind von den Mühen des Anfangs geprägt, andere lassen schon entwickelte Könnerschaft aufblitzen und manche kann man auch bei Wahrung kritischer Distanz bereits als eigenständige Kunstwerke von ausgeformter Qualität akzeptieren. Dabei vermitteln die ausstellenden Teilnehmer durchweg den Wunsch, sich einem hiesigen Publikum zu zeigen und in Kommunikation mit dem neuen sozialen Umfeld zu treten. "Es tut mir weh, wenn diese Jugendlichen von manchen pauschal als potenzielle Kriminelle abqualifiziert werden", meint Antonina Li angesichts einer Folge künstlerisch gestalteter Fotos, in denen sich diese jungen Leute ausdrücken. "Und es müsste unserer Gesellschaft eigentlich wehtun, dass so eine aktive Integrationsarbeit durch administrative Instanzen auf der Basis des Ausländerrechts in Frage gestellt wird", meinte dazu spontan eine Ausstellungsbesucherin nach dieser Äußerung. Inzwischen hat auch das Lehrerkollegium am Ernestinum seine Anstrengungen für die Sicherung des Bleiberechts seiner Schülerin Tata und deren Mutter verstärkt. Dass die Initiative für die bislang so erfolgreiche Solidaritätsaktion von den Schülern ausging, verdient ganz sicher besondere Aufmerksamkeit: "Wir erwägen derzeit, im gemeinschaftskundlichen Unterricht mit regionalen Politikern unterschiedliche Ebenen über das Ausländerrecht ins Gespräch zu kommen - geführt an diesem aktuellen Beispiel", heißt es dazu von Schulleiter Reinhold Lüthen.



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