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Künstler Horst Wollenberg berichtet von seiner Flucht aus der DDR

Deutsche Geschichte hautnah

Hameln. Den Schülerinnen und Schülern des Viktoria-Luise-Gymnasiums wurde eine große Ehre zuteil, hatte doch der Künstler Horst Wollenberg nicht nur ihre Schule ausgewählt, um sein in der Schule ausgestelltes Kunstwerk zu präsentieren, sondern er hatte sich auch bereiterklärt, als Flüchtling der DDR zu ihnen zu sprechen.

veröffentlicht am 11.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 14.11.2016 um 17:16 Uhr

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Gefesselt hörten die Schüler der Geschichtskurse des Viktoria-Luise-Gymnasiums zu, als Horst Wollenberg, nach einer kurzen Einleitung des Schulleiters Rainer Starke, von der Entstehung und Intention seines Kunstwerkes und nicht zuletzt über sich und seine Flucht aus Ost-Berlin berichtete. Hierbei las Wollenberg erstmalig aus seiner Biografie vor.

Durch die authentische und charmante Vortragsweise fiel es den Schülern leicht, sich in die Gefühlswelt eines jungen Menschen im Ost-Berlin der fünfziger Jahre hineinzuversetzen. Spätestens als die Schüler die Erlebnisse des jungen Horst Wollenberg vom Aufstand des 17. Juni 1953 in der DDR und seiner bald darauf folgenden Flucht aus der DDR hörten, setzten Nachdenken und Mitgefühl ein.

Das im Hintergrund positionierte Kunstwerk Wollenbergs untermauerte hierbei durch zahlreiche versteckte Elemente jeden seiner geschilderten Eindrücke. Insgesamt sind in der Collage, welche im Geschichtsfachraum des Viktoria-Luise-Gymnasiums zu finden ist, um die 90 Ereignisse rund um die Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges verarbeitet.

Den Schülern wurde im Laufe des Vortrages jedoch nicht nur das Kunstwerk präsentiert und ein Einblick in das Leben eines DDR-Flüchtlings gewährt, ihnen wurden auch anhand von Beispielen Grundgedanken der Geschichte verdeutlicht. „Erinnern ist das Wichtigste im Leben!“, sagte Horst Wollenberg, als er über seine Tätigkeit als Elektriker einer Haftanstalt in Ost-Berlin kurz nach den Ereignissen des 17. Juni 1953 berichtete. Er erkannte, dass er durch seine Teilnahme an den Protesten einer der Inhaftierten hätte sein können.

So nahmen die Schülerinnen und Schüler des Viktoria-Luise-Gymnasiums nicht nur geschichtliche Kenntnisse mit aus dem Vortrag. Die Jugendlichen erkannten auch den Wert der Erinnerung und realisierten so die enorme Wichtigkeit von Geschichte.



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