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Mitarbeiter von Jugendeinrichtungen diskutieren / Professionelle Distanz wahren

Deutlich höhere Anforderungen der Betriebe an die Schulabsolventen

Extertal (rd). D er Verein "JuKulEx e.V." und das Kreisjugendamt Lippe hatten zu einem Fortbildungstag unter der Fragestellung "Wie gehen wir mit Zukunftsängsten Jugendlicher um?" ins Dorfgemeinschaftshaus Almena Mitarbeiter von Jugendeinrichtungen, kirchliche Mitarbeiter, Lehrer und Schüler eingeladen.

veröffentlicht am 18.02.2008 um 00:00 Uhr

Holger Nickel vom Blaukreuz-Zentrum in Bad Salzuflen stellte die Erkenntnisse der jüngsten Shell-Jugendstudie über "Zukunftsfragen Jugendlicher" vor. Die großen Fragen von Jugendlichen seien im Vergleich zur letzten Studie im Jahr 2002 zwar ähnlich geblieben, so Nickel, doch die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen hätten sich verändert. Die Anforderungen der Betriebe an Schulabsolventen seien deutlich angestiegen. Für Jugendliche aus sozial schwachen und bildungsfernen Familien steige damit das Risiko, keinen Ausbildungsberuf zu finden. Über 70 Prozent der Befragten hätten angegeben, dass sie Familie einen hohen Wert zumessen. Die meisten würden ihre Eltern als unterstützend erleben. Allerdings würden viele den Halt verlieren, wenn die Familie durch finanzielle Schwierigkeiten unter Druck gerate oder durch Trennung der Eltern auseinander auseinander breche, so Holger Nickel. Misstrauen gegenüber als unglaubwürdig erlebten Erwachsenen, die Furcht, nicht anerkannt und geliebt zu werden und ein mangelndes Selbstwertgefühl seien Faktoren, die bei Jugendlichen heute Ängste auslösen. Für Menschen, die mit Jugendlichen arbeiten, sei es deshalb wichtig, die jungen Menschen beratend zu begleiten, Selbständigkeit und Selbstwert zu fördern und ihnen als authentische Vorbilder eine klare Orientierung zu bieten.In der Diskussion, die sich an den Vortrag anschloss, spielte unter anderem die Frage eine Rolle, wie viel Nähe bzw. Distanz ein Berater zu einem Jugendlichen einnehmen müsse. Heike Wagenführ vom schulpsychologischen Dienst in Lippe sprach sich dafür aus, eine professionelle Distanz zu wahren, den Hilfe suchenden Jugendlichen jedoch Wertschätzung zu vermitteln für alle kleinen Schritte, die sie geschafft hätten. "Was kann man tun, wenn man bei jungen Menschen in der Schule Probleme sieht, aber die Jugendlichen Hilfe ablehnen?" Petra Esch-Hodde, Lehrerin an der Realschule Extertal, stellte diese Frage zur Diskussion. Ein Gesprächsteilnehmer meinte, es sei verständlich, dass Schüler keine Hilfe bei Lehrern suchten, da sie diese häufig als Gegner wahrnehmen würden. Heike Wagenführ riet, zunächst zu klären, wo die Ursachen für die Probleme liegen: In der Schule, in der Familie oder im Freundeskreis? Nur bei schulisch bedingten Problemen könne die Schule wirksam helfen. In den anderen Fällen sollten Familienberatungsstellen oder andere Fachleute hinzugezogen werden. Welche Institutionen, Ärzte und Kliniken in der Region um Rat und Hilfe gebeten werden können, das stellte die Psychologin in ihrem Vortrag dar. Heike Wagenführ wies darauf hin, dass die Wartezeiten bei Beratungsstellen zum Teil recht lange seien. Heike Wagenführ machte den Anwesenden jedoch Mut, die Betroffenen zu ermuntern, sich in Krisen professionelle Hilfe zu suchen.



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