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Rathauschef rügt SPD-Artikel im "Buchholzer Boten" / Neue Lösung gegen Raumfeuchte im Feuerwehrhaus

"Der Vergleich mit einem Fön ist völlig daneben"

Buchholz/Ahnsen (tw). Was muss noch geschehen, damit die Einsatzkleidung der Buchholzer Blauröcke - endlich - trocknet? Nachdem das Problem der Raumfeuchte im Feuerwehrhaus auch in fünf Ausschusssitzungen nicht in den Griff zu bekommen war, glaubt der Eilser Bauausschuss unter Vorsitz von Heinz Grabbe (SPD) jetzt eine Lösung gefunden zu haben. Eine Fachfirma soll Schäden am Fundament ausbessern - in der Hoffnung, dass dann die Temperaturen im Inneren des Gebäudes auf wenigstens sieben Grad Celsius ansteigen.

veröffentlicht am 05.02.2008 um 00:00 Uhr

Frank Rinne

Die Vorgeschichte: Rat und Verwaltung hatten die Alternative verworfen,über die Stadtwerke Schaumburg-Lippe eine komplett neue Heizung zu installieren, denn: "Das", erinnert Eilsens Bürgermeister Bernd Schönemann, "hätte etwa 15 500 Euro gekostet". Diese Investition indes rechne sich nicht, denn: "Die Kameraden treffen sich im Sitzungsraum, der durch einen Nachtspeicherofen beheizt wird, nur alle zwei Wochen", weiß Schönemann. Bei diesen insgesamt 26 Zusammenkünften im Jahr werde etwa 13 Mal die Heizung benötigt. Ergo hatten sich die Politiker entschlossen, nur eine Lösung für die Fahrzeughalle respektive die Feuerwehrkleidung zu suchen. Kernüberlegung dabei: Es reicht nicht, den Raum bloß aufzuheizen, sondern die aus der Kleidung entweichende Feuchtigkeit muss ihn auch verlassen können. Die Politiker entschieden sich daher im Samtgemeindeausschuss einstimmig für das Angebot einer Bad Eilser Elektrofirma, einen "Sorptions-Entfeuchter" zu installieren. "Man muss allerdings zugeben, dass das Gerät nicht unseren Erwartungen entspricht", bedauert der Samtgemeindebürgermeister. Denn der Sorptions-Entfeuchter ziehe zwar die Nässe aus der Kleidung, erwärme den Raum aber lediglich auf sechs Grad Celsius - "sieben oder acht Grad sollten's jedoch schon sein." Daher soll jetzt zunächst das Tor respektive die Tür des Feuerwehrhauses besser abgedichtet werden; in einem weiteren Schritt soll eine Fachfirma dann die bereits eingangs erwähnten Ausbesserungen am Fundament vornehmen, um so einen weiteren Anstieg der Raumtemperatur zu erreichen. Doch wie auch immer. Völlig "daneben" sei jedenfalls ein Artikel, den der Buchholzer Ratsherr und SPD-Ortsvereinschef Frank Rinne kürzlich in der Parteipostille "Buchholzer Bote" unter der Überschrift "Der Fön als Heizung?" verfasst hat. Dort heißt es: "Letztendlich wurde für die Fahrzeughalle ein reiner Luftentfeuchter mit einer Leistung von 840 Watt angeschafft und installiert. Zur Zeit wird der benötigte Wärmebedarf in der Fahrzeughalle nicht gedeckt. Ähnlich vergleichbar ist es, wenn Sie ihr Haus mit einem Fön beheizen. Derzeit befinden sich schon handelsübliche Modelle mit 1800 Watt Leistung auf dem Markt! Da die Entscheidung zur Installation des Luftentfeuchters abschließend im Samtgemeindeausschuss gefallen ist, wünsche ich den Betroffenen bei der nächsten Entscheidung mehr Weitblick." - Schönemann hat sich zum Thema "Fön" in der Internet-Enzyklopädie "Wikipedia" schlau gemacht. Dort heißt es zu dessen Funktionsweise: "Mittels eines Gebläses wird Luft über stromdurchflossene Glühwendeln geleitet. Die Wendeln des Föns sind auf isolierendes Glimmermaterial aufgewickelt. Die so erzeugte Warmluft wird durch das nasse Haar geblasen. Dabei sollte man Überhitzung des Haares vermeiden. Wassermoleküle im Innern des Haares könnten ansonsten Reaktionen zeigen, die den Haarstrang zerstören." - Der Samtgemeindebürgermeister mit Nachdruck: "Frank Rinnes Vergleich ist nicht nur unsachlich, er verunglimpft wider besseren Wissens den Samtgemeindeausschuss als Ganzes." Ortswechsel: Der Wunsch der Freiwilligen Feuerwehr Ahnsen, den etwa 30 Jahre alten mit Latex gestrichenen und inzwischen abgenutzten Estrich zu ersetzen, wird von den Politikern zunächst zurückgestellt. Grabbe: "Bringen wir da Fliesen an, womöglich auch noch an den Wänden, dann haben wir ein Schlachthaus." Das könne nicht im Sinne des Ausschusses sein. Wie auch der übrige Ausschuss plädiert Grabbe statt dessen für einen neuen Anstrich mit einer entsprechenden Versiegelung.

B. Schönemann
  • B. Schönemann


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