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Entspannt, freundlich, lässig: Lindenberg stellt sein Show-Konzept für Hannover vor

Der Udo hat den Hut auf

Zwei Weggefährten rocken im nächsten Jahr die Republik – und beide kommen nach Hannover: Udo Lindenberg und Peter Maffay haben die Konzepte ihrer Shows vorgestellt. Autor Henner E. Kerl hat beide getroffen. Heute lässt er Udo zu Wort kommen, am nächsten Samstag erzählt Maffay, was die Fans erwartet. Doppelt rockt eben besser.

veröffentlicht am 15.11.2014 um 03:44 Uhr

Hannover. Es gibt Begegnungen, die brauchen nicht viel Worte, die funktionieren mit wenigen Vokalen und Konsonanten. „Hi, Udo, mein Name ist Udo.“ – „Hey, Udo, komm ran.“ Das war’s schon. Lindenberg und Lüders Arm in Arm. Für ’nen Schnappschuss. Musiker unter sich. Blindes Verständnis. Lüders, einer von der Presse und „Hobby-Gitarrero“, wie ihn Lindenberg wohl nennen würde, dessen Saxofonist ja schließlich auch „der Chef meiner Pustefix-Truppe“ ist. Lindenberg selbst ist natürlich der Mann mit dem Hut, daran ändert sich nie was, damit steigt er vermutlich in die Gruft, direkt von der Bühne, eines fernen Tages. „Rente is’ nich’. Ich mache meinen letzten Atemzug irgendwann mal auf der Bühne“, lässt der Panikrocker verlautbaren, als die Schar knipsender Fotografen und aufgescheuchter Journalisten seinen nuschelnden Worten in den VIP-Räumen der HDI-Arena Hannover zu folgen versucht. Nächstes Jahr serviert Lindenberg hier kein Konzert, sondern eine Show, eine Rock-Revue, ein was auch immer. 100 Künstler sind daran beteiligt. 300 Mitarbeiter arbeiten im Hintergrund.

Da steht er, locker in der Hüfte, wippend in den Knien. Roter Gehrock, brauner Hut, dunkle Sonnenbrille. Rauch steigt auf; allein der blaue Dunst wird Kunst, wenn er nur zwischen Lindenbergs sinnlichen Lippen hinausquillt. Hannover sei „Hardrockcity“; er freue sich auf den Gig und hüllt seine Freude in Worte ein, wie es nur ein Udo Lindenberg kann: „Dass ich die Nachtigall in diesem Kunstwerk sein darf, das is’ ’ne echt große Ehre, ja“, sagt er im Hinblick auf die Show am Freitag, 10. Juli. Über 20 000 Tickets sind schon verkauft worden. Vom Ball Pompös im Sonderzug nach Pankow und nun als Udonaut ins Universum: Im Alter von 68 hebt Lindenberg ab und kommt völlig losgelöst richtig in Fahrt. Er verlässt die Clubs und Konzertsäle und erobert die Fußballstadien, die er eigentlich nie wollte, „weil mir das zu weit weg ist von den Fans, zu anonym“, nuschelt der Protagonist, aber mit seinem Team hat er eine Lösung gefunden, eine wahnwitzige. Er schwebt als Udonaut mit einer Art fliegenden Untertasse oder Raumgleiter durchs gesamte Stadion! Technisch eine Meisterleistung. So kann er den Fans näherkommen und „auf die Reizwäsche rücken“.

Dass Hannover als Spielstätte auserkoren wurde, dürfte in Lindenbergs kajalunterstützten Augen logische Konsequenz sein. Die Arenen in Düsseldorf und Leipzig waren in diesem Sommer viermal ausverkauft; 200 000 feierten ihren Udo. „Nach’m heißen Osten und dem wilden Westen geht’s nun in den coolen Norden, in die rockige Mitte“, sagt er und fügt hinzu: „Der Astronaut muss weiter. Die Fans fordern das vehement. Der Panikpräsident gibt dem Ruf des Volks nach.“ In Hannover habe er sich immer wohlgefühlt, „die Stadt werden wir zusammen entdecken, ich bin dann zwei Wochen hier“. Die Show will gut vorbereitet sein.

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Lindenberg, das Original. Keiner ist entspannter und lässiger. Peter Maffay bezeichnete ihn mal als denjenigen, der quasi als einziger von allen im deutschen Rockbusiness genauso ist, wie er sich gibt, keiner sei cooler, keiner authentischer. Seine Art ist Kunst, der ganze Typ ist Kultur in persona. Unbändige Kreativität paart sich mit der Lust auf Rock’n’Roll. Als er jetzt mit Riesengefolge in Hannover der Presse erzählt, was im Juli im Stadion vor dann gewiss mindestens 40 000 Fans alles passieren wird, verschwendet keiner auch nur eine Silbe auf sein Alter. Das spielt keine Rolle. Lindenberg brennt vor Ehrgeiz, Rekorde zu brechen, Neues zu bieten und ein weiteres Kapitel der Rockgeschichte zu schreiben.

Udo die Nachtigall, Udo, der Mittelpunkt in einer Rockshow, die wie eine Revue inszeniert ist, wie die Revue seines Lebens. Gigantisches steht an, Action pur nonstop auf der 400 Quadratmeter großen Bühne, auf der das Panikorchester mit Chor und Tänzern und Gästen für Wirbel sorgt, während der Udonaut im Stadion umherschwebt, singend, versteht sich. 200 Lautsprecherboxen und eine 600 Quadratmeter große Leinwand sorgen für Sound und visuelle Effekte.

Der Raketenflug der Nachtigall geht weiter: Udo Lindenberg live am Freitag, 10. Juli 2015, 20 Uhr, HDI-Arena Hannover; Eintrittskarten im Vorverkauf (siehe Hinweis „Ticket-Service“)

Udo Lindenberg schwebt als Udonaut im kommenden Jahr in Hannover ein und blickt seiner Rock-Revue lässig, aber gespannt entgegen. Udo Lüders aus Egestorf bei Bad Münder traf den Namensvetter zum Gespräch in der Landeshauptstadt (Foto unten). hek

Von Henner E. Kerl und Jens Meyer



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