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Artenschutz und Renaturierung zeigen Erfolge / Eisvögel am Bach inzwischen wieder häufiger zu beobachten

Der stahlblaue Blitz fühlt sich an der Aue pudelwohl

Auetal (rnk). Selten oder gar bedroht war der Eisvogel im Auetal niemals. Ganz im Gegenteil: Als die harten Winter in den Jahren 1984, 85 und 86 notiert werden mussten, da hat nur ein Pärchen landkreisweit überlebt: Das im Auetal, erinnert sich Thomas Brandt. Und das hat seine Gründe.

veröffentlicht am 05.09.2008 um 00:00 Uhr

Unheimlich schnell: Der Eisvogel ist an der Aue wieder zu beobac

Für den einstigen Rintelner Nabu-Chef und jetzigen Leiter der Ökologischen Schutzstation am Steinhuder Meer ist es indes keine große Überraschung, dass es gerade an der Bückeburger Aue dem Eisvogel richtig gut gefällt: Gerade im Mittel- und Oberlauf, dort, wo das Wasser mal schnell, mal langsam, aber immer unregelmäßig fließt, fühlt sich der Eisvogel richtig wohl: Dort findet er dann reichlich Fische. Und die bekommt er, weil die Aue mittlerweile in vielen Bereichen durchgängig ist; die Wehre sind verschwunden, die Fische können klettern - das sichert dem Eisvogel reiche Beute. Denn fressen müsse er viel, weil er einen sehr hohen Energieverbrauch habe, erklärt Brandt: "Einen Tag nichts zu futtern - und schon ist er hin." Lob gibt es in diesem Zusammenhang für die Wasserbehörde des Landkreises Schaumburg, die an der Aue "viel richtig" gemacht habe, mein Brandt. Mit den vielen Renaturierungsmaßnahmen habe man lange Zeit den Bestand stabil gehalten, gerade nach harten Wintern hätte sich der stahlblaue Blitz im Auetaler Bereich daher immer gut halten können. Der Eisvogel ernährt sich von Fischen, Wasserinsekten und deren Larven, Kleinkrebsen und Kaulquappen. Er kann Fische bis neun Zentimeter Länge mit einer maximalen Rückenhöhe von zwei Zentimetern verschlingen. Bei lang gestreckten, dünnen Arten verschiebt sich die Höchstgrenze auf zwölf Zentimeter Körperlänge. Spektakulär ist die Jagdmethode des Eisvogels, das Stoßtauchen. Von einer passenden Sitzwarte im oder nahe am Wasser wird der Stoß angesetzt. Wenn er eine mögliche Beute entdeckt, stürzt er sich schräg nach unten kopfüber ins Wasser und beschleunigt dabei meist mit kurzen Flügelschlägen. Im Allgemeinen dauert ein Versuch nicht mehr als zwei bis drei Sekunden. Nicht jeder Tauchgang ist erfolgreich. Eine positive Artenschutz-Bilanz zieht auch Auetals NABU-Vorsitzender Rolf Wittmann nicht nur mit Blick auf den eher scheuen türkisgrünen bis metallicblauen Auebewohner: "Das sieht man auch am reichen Vorkommen von Wasseramsel und Gebirgsstelze." Drei Reviere gebe es entlang der Aue für die Eisvögel, schätzt Wittmann, eines davon um Rehren herum - also relativ nahe beim Menschen.

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