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"Wir steigen in die 1. Bundesliga auf!" Fußball-Profi Massimilian Porcello über den KSC, die Arminia und die Motivation

Der Spielmacher im Team der Nichtbeachteten

Obernkirchen/Karlsruhe (rnk). Es läuft gut für Massimilian Porcello: Mit dem Karlsruher SC klopft der beidfüßige Mittelfeldspieler laut und vernehmlich an die Tür des Fußball-Oberhauses, den Aufstieg in die 1. Bundesliga werden sich die Badener wohl nicht mehr nehmen lassen. Über die "Mannschaft der Nichtbeachteten" (SZ) undseine Zukunft sprachen Pascal Pasko und Christopher Luckenbach mit dem Schaumburger Fußballprofi, der in Obernkirchen aufwuchs und nach sechs Jahren bei Arminia Bielefeld im Sommer 2006 zum Karlsruher SC wechselte.

veröffentlicht am 23.03.2007 um 00:00 Uhr

Stark am Ball und bei Freistößen für jeden Torwart ein Alptraum:

Auf der Zielgeraden zur 1. Bundesliga schwächelt der KSC etwas. Woran liegt das? Da in dieser Saison schon viele Spiele absolviert sind und alle Teams gegeneinander gespielt haben, können sich die Teams nun besser auf die einzelnen Mannschaften einstellen. Durch Analysen oder Spielbeobachtungen hat man eigene Fehler erkannt und Stärken und Schwächen der anderen Teams herausgearbeitet. Für uns hat das folgende Auswirkungen: Unsere gegnerischen Teams spielen sehr defensiv, sind besser organisiert, stehen sehr tief in der eigenen Hälfte und machen die Räume eng. Unsere torgefährlichen Spieler werden nicht mehr unterschätzt und härter und enger gedeckt. Unsere Gegner befinden sich meist in einer Außenseiterrolle und haben nicht den Druck, gegen uns gewinnen zu müssen. Das macht frei und aktiviert Kräfte. Insofern muss jeder Sieg hart erkämpft werden - und das ist uns bewusst. Für den Aufstieg wird es dennoch reichen, oder? Wir haben 54 Punkte und 11 Punkte Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz. Wir konzentrieren uns auf unsere Stärken und lassen uns von Niederlagen nicht verunsichern. Ich bin überzeugt, dass wir aufsteigen. Wie lange läuft Ihr Vertrag noch? Ich habe im Sommer letzten Jahres einen Zwei-Jahres-Vertrag beim KSC unterschrieben. Wird die Mannschaft nach dem Aufstieg zusammenbleiben? Giovanni Federico wechselt bekanntlich zu Borussia Dortmund, ansonsten gehe ich davon aus, dass die Mannschaft zusammenbleibt. Ihr Team lebt von den Spielern, die bei anderen Vereinen nicht zum Zuge kamen, wie Sie selbst am Schluss ihrer Vertragszeit bei Arminia Bielefeld. Ist das wirklich so ein großer Ansporn? Viele Spieler waren sehr unzufrieden bei ihren alten Vereinen, da sie nicht die nötige Spielpraxis erhielten, um sich weiter zu entwickeln. Trotzdem hat jeder Spieler in den Jahren gezeigt, dass er die Qualität hat, in der Bundesliga zu spielen. Beim Karlsruher Sport-Club erhalten diese Spieler jetzt eine neue Chance und das nötige Vertrauen. Die ganze Unzufriedenheit und Enttäuschung wandeln diese Spieler nun in Motivation und Begeisterung um, dadurch erreichen sie wieder ihre hohe Qualität und spielen leidenschaftlich und eben auch erfolgreich. Möchten Sie später ins Ausland wechseln? Zu welcher Mannschaft am liebsten? Im Augenblick habe ich nur ein Ziel, das ist der Aufstieg. Die 1. Bundesliga ist dann die Basis für höhere Ziele. Deutschland ist ein tolles Fußballland, klasse Stadien, viele Zuschauer. Fußball hat einen hohen Stellenwert in Deutschland erreicht und das Interesse ist groß. Spanien, Italien und England sind interessante Länder mit Topligen. Auf den ersten Blick sieht es wie ein Witz aus: Der KSC steigt mit Ihnen auf und Ihr alter Verein Arminia ohne Sie wohl ab. Wie groß ist da die Schadenfreude? Es wäre schon kurios, wenn es so kommen würde. Man muss ehrlich sagen, dass Bielefeld in den letzten Spielen nicht überzeugt hat und zu Recht so weit unten steht. Trotzdem hoffe ich, dass der Verein den Klassenerhalt schafft.

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