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Bettina Winkelhake begründet Verzicht auf die Kandidatur / Von Haltung der Fraktion in der Edeka-Frage enttäuscht

"Der SPD fehlt ein Konzept für die Zukunft des Kurorts"

Bad Eilsen (tw). "Sie hat wegen ihrer vielen anderen (Ehren-)Ämter keine Zeit mehr für die Ratsarbeit": So war's auf der jüngsten Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Bad Eilsen in Abwesenheit von Bettina Winkelhake im Haus des Gastes gesagt worden (wir berichteten). So aber will die SPD-Ratsfrau den Grund, der jetzt zu ihrem Verzicht auf die Kandidatur bei der Kommunalwahl 2006 geführt hat, nicht verstanden wissen. Denn die wirkliche Ursache ihres Ausscheidens sei eine ganz andere ...

veröffentlicht am 21.04.2006 um 00:00 Uhr

"Ich bin lange genug dabei um zu sehen, dass der SPD im Kurort ein Konzept fehlt", erklärt Winkelhake. Und ergänzt: "Ohne ein solches Konzept aber, sehe ich meine Ratsarbeit als sinnlos an." Konkret: Die Genossin moniert, dass die Fraktion respektive Partei keine "Vision" habe, auf die sich Bad Eilsen in den nächsten zehn, 20 oder 30 Jahren hin entwickeln könne. Die Ratsfrau: "Eine solche Vision könnte zum Beispiel sein, den Kurort zu dem Seniorenbad Deutschlands schlechthin zu machen und/oder hier ein Zentrum für Alternative Medizin zu etablieren." Weil ein solches Leitbild, das gemeinsam entwickelt werden müsste, aber fehle, treffe die Fraktion lediglich adhoc-Entscheidungen und agiere gleichsam aus dem Stegreif heraus. Jüngster Ausfluss dieser Konzeptlosigkeit sei das Verhalten der Genossen in der Diskussion um die Ansiedlung des Edeka/Neukauf-Marktes auf dem Areal der früheren Schaumburg-Klinik. Winkelhake: "Hier kann ich mich auf gemeinsam getroffene Vorentscheidungen nicht verlassen." Zwar habe (auch) sie im Grundsatz nichts gegen Edeka, zumal es in der Fraktion Konsens gewesen sei, dass der "Schandfleck" Schaumburg-Klinik verschwinden müsse. Aber: "Konsens war auch, dass ein neuer Lebensmittelmarkt die für Bad Eilsen richtige Größe haben muss." Außerdem sei sich die Fraktion einig gewesen, keine Parkplätze auf der "Ecke" zwischen Arensburger- und Bahnhofstraße zuzulassen; die sollten - wie mit den Kolleginnen und Kollegen besprochen - eigentlich auf dem hinteren Teil des Geländes angelegt werden. Statt dessen habe sich die Fraktion von Edeka blenden respektive vereinnahmen lassen. "Das", sagt Winkelhake, "hat mich sehr enttäuscht". Zumal es längst nicht sicher sei, dass sich Edeka, wenn der Konzern von der Politik denn tatsächlich grünes Licht für den Bau des Marktes bekomme, in Bad Eilsen mittel- bis langfristig auch halten könne. Sollte es sich nämlich irgendwann heraus stellen, dass der Komplex mit einer Verkaufsfläche von 1100 Quadratmeter zu groß sei, um sich wirtschaftlich betreiben zu lassen, sei es vermutlich zu spät. Denn dann könnte der bestehende Markant-Markt der Konkurrenz bereits erlegen sein. "Mit der Folge, dass wir dann nicht nur einen sondern gleich zwei Leerstände im Ort haben", fürchtet Winkelhake.

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