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Emmerthaler Firma setzt seit über 90 Jahren Motoren instand / Fachkräfte mit großem Know-how

Der Service von Toussaint reicht bis nach Dubai

Emmerthal (roh). Es riecht nach Öl, nach Metall, nach Arbeit. In der Halle der Toussaint GmbH & Co. KG arbeitet Lothar Brennecke an einem Motor – wenn man das komplett zerlegte Gehäuse eines Gasmotors überhaupt noch so nennen kann.

veröffentlicht am 25.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Auf einem Tisch neben dem Motorblock liegen ausgebaute Teile, Schrauben, Dichtungen, Unterlegscheiben und vieles mehr in Reih und Glied wie auf einem Operationstisch. Mit allergrößter Sorgfalt werden alle Einzelteile gereinigt. „Einige Verschleißteile werden erneuert, wie zum Beispiel die Zylinder und Kolben“, sagt Brennecke. Seit 36 Jahren arbeitet der 52-Jährige bei dem Emmerthaler Motoreninstandsetzer – ein Familienunternehmen, das bereits 1926 gegründet wurde.

Dr. Stefan Martini erklärt, dass früher vor allem die Wehrmacht und die Luftwaffe die Instandsetzungs-Dienste in Anspruch genommen hätten. Und der Geschäftsführer berichtet weiter, dass nach dem Krieg die Bundeswehr einer der größten Kunden gewesen sei. „Aber in den 70er Jahren hat sich die Bundeswehr zunehmend selbst um die Instandsetzung ihrer Motoren gekümmert. Zum Glück hatten wir da aber schon einen großen Kundenstamm.“

Dennoch sei die allgemeine Wirtschaftskrise auch an den Emmerthaler Motorenspezialisten nicht spurlos vorüber gegangen, gibt Martini zu. „Ich hatte den Insolvenzantrag schon auf meinem Schreibtisch“, sagt er und berichtet, dass das Unternehmen in den letzten Jahren nicht nur durch die Weltwirtschaftslage ins Trudeln geraten sei. Auch tragische Veränderungen an der Führungsspitze hätten zu einer wirtschaftlichen Schieflage geführt. „2006 verstarb der Seniorchef Dieter Toussaint“, sagt Martini. Sein Sohn Christian Toussaint habe daraufhin die Aufgaben seines Vaters übernommen. Aber auch der Juniorchef sei im Mai 2008 an einer schweren Erkrankung gestorben.

Dr. Stefan Martini (re.) überreicht den 10 000. Motor an Jean Schaper von der Hamelner Firma ABG.

Doch gemeinsam mit der Belegschaft, Banken und Partnern hat es die neue Geschäftsleitung verstanden, ein tragfähiges Konzept auf die Beine zu stellen, das den Erhalt des Unternehmens auf viele Jahre sichern könnte. „Wir sondieren gerade neue Geschäftsfelder und weiten unseren Service aus. Unser Kapital sind unsere Mitarbeiter, die in ihren Köpfen ein geballtes Know-how mit sich herumtragen“, umreißt Geschäftsführer Martini, der in diesem Jahr Kerstin Toussaint heiratete, die Pläne für die nahe Zukunft.

Einer der größten Kunden der Toussaint-Werke in Emmerthal ist eine Spezialtiefbaufirma aus dem Allgäu, die unter anderem den Untergrund für die berühmte Palmeninsel in Dubai gebaut hat.

Einer der regional größten Kunden ist die Hamelner Firma ABG. Während der feierlichen Übergabe des 10 000. von Toussaint instand gesetzten Motors stellte Jean Schaper, Leiter des Gebrauchtmaschinenvertriebs der ABG, klar: „Das Konzept der Firma Toussaint passt hundertprozentig in unsere Firmenstrategie, denn wir bieten nicht nur neue, sondern eben auch generalüberholte und instand gesetzte Fahrzeuge an, um für jeden Kunden das Passende vorrätig zu haben.“

Der Jubiläumsmotor, der zu einem Straßenfertiger gehört, glänzt und strahlt wie neu. Lothar Brennecke und seine Kollegen haben mit viel Liebe zum Detail und ihrer langjährigen Erfahrung aus einem alten Motor einen neuen gemacht. Getreu dem Motto: Abwrackprämie war gestern, heute ist Instandsetzung.



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