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57 Erkrankungen im Landkreis Holzminden / Amtsarzt Dr. Klaus Weber rät zur Schutzimpfung

Der Schweingrippe-Impfstoff wird knapp

Kreis Holzminden (fhm). Arztpraxen und Kreisgesundheitsamt in Holzminden melden eine große Nachfrage nach der Schutzimpfung gegen die Schweinegrippe. Das berichtet Dr. Klaus Weber als Leiter des Kreisgesundheitsamts.

veröffentlicht am 09.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 00:41 Uhr

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Inzwischen zeige sich bei impfbereiten Arztpraxen – allerdings nehmen nicht alle niedergelassenen Ärzte an der Impfaktion teil – und beim Kreisgesundheitsamt eine so große Nachfrage, dass „nunmehr ein Engpass für die Verfügbarkeit des vom Land Niedersachsen bereitgestellten Pandemie-Impfstoffes auch im Landkreis Holzminden entstanden ist“, so der Amtsarzt.

Dr. Weber weist darauf hin, dass zunächst bei der Schutzimpfung die Risikogruppen behandelt werden. Dazu gehören Menschen mit chronischen Krankheiten, Schwangere, Mitarbeiter des Gesundheitssystems sowie Mitglieder von Polizei und Feuerwehr. Das Angebot der öffentlich empfohlenen Schutzimpfung sei ernst zu nehmen, unterstreicht Amtsarzt Dr. Weber.

Durch die Impfung soll einerseits die Infektionswelle beeinflusst werden, andererseits aber auch der individuelle Krankheitsverlauf. Um kurzfristig eine flächendeckende Impfung der Bevölkerung zu erreichen, sollen die Impfungen vorrangig durch niedergelassene Ärzte und Betriebsärzte erfolgen. Erst in der zweiten Reihe stehe das Gesundheitsamt zur Verfügung. „Alle niedergelassenen Vertragsärzte sind impfberechtigt“, so Dr. Weber weiter.

Seit Juni konnte im Landkreis bei 57 Menschen die Schweinegrippe nachgewiesen werden.

Bislang verliefen alle Infektionserkrankungen „klinisch eher leicht“, erklärte der Amtsarzt. Während der ersten Grippewelle von Ende Juni bis Anfang August standen alle elf Infektionsfälle im Zusammenhang mit einem Auslandsaufenthalt.

Bei der seit Anfang Oktober aufgetretenen zweiten Welle mit 46 bestätigten Neuerkrankungen handelt es sich um sogenannte „autochthone Fälle“. Das sind Menschen, die sich durch eine direkte Virusübertragung im Inland, also auch innerhalb des Landkreises angesteckt haben. Die größere Zahl der Erkrankungen wird als eine besorgniserregende Infektions- und Erkrankungsrate eingeschätzt.

Zudem wurden von Mitte August bis Anfang November dem Gesundheitsamt auch vier, teilweise klinisch schwer verlaufende Erkrankungsfälle der „normalen“ Grippe gemeldet. Für den Landkreis Holzminden sind vier Apotheken als „Pandemieimpfstoff-Bezugsapotheken“ bestimmt worden, die an der flächendeckenden Impfstofflieferung teilnehmen.

Die Apotheken liefern auf Bestellung an niedergelassene Ärzte, Betriebsärzte und das Gesundheitsamt. Trotz der immensen Fallzunahme berät das Gesundheitsamt nach wie vor alle Grippe-Erkrankten und deren Kontaktpersonen. Nach wie vor gibt es jeweils eine individuelle Beratung und – falls nötig – die Einleitung infektionspräventiver Maßnahmen.

Derzeit wird weiter mit Hochdruck im Gesundheitsamt gegen die Auswirkungen der Schweinegrippe gearbeitet.

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