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Zum 20. Mal: "Helau, Karneval beim TSV" / Pralles Drei-Stunden-Programm in Kuhlmanns Saal

Der Schleifer vom Bund und die Domina-Hausfrau

Krankenhagen (who). Die Exter ist nicht der Rhein und die Erlöserkirche auch nicht der Kölner Dom. Trotz dem haben die Jecken vom TSV Krankenhagen am Sonnabend zum 20. Mal alles getan, um fast original rheinischen Frohsinn im Süden Schaumburgs aufkommen zu lassen. Mit vereinten Kräften und närrischer Unterstützung aus den benachbarten Narren-Hochburgen haben die Krankenhäger ein pralles Drei-Stunden-Programm aufgezogen.

veröffentlicht am 31.01.2008 um 00:00 Uhr

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Weil alles ein wenig kleiner ist beim Krankenhäger Karneval, tut's an Stelle des Elferrats eben auch ein Fünferrat als Lightversion. Und es braucht auch nicht den Kölner Gürzenich, sondern Heino Kuhlmanns Saal ist gerade groß genug, um das Narrenvolk aus Ölscheichs, Panzerknackern oder dem freundlichen Hippie mit dem ofenrohrgroßen, aber garantiert wirkungslosen Joint zu fassen. Horst Kotowski kennt sie alle ganz genau. Zum zehnten Mal begrüßt der Zeremonienmeister mit Zepter und Narrenkappe die kostümierten Gäste und geleitet die Akteure zu ihren Auftritten. Traditionsgemäß machen die Sänger vom MGV Krankenhagen den Auftakt, bevor die TSV-Bambinis ihre peppige Disco-Choreografie hinlegen. Als Christel Struckmann mitübertizianroter Perücke und ausgepolstertem knallroten Minikleid aufläuft, wissen alle im Saal: Jetzt wird aus Spaß Ernst. Vom Wellnesswochenende in Paris berichtet sie und von nicht erfüllten Erwartungen. Madlien Dana Hugo aus Rinteln als federleichter Tanzmariechen-Wirbelwind bringt umgehenddas Kontrastprogramm mit ihrer professionellen Einlage, die den Vergleich mit Karneval à la Cologne nicht zu scheuen braucht. Dann steigt Ilona Fromme vom Elfenrat des Rintelner Frauenkarnevals in die Bütt. Sie mimt die couragierte Dame in Schwarz und erzählt von ihrem Hausfrauen-Nebenjob: Erziehungshilfe für eine gewisse Couleur von Männern sei ihr Metier, packt sie aus, und dass ihre Kundschaft sich der völligen Verschwiegenheit der Teilzeit-Domina sicher sein dürfe... Karl-Heinz aus Alverdissen im benachbarten Lipperland lässt den harten Kerl als Ausbilder Schmidt heraushängen. Im Kampfanzug schwadroniert er vom Bundeswehralltag und tritt dabei gewollt von einem Plattitüden-Fettnapf in den nächsten, bis die Black-Jack Cheerleader des TSV den rüden Eindruck wegwischen, den der Schleifer hinterlassen hat. Anschließend okkupieren die Tratschtanten die Bütt mit Interna vom Dorf. Und als der Hofstaat vom Oldendorfer Karnevalsclub mit dem Bus angerückt ist, da herrscht im Saal Fastnacht pur. Anschließend haben die sechs Trauerweiber vom Elfenrat aus Rinteln umso leichteres Spiel, den Saal zum Kochen zu bringen mit sarkastischen Nachrufen der lustigen Witwen aufs verflossene männliche Geschlecht. Dass die TSV-Dream-Boys sich anschließend umso mehr ins Zeug legen, spricht für die Solidarität unter Männern. Und nach dem großen Finale dreht das Team vom Rock-Cirkus die Disco auf - da ist nichts mehr zu spüren vom Geschlechterkampf...

Auch wenn alles etwas kleiner ist: Ein buntes Programm haben die
  • Auch wenn alles etwas kleiner ist: Ein buntes Programm haben die Krankenhäger auf die Beine gestellt. Tanzmariechen Madlien Dana Hugo bringt eine professionelle Einlage, und Ausbilder Schmidt und "Domina-Hausfrau" Ilona Fromme erzählen aus ihrem Leben... Fotos: who
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