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Planungs- und Umweltausschuss des Nachbarkreises schlägt Planungsverband für Großprojekt vor

Der Regio-Port-Weser steht jetzt am Anfang

Minden/Bückeburg (mt). Sollte der globale Handel stagnieren, ist der Mühlenkreis daran jedenfalls nicht schuld. Am Mittwoch beschlossen die Mitglieder des Planungs- und Umweltausschusses des Kreises, gemeinsam mit den Schaumburger Nachbarn sowie den Städten Bückeburg und Minden, den Güterumschlagplatz Regio-Port für Schiene, Straße und Binnenschifffahrt zu planen.

veröffentlicht am 29.11.2008 um 00:00 Uhr

Die Luftaufnahme zeigt die gewaltigen Ausmaße des Regio-Ports en

Der Regio-Port zwischen Cammer und Berenbusch soll mit Bahnanschluss und Straßenanbindung von der B 482 versehen werden. Neben dem Ausbau des Hafens Berenbusch ist die Errichtung einer Umschlagsstelle und zuvor die Renaturierung der Bückeburger Aue als Ausgleichsmaßnahme vorgesehen. Brücken sind für den zukünftigen Verkehr zu ertüchtigen und für transportnahes Gewerbe ist Platz zu schaffen. Das alles auf einer Fläche von 65 Hektar. Die Frage, wer das alles planen soll, wurde am Mittwoch gelöst. Die Mitglieder des Umwelt- und Planungsausschusses sprachen sich dafür aus, dass die Kreise Minden-Lübbecke und Schaumburg sowie die Städte Minden und Bückeburg den Planungsverband "Regio-Port-Weser" bilden. In der entsprechenden Sitzung des Kreisausschusses sollen fünf Minden-LübbeckerVertreter für die Verbandsversammlung des Regio-Ports bestimmt werden - analog verfahren die übrigen drei Kommunen. Wie Gerhard Kipp von der Kreisverwaltung zur Sitzung am Mittwoch erklärte, beantrage der Kreis EU-Mittel für die Entwicklung des Regio-Ports. Das Projekt sei zudem in das Hafenband eingebunden, bei dem sechs heimische Anliegerkommunen des Mittellandkanals kooperierten. Allerdings seien die Gespräche mit der Bahn zur Erschließung der Fläche auf dem Schienenweg "nicht sehrkooperativ" verlaufen. Den Ausschussmitgliedern war somit deutlich, dass die Bahn wohl nicht zum Nulltarif aktiv wird. Dennoch stand die Geldfrage noch nicht im Vordergrund der Gespräche. Wie Kreisbaurat Jürgen Striet deutlich machte, müsse zunächst die Planungsarbeit geleistet werden. Der Kreis sei nicht Investor. Noch völlig offen war auch, in welcher Zeitfolge die Umwandlung von Acker in Gewerbefläche oder die Fertigstellung der Bauabschnitte für die Verladeeinrichtungen erfolgt. Auch Varianten der Erschließung über den Norden oder das Gewerbegebiet Päpinghausen sind zu klären. Doch der gestrige Beschluss zum Planungsverband fiel nicht einstimmig. Der Mindener Karl-Ludwig Sierig, für die freien Wähler im Ausschuss dabei, merkte an, dass die Stadt Minden im Verband ihre Planungshoheit über einen Teil ihrer Fläche aufgeben werde und geringeren Einfluss auf die Gestaltung des Regio-Ports habe. Bereits bei der Standortwahl für das neue Klinikum in Häverstädt habe sich dies für die Stadt Minden als fatal erwiesen.



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