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Apelerner Traktorenclub plant Treffen am 26. August mit mehr als 100 Oldtimern

Der Porsche hilft, den Kopf frei zu bekommen

Apelern (nah). Auf seinen Porsche lässt Mario Kiltsch nichts kommen. Als er vor zwei Jahren das Gefährt erwarb, trug das Chassis nur noch den Motorblock. Jetzt aber ist es wieder komplett. Vor der ersten Ausfahrt müssen nur noch die Räder montiert werden. Dann könnte Kiltsch langsam lostuckern. Denn sein Porsche ist ein Traktor, Baujahr 1950.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 14:27 Uhr

Schrauben in der Freizeit: Mario Kiltsch (l.) und Friedel Tegtme

Der "Allgeier Porsche 1. Version" steht nicht allein in der Garage. Drei weitere Landmaschinen-Oldtimer zählt Kiltsch zu seinem Besitz. In seiner Freizeit schraubt und lackiert er an den betagten Schleppern - und erfüllt sich damit einen Kindheitstraum. Schon damals, als er auf einem Hof in Lauenhagen spielte, hatten ihn Trecker fasziniert. Heute helfen sie, nach einem langen Arbeitstag "den Kopf frei zu bekommen". Der Bastler steht mit seinem Hobby nicht allein. Rund 40 Mitglieder "mit durchschnittlich 1,5 Fahrzeugen" zählt inzwischen der Apelerner Traktoren-Club (ATC), der sich alle zwei Monate montags in der Soldorfer Gaststätte Wichmann am Stammtisch trifft und sich gelegentlich zu einer gemeinsamen Ausfahrt verabredet. Dann knattern Deutz, Lanz, Hanomag und Co. durch die heimische Feldmark. Längst kommen die Fans nicht nur aus der Riesbachgemeinde: In Lauenau und Altenhagen II werden ebenfalls betagte Modelle gepflegt. Die Liebe zu alten Schleppern geht quer durch die Generationen. Von den zwischen 17 und 79 Jahren alten Mitgliedern leben die wenigsten auf einem aktiven oder ehemaligen Bauernhof. Die meisten haben die Lust an alten Landmaschinen entdeckt, weil diese "einfach und unverwüstlich sind", wie Kiltsch erklärt. Er weiß von Fahrzeugen, die Jahrzehnte in einer Scheune verstaubten und dennoch "mit neuer Batterie und frischem Öl" sofort wieder flottgemacht werden konnten. Doch als größte Herausforderung gelten die Havaristen, an denen wesentliche Teile fehlen, kaputt oder vom Rost zerstört sind. Dann beginnt die akribische Suche nach Ersatzteilen, die es vielleicht noch im Original geben könnte, oder auch nach der richtigen Lackfarbe. Längst besteht ein Netzwerk zwischen den Gleichgesinnten in der Region. Tipps zu Bezugsquellen machen die Runde oder Hinweise auf einen schon im Ruhestand befindlichen Monteur, der auf lange Erfahrungen mit dem Innenleben alter Schlepper zurückgreifen kann. Demnächst wollen sich die Freunde der landwirtschaftlichen Oldtimer wiedertreffen. Wenigstens 100 Teilnehmer mit ihren Fahrzeugen erwarten sie am Sonntag, 26. August, vor einer dafür bestens geeigneten Kulisse: Die Trecker tuckern auf den Hof des Ritterguts der Familie von Münchhausen. Dort werden sie nicht nur in Reih und Glied ausgestellt. Besitzer sind zu einem "Hindernisrennen" mit Rangierübungen und Wippe aufgerufen. Es gibt gemütliche kleine Rundfahrten für Kinder und jede Menge Zutaten für das leibliche Wohl. Acht Vereine wurden schon eingeladen. Darüber hinaus aber freuen sich Kiltsch und seine Freunde über jeden weiteren Teilnehmer, der mit einem Holder, einem Unimog oder einem anderen selbstfahrenden landwirtschaftlichen Gerät auf den Hof kommt. Und es sind viele Zuschauer erwünscht, die zwischen 10 und 18 Uhr den alten Zugmaschinen einmal unters Blech gucken wollen.

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