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Rainer Splitts Sandsäcke an der Weserpromenade markieren Schwachpunkt an der Weser

Der "Nutzen des Nutzlosen" und Rainer Splitts Sandsäcke

Von Richard Peter
Hameln. Es hätte vermutlich eine Serie werden können – ja, sollen – und blieb bereits nach der Zwei einfach hängen. Das 2. Hamelner Bildhauer-Symposium 1992, blieb das vorläufig letzte und dürfte angesichts des leeren Stadtsäckels auch das letzte bleiben. Insbesondere ein Kunstwerk hat für viel Kopfschütteln gesorgt, so manchen geärgert, der daran vorbeiging und zunächst an vergessene Sandsäcke vom letzten Hochwasser dachte, bis er merkte: Hoppla, hier handelt es sich womöglich um Kunst.

veröffentlicht am 29.09.2010 um 10:27 Uhr
aktualisiert am 22.09.2011 um 11:28 Uhr

Von Richard Peter
Hameln. Es hätte vermutlich eine Serie werden können – ja, sollen – und blieb bereits nach der Zwei einfach hängen. Das 2. Hamelner Bildhauer-Symposium 1992, blieb das vorläufig letzte und dürfte angesichts des leeren Stadtsäckels auch das letzte bleiben. Insbesondere ein Kunstwerk hat für viel Kopfschütteln gesorgt, so manchen geärgert, der daran vorbeiging und zunächst an vergessene Sandsäcke vom letzten Hochwasser dachte, bis er merkte: Hoppla, hier handelt es sich womöglich um Kunst. Sandsäcke in Beton gegossen, kunstvoll aufgeschichtet, wie richtige Sandsäcke und von einem Geländer, das einmal blau war, eingegrenzt. Man könnte glatt dran vorbeigehen.

Genau an dieser Stelle schafft sich die Weser Raum, wenn es ihr in ihrem Bett zu eng wird. Hier ist sie auch zuletzt über die Ufer getreten und musste ganz realistisch mit Sandsäcken zurückgedrängt werden. Nicht nur deshalb mag ich diese Arbeit, die da so ästhetisch eine reale Situation markiert. Ganz schlicht, unauffällig und was man Kunst nicht immer nachsagen kann: sinnvoll. Bei der Vorstellung der Symposium-Arbeiten hielt Dr. Heinz Schirnig von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung die Laudatio unter dem Titel „Vom Nutzen des Nutzlosen“ und zitierte Eberhard Roters mit „Kunst hat keinen Nutzen, deshalb gelten alle Mittel, die dafür ausgegeben werden, als hinausgeworfenes Geld. Mit Kunst lässt sich praktisch nichts anfangen. Man kann sie – von provokatorischen Ausnahmen natürlich abgesehen – nicht essen, man kann damit nicht fahren, man kann sie nicht anziehen, man darf damit nicht heizen und nichts darin einwickeln...“.

Rainer Splitt, der das Werk für das Symposium schuf, wurde 1963 in Celle geboren. 1984 bis 1990 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Ausstellungen unter anderem im Landesmuseum Braunschweig, der Eisfabrik Hannover, Kubus Hannover, Kunstverein Hannover, Kunstverein Wolfenbüttel – und auch in Hamelns „arche“, wo er mit einem sogenannten Farbguss in Schwarz überraschte. Farbe, die sich, auf den Boden gegossen, ausbreitet, Formen annimmt. Arbeiten zwischen plastischer Form und Malerei und von eigenartigem Reiz. Dazu „getauchte“ Tafeln, Farbe pur als ästhetisches Erlebnis – auch hier die Wechselwirkung zwischen Malerei und Plastik.



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