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Startpreis von 36 990 Euro für das erste rein batterieelektrisch fahrende Auto

Der Nissan Leaf steht ganz unter Strom: Mit 360 Volt durch die Stadt

veröffentlicht am 31.03.2012 um 00:00 Uhr

Die Energiewende wird Autofahrern nicht leicht gemacht. Das Angebot an Fahrzeugen, die nicht auf immer teurer werdenden Treibstoff angewiesen sind, bleibt bescheiden, und nur allein die Aussicht, beim Fahren kräftig sparen zu können, beschert den Elektroautos hierzulande derzeit zumindest keinen Aufschwung. Ein Grund dafür ist gewiss der hohe Einstiegspreis. Denn das erste rein batterieelektrisch fahrende Auto der Kompaktklasse hat einen Startpreis von immerhin 36 990 Euro.

Bei der ersten Begegnung mit dem Leaf, der im April zu den Nissan-Händlern kommt, wird man diese Entwicklung schnell bedauern. Denn der im englischen Sunderland gebaute Japaner macht einen rundum guten Eindruck und räumt mit dem Vorurteil auf, ein Elektroauto könne kein „richtiges“ Auto sein. Der Leaf überzeugt mit viel Platz im Innenraum, mit einem übersichtlich gestalteten Cockpit, mit einer umfangreichen Ausstattung, mit bester Verarbeitung und auch einem üppigen Kofferraumvolumen. Er kommt also als echter Kompakter daher. Mit einem Handicap allerdings: Denn eine „Tankfüllung“ reicht für maximal 175 Kilometer, und das macht den neuen Nissan vor allem für Fahren in der Stadt interessant. Für den Kurzstreckenbereich sind seine Fahrwerte durchaus akzeptabel: Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 145 km/h, und den Spurt von 0 auf 100 km/h macht der 109 PS starke Wechselstrom-Synchronmotor in nicht gerade rekordträchtigen 11,9 Sekunden möglich. Sein Automatikgetriebe bietet zwei Fahrmodi – N für Normal und Eco für sparsames, leistungsreduziertes und auf mehr Reichweite ausgelegtes Fahren.

Das Leben mit einem Elektro-Auto bleibt also auch mit dem Leaf ein Kompromiss. Das gute grüne Gewissen und der Blick in die Geldbörse beim Tanken entschädigen leicht für fehlende Top-Fahrwerte und eingeschränkten Bewegungsradius. Wer schließlich träumt nicht davon, sein Auto für nur rund vier Euro zu tanken? Seine Power holt sich der E-Motor aus dem aus 192 einzelnen Lithium-Ionen-Zellen zusammengesetzten Batteriestrang. Der Akku leistet 24 kWh und arbeitet mit einer Spannung von 360 Volt. Mit einem Schnellladegerät und bei 400 Volt Spannung mit 125 Ampere Strom dauert der Ladevorgang an öffentlichen Zapfsäulen 30 Minuten, um den Füllstand auf 80 Prozent zu bringen. Mit dem häuslichen Ladegerät sind am 230-Volt-Netz für eine Komplettladung acht Stunden nötig.hek



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