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IHK-Umfrage in 1500 Firmen weist nach oben: Das sind die Zeichen für einen Aufwärtstrend

Der neue Optimismus in den Chefetagen

Hameln. Die niedersächsischen Unternehmen erholen sich offenbar schneller von der Wirtschaftskrise als erwartet. „Wir gehen mit erheblichem Schwung in die Erholungsphase“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover, Wilfried Prewo. Bestärkt wird er in seinem Optimismus durch die jüngste Konjunkturumfrage der niedersächsischen Industrie- und Handelskammern.

veröffentlicht am 23.09.2009 um 17:35 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

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Regelmäßig befragt die IHK 1500 Firmen in Niedersachsen über ihre derzeitige Geschäftslage und über ihre künftigen Erwartungen. Die jüngsten Daten weisen aufwärts:

Der IHK-Konjunkturklima-Indikator stieg von 82 auf 92 Punkte.

Vor drei Monaten rechneten nur 16 Prozent der Firmen mit einer Verbesserung in nächster Zeit, inzwischen sind es 25 Prozent.

Eine gegenwärtig bereits gute Geschäftslage sehen jetzt 19 Prozent, nach 14 Prozent in den Quartalen davor.

Besonders ausgeprägt ist die Erholung in der Industrie, der Bauwirtschaft und im Einzelhandel. 22 Prozent der Industriebetriebe melden gestiegene Auftragseingänge; im vorherigen Quartal waren es nur 15 Prozent. Vor allem aus China und anderen asiatischen Ländern kamen mehr Bestellungen.

Mehr Aufträge verzeichnen vor allem jene Branchen, die sogenannte Vorleistungsprodukte liefern, zum Beispiel Metallerzeuger und die Chemieindustrie. Eine gute Entwicklung dieser Sektoren gilt als frühes Signal einer Erholung.

Prewo schränkte allerdings ein, von einem „großartigen Wachstum“ könne noch immer keine Rede sein. Ein Drittel der Unternehmen klage weiter über schlechte Geschäfte. Die Aufwärtsentwicklung werde aber aller Voraussicht „V-förmig“ weitergehen, also eher mit einem deutlichen Anstieg als mit der von manchen Experten erwarteten langen Flaute. Er selbst wage sogar die Prognose eines Wachstums der deutschen Wirtschaft um zwei Prozent im Jahr 2010, sagte Prewo – und ging damit über die Vorhersagen der meisten Konjunkturforscher hinaus. Drei Viertel der Firmen in Niedersachsen planten mit gleichbleibender oder steigender Beschäftigtenzahl.

Aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont haben sich 56 Teilnehmer an der Umfrage beteiligt. Wie Dorothea Schulz, Leiterin der IHK-Geschäftsstelle Hameln, erklärte, sind die Trends im Landkreis „sehr branchenabhängig“. Schulz: „Es gibt Branchen, die so viel zu tun haben, dass sie einstellen wollen. Das sind zum Beispiel der Großhandelsbereich, die Versicherungen und die Elektrotechnik. Hinzu kommt der Bereich der Bildungsträger, bei denen es in Krisenzeiten boomt.“ Bei den exportabhängigen Branchen wie dem Maschinenbau sehe es dagegen nach wie vor nicht gut aus. Insgesamt gebe es jedoch eine nach wie vor hohe Investitionsbereitschaft.

Die Erholung der Wirtschaft wird allerdings durch Engpässe bei der Finanzierung gebremst. Von einer breiten Kreditverweigerung könne zwar nicht gesprochen werden, betont die IHK; bei nur zwei Prozent der Unternehmen wurden Kredite nicht verlängert oder abgelehnt. Dennoch beschwerten sich 22 Prozent über verschlechterte Konditionen, etwa über höhere Zinsen oder höhere Anforderungen an Sicherheiten.

Auch bundesweit mehren sich die Anzeichen für eine Stimmungsaufhellung. So ließ nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung der Anteil der Pessimisten nach. Im Juni sagten noch 42 Prozent von 2000 befragten Privatleuten: „Das Schlimmste steht noch bevor.“ Inzwischen sagen dies nur noch 28 Prozent.



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