weather-image
14°
New Yorker Impressionisten-Sammlung begründet sich auf Auswanderern aus der Residenzstadt

Der Name Bückeburg fährt um die Welt

Bückeburg (rc). Mit der Eröffnung der großen Ausstellung "Die Französischen Meisterwerke des 19. Jahrhunderts" in der Berliner Neuen Nationalgalerie geht derzeit auch der Name Bückeburg um die Welt. Denn Vorfahren des Ehepaars Henry O. Havemeyer und Louisine W. Havemeyer, dem das ausleihende Metropolitan Museum of Art New York seine umfangreiche Impressionisten-Sammlung verdankt, stammen aus Bückeburg - den "Tagesthemen" und anderen überregionalen Medien in ihrer Berichterstattung eine Erwähnung wert.

veröffentlicht am 27.06.2007 um 00:00 Uhr

Edouard Manet, Im Boot, En Bateau, 1874: H. O. Havemeyer Collect

Die Brüder Friedrich und Wilhelm Havemeyer waren es, die 1802 von Schaumburg-Lippe in die USA auswanderten und dort die Havemeyer- Dynastie begründeten. Innerhalb weniger Jahre bauten sie ein Zuckerimperium auf, die "American Sugar Refining Company", die zeitweilig die Hälfte des amerikanischen Marktes beherrschte. Die andere Hälfte beherrschte die Familie Elder. Und hier schließt sich der Kreis: Louisine Havemeyer war eine geborene Elder. Aus der Havemeyer-Dynastie gingen weitere berühmte Namen hervor, wie etwa der 1804 geborene William Frederick Havemeyer, der dreimal zum Bürgermeister NewYorks gewählt wurde. Sowohl Henry als auch Louisine Havemeyer galten als schwerreich und nutzen ihren Reichtum, um eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt zusammenzutragen. Das stellte sich allerdings erst nach dem Tod Louisine Havemeyers 1929 heraus, als sie kurz zuvor verfügt hatte, dass 142 Objekte ihrer Sammlung, vor allem Gemälde, dem Metropolitan Museum zu schenken seien. Darüber hinaus durfte das Museum weitere Arbeiten nach Gutdünken auswählen. So kam das Museum in den Besitz von knapp 2000 Werken, darunter Gemälde von Altmeistern wie Rembrandt, Goya oder El Greco. Nochüberraschender, so schildern es Zeitgenossen, war für das Museum aber der Teil der Schenkung mit französischen Gemälden des 19. Jahrhunderts, die bevorzugt Louisine Havemeyer gesammelt hatte. Vor ihrer Hochzeit hatte sie bereits frühe Werke von Degas, Monet, Manet Pissarro oder auch Whistler erworben. Für einen Degas, den sie persönlich kannte und mehrfach in seinem Atelier besuchte, bezahlte sie zum Beispiel nur 300 Franc. Einen Monet erstand sie für 500 Franc - heute allesamt Gemälde von unschätzbarem Wert. Nach der Heirat kamen Werke von Cézanne, und - unter Einfluss ihres Gatten - aber auch Werke von Corot, Ingres, Courbet, Goya oder El Greco hinzu. Zum Schluss besaß Louisine Havemeyer allein 65 Arbeiten von Degas, 25 Bilder von Manet, 30 von Monet und zwölf von Cézanne. Gleichzeitig erwarb Henry O. Havemeyer unter anderem achtRembrandts, von denen heute allerdings nur noch drei als echt eingestuft werden. In Berlin zu sehen sind Werke wie van Goghs "Schwertlilien", Monets "Brücke über Seerosenteich", Gauguins "Wilde", Manets "Im Boot" oder Courbets "Frau mit Papagei", mit dem dem Impressionismus der Weg bereitet wurde. Die Ausstellung geht bis zum 7. Oktober. Weitere Informationen unter: www.neue-nationalgalerie.de



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare