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UNO-Kinderhilfswerk benötigt Unterstützung / Nächste Sitzung der Arbeitsgruppe findet am 16. November statt

Der Kurort wird zum neuen Stützpunkt von UNICEF

Bad Eilsen (sig). Noch vor 50 Jahren erlebten 21 Prozent aller Kinder ihren fünften Geburtstag nicht. Aber auch heute sind es noch rund acht Prozent. Eine erschüttende Bilanz für eine Welt, in der niemand verhungern müsste, wenn der Wohlstand gerechter verteilt wäre. Diesen Zustand zu verändern, bedarf es vieler engagierter und hilfsbereiter Menschen. In Bad Eilsen gibt es jetzt eine Gruppe von Frauen, die genau das tun wollen. Sie verstehen sich als verlängerter Arm der UNICEF-Arbeitsgruppe Hannover.

veröffentlicht am 18.10.2006 um 00:00 Uhr

Sigrid Schrader

In der Vergangenheit haben sich im heimischen Raum vornehmlich Hannelore Stühm und Wilma Kolbe engagiert für die Ziele der weltweit tätigen Kinderhilfsaktion eingesetzt. Jetzt bestehen gute Chancen, dass Bad Eilsen eine neue größere Keimzelle für solche Aktivitäten im Schaumburger Land wird. Zu diesem Zweck gab es eine Zusammenkunft im Lesesaal der Kurverwaltung. Als Gast aus Hannover kam dazu die ehrenamtliche Leiterin der dortigen Arbeitsgruppe, Sigrid Schrader. Sie informierte in Wort und Bildüber den Aufbau und die Arbeit des Kinderhilfswerkes der Vereinten Nationen, das 1946 in Europa gegründet worden ist. Damals ging es darum, den vielen Waisen zu helfen, die in den zerstörten Ländern überlebt hatten. In jener Zeit war für manches Kind die Schulspeisung die einzige warme Mahlzeit am Tag. Auch mit Kleidung und Medikamenten half UNICEF. Diese Kriegsfolgen sindüberwunden. Längst ist leider deutlich geworden, dass es Kindern noch in vielen anderen Teilen der Welt schlecht geht. Es wird weiter gehungert; es fehlt an Impfstoffen und lebensnotwendigen Medikamenten, unter anderem gegen Aids, außerdem an sauberem Trinkwasser und an Ausbildungschancen. VieleKinder, speziell im "Schwarzen Erdteil", wachsen ohne Schulbildung auf und bleiben Analphabeten - ein Leben lang. Kinderarbeit, Missbrauch und Prostitution gehören zum Alltag von Millionen. Sigrid Schrader ging auf den Kampf gegen Aids ein. Durch diese Erkrankung des Immunsystems gebe es bereits 15 Millionen Waisen auf der Welt. Dafür werden vom Kinderhilfswerk viele Medikamente geliefert. Die immer wieder aufflackernden Masern zum Beispiel, unterstrich die Referentin, könnten längst besiegt sein, wenn es möglich wäre, alle Kinder zu impfen. Ein zunächst noch kleines Team von Frauen aus Bad Eilsen will jetzt dazu beitragen, dass UNICEF künftig auch aus dem Schaumburger Land verstärkt Hilfe erhält. Neben freiwilligen Spenden möchten sie vor allem zum Absatz jener Gruß- und Schmuckkarten beitragen, die eine wichtige Finanzierungsquelle des Kinderhilfswerkes sind. Als Anlässe für solche Verkaufsaktionen boten sich in der Vergangenheit im Eilser Raum zum Beispiel Bauern- und Weihnachtsmärkte und das Krokusfest an. Hannelore Stühm brachte außerdem die von 30 000 Menschen besuchte Veranstaltung rund um das Bückeburger Schloss ins Gespräch, die sich als "Weihnachtszauber" einen Namen über Niedersachsen hinaus gemacht hat. Das Fürstenhaus hat ihr dafür bereits wieder eine Zusage gegeben. Termin: Künftig wird es darauf ankommen, noch mehr solcher Termine wahrzunehmen und das Team um Hannelore Stühm und Wilma Kolbe entscheidend zu verstärken. Wer hier mithelfen will, sollte sich am Donnerstag, 16. November, um 19 Uhr in der Kurverwaltung einfinden. Auch männliche Hilfe ist erwünscht.

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