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Schlusslicht bei Bedarfsermittlung für schnellen Internetanschluss / Land legt Förderprogramm auf

Der Kreis Hameln-Pyrmont hinkt hinterher

Weserbergland. Schnell soll der Internetanschluss sein: Das wünschen sich nicht nur Gewerbetreibende – darauf wird auch in privaten Haushalten großer Wert gelegt. Im Landkreis Hameln-Pyrmont aber hapert es da. Und er könnte auch weiterhin abgehängt bleiben, wenn bei einer anstehenden Bedarfsermittlung nicht Gas gegeben wird. Die Versorgung mit einem schnellen Internetanschluss wird in privaten Haushalten inzwischen als ein Stück Lebensqualität betrachtet, auf die weitestgehend niemand mehr verzichten möchte.

veröffentlicht am 25.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

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Autor:

Ralph Arndt-Stricker

Weserbergland. Schnell soll der Internetanschluss sein: Das wünschen sich nicht nur Gewerbetreibende – darauf wird auch in privaten Haushalten großer Wert gelegt. Im Landkreis Hameln-Pyrmont aber hapert es da. Und er könnte auch weiterhin abgehängt bleiben, wenn bei einer anstehenden Bedarfsermittlung nicht Gas gegeben wird. Die Versorgung mit einem schnellen Internetanschluss wird in privaten Haushalten inzwischen als ein Stück Lebensqualität betrachtet, auf die weitestgehend niemand mehr verzichten möchte. Denn auch in den eigenen vier Wänden wird der Internetzugang nicht nur zum privaten Surfen verwendet: „Viele Unternehmensgründer starten ihre Selbstständigkeit von zu Hause“, erklärt der Geschäftsführer des im Sommer 2008 gegründeten Breitband-Kompetenz-Zentrums Niedersachsen, Peer Beyersdorf. Doch auch im Privatleben gehört das Internet bereits zur Grundversorgung. So betrifft spätestens die zweite Frage an den Vermieter einer Wohnung die Verfügbarkeit eines schnellen Internetzugangs. Muss der Eigentümer hier passen, bleibt die Wohnung in der Regel unvermietet. Für Unternehmen gar sind breitbandige Zugänge längst überlebenswichtig geworden. Neue Gewerbeansiedlungen sind ohne einen schnellen Internetanschluss inzwischen nicht mehr realisierbar.

Diese Fakten veranlassten die niedersächsische Landesregierung zur Auflage eines großen Förderprogrammes, „auf das andere Bundesländer respektvoll blicken“, wie Peer Beyersdorf berichtet. Aus den Mitteln des Konjunkturpakets II stellt das Land 50 Millionen Euro bereit, um die Breitbandversorgung in den einzelnen Landkreisen drastisch zu verbessern. Ziel ist es, die „weißen Flecken“ ohne schnellen Internetzugang in Niedersachsen zu eliminieren.

Unter der Federführung des Wirtschaftsministeriums wurden deshalb zahlreiche Landkreise zu drei sogenannten Clustern zusammengefasst. Diese Cluster bilden jeweils eine Fördereinheit und sollen en bloc durch einen Anbieter schneller Internetzugänge von den „weißen Flecken“ befreit werden.

Für den Cluster Südniedersachsen, zu dem neben dem Landkreis Hameln-Pyrmont noch die Landkreise Holzminden, Schaumburg, Northeim, Goslar, Osterode am Harz und Göttingen gehören, stehen zehn Millionen Euro Fördermittel bereit. Diese Pauschale erhält der Breitbandanbieter, der für diesen Betrag die meisten „weißen Flecken“ mit einem schnellen Internetzugang versorgt.

Doch diese „weißen Flecken“ gilt es zunächst einmal unter der Federführung des Breitband-Kompetenz-Zentrums zu ermitteln. Ziel ist die Erstellung eines Breitbandkatasters für ganz Niedersachsen, der exakt über die Versorgung der einzelnen Kreise informiert. Die jeweiligen Vertreter der Regionen wurden im Sommer des letzten Jahres über die genaue Vorgehensweise hierzu informiert.

Anhand eines Fragebogens, der über die Landkreise an alle Haushalte verteilt wird, sollen der Bedarf und der aktuelle Versorgungsgrad ermittelt werden. Eine Dateneingabe über das Internet wurde vom Kompetenz-Zentrum ebenfalls entwickelt und zur Verfügung gestellt. Zuständig für die Durchführung der Befragung sind die Wirtschaftsförderer der jeweiligen Regionen. Die Auswertung der Befragungen erfolgt dann im Breitband-Kompetenz-Zentrum in Osterholz-Scharmbeck. Während diese Befragungen in den Landkreisen Northeim, Holzminden und Goslar immerhin schon laufen und im Landkreis Schaumburg kürzlich abgeschlossen wurden, startet der Landkreis Hameln-Pyrmont mit der Befragung erst in absehbarer Zeit: „Die Fragebögen liegen aber schon in der Druckerei“, erklärt Sylvia Weitze von der Wirtschaftsförderung.

In Göttingen und Osterode sind die Ergebnisse allerdings schon ausgewertet. In Göttingen startete die Befragung im Dezember 2008, in Osterode Anfang dieses Jahres. Ob mit der Ausschreibung der Breitbandversorgung allerdings tatsächlich gewartet wird, bis alle Landkreise des Clusters Südniedersachsen ihre Hausaufgaben erledigt haben, steht laut Peer Beyersdorf noch nicht genau fest. Hier werde derzeit noch über das genaue Prozedere beraten. Den Letzten könnten also auch hier die Hunde beißen – und der Landkreis Hameln-Pyrmont hätte das Nachsehen...

Ein schneller Internetzugang bedeutet für die User mehr Lebensqualität. In Hameln-Pyrmont hapert es da.

Foto: bilderbox



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