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Beim neuen Skoda Fabia erinnert nichts mehr an das angestaubte Design der Vorgänger

Der Konkurrent

veröffentlicht am 22.11.2014 um 00:00 Uhr

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Lissabon. Das nennt man Selbstbewusstsein. Mit der jüngst vorgestellten dritten Generation des Fabia ist Skoda ein ansehnlicher Wurf gelungen. Bedient haben sich die Tschechen dabei munter im VW-Konzernbaukasten und fahren damit einen Frontalangriff auf die arrivierte Konkurrenz – wie zum Beispiel auch auf den VW Polo aus dem eigenen Hause. Ist der jüngste Skoda-Spross am Ende gar besser als der prominente Bruder aus Wolfsburg?

Dank der neuen Formensprache wirkt der Fabia jetzt deutlich dynamischer und „damit auch selbstbewusster“, wie Imelda Labbé, Sprecherin der Geschäftsführung Skoda Deutschland, behauptet. Um diese These zu untermauern, lässt sie zunächst Zahlen sprechen, die „zeigen sollen, dass der Fabia etwas Besonderes ist“. 330 Liter Kofferraumvolumen, ein Basisgewicht von lediglich 980 Kilogramm sowie 17 Skoda-typische Simply-Clever-Lösungen lassen tatsächlich einiges erwarten. Und diese Auflistung ließe sich noch erweitern. Immerhin hat der neue Fabia gegenüber seinem Vorgänger fette 65 Kilogramm abgespeckt.

Vor 15 Jahren rollte der Skoda Fabia in erster Generation hierzulande auf die Straße. Seitdem verkaufte sich der kleine Tscheche rund 700 000-mal in Deutschland, weltweit wurden gar 3,5 Millionen Einheiten an die Käufer gebracht. Die nunmehr vorgestellte dritte Fabia-Generation soll den Startschuss „für die größte Modelloffensive in der 110-jährigen Unternehmensgeschichte“ markieren, sagt Labbé. Mit dem ersten Fabia von 1999 hat der neue freilich kaum mehr etwas gemeinsam. Das beginnt schon bei der eingangs erwähnten Formensprache, die den neuen Fabia zu einem echten Hingucker macht So präsentiert sich die jüngste Kreation um drei Zentimeter niedriger, jedoch neun Zentimeter breiter. Das führt zu einem erwachseneren Auftritt, der die hochbeinige und altbackene Optik des Vorgängers vergessen macht. Die ausgewogeneren Proportionen sowie die scharfen Linien stehen zugleich für Dynamik und Modernität.

Modern und sparsam sollen auch die vier Benziner (44–81 kW/60–110 PS) sowie zwei Diesel (66–77 kW/90–105 PS) sein. Alle erfüllen die Euro-6-Norm. Ab 2015 wird zudem eine 55-kW/75-PS-GreenLine-Dieselvariante das Motorenangebot erweitern, die mit einem Normverbrauch von lediglich 3,1 Litern Diesel (82 g CO2/km) auskommen soll. Volumenmodell wird laut Einschätzung der Skoda-Verantwortlichen unterdessen der 1,2-Liter-TSI-Benziner mit 66 kW/90 PS werden.

Und tatsächlich entpuppt sich er 1,2-Liter-Vierzylinder als uirliger Geselle. Untertouriges Fahren mag er zwar nicht sonderlich gern, doch bei höheren rehzahlen genügen die 160 Newtonmeter Drehmoment für flotte Überholmanöver auf Landstraßen und Stadtautobahnen allemal. Der angegebene Normverbrauch von 4,8 Litern lässt sich nach zahlreichen Stadtkilometern allerdings nicht erreichen. Dafür herrscht im Innenraum eine gediegene Wohlfühlatmosphäre. Das Interieur at den miefigen osteuropäischen Charme früherer Jahrzehnte längst abgelegt. Ganz im Gegenteil. In der höchsten der drei Ausstattungslinien (Active, Ambition, Style) erreicht der Fabia gar eine luxuriöse Anmutung. Der Polo lässt grüßen.

Überzeugen können auch Fahrwerk, Fünf-Gang-Handschaltgetriebe, tart-Stopp-Systemund die bequemen Sitze mit ausreichendem Seitenhalt. Weniger überzeugend wirkt unterdessen noch das MirrorLink-System, das den Fabia „zum rollenden Smartphone“ machen soll, wie die Skoda-Verantwortlichen erklären. Die Vernetzung von Fahrzeug und Smartphone ermöglicht das „Spiegeln“ Mirror = Spiegel) von Daten des Telefons auf den Monitor des Autos. Allerdings erweisen sich die Navigationsangaben zuweilen als zu ungenau beziehungsweise werden zu spät kommuniziert, sodass viele Testkollegen im Großstadtverkehr unfreiwillige Extrarunden drehten. Sei’s drum. Mit einem Einstiegspreis ab 11 790 Euro dürfte der neue Fabia seit der Markteinführung am 15. November für einige Unruhe sorgen. Das „Preis-Wert-Verhältnis“, das Skoda anbietet, wird die Erfolgsgeschichte des Konzerns fortführen und die Mitbewerber aufhorchen lassen.



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