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Sorgenvolle Töne beim 125-Jährigen des Gartenbauvereins / Die Erntezeit verschiebt sich immer weiter nach vorne

Der Klimawandel hat jetzt auch die Gärten erreicht

Bückeburg (mig). 125 Jahre Knollen und Erdäpfel: Mit einem Mittagessen hat der Gartenbauverein Bückeburg am Samstag im Gasthaus Fenkner Jubiläum gefeiert. Bei einer Leistungsschau wurden Obst und Gemüse aus den Gärten der Mitglieder gezeigt, Vorsitzender Heinz Schumacher brachte sogar Kartoffeln, Grünkohl und Sellerie mit.

veröffentlicht am 22.10.2007 um 00:00 Uhr

Aus dem Garten von Heinz Schumacher und Lebensgefährtin Sigrid P

Das Erntefest frisch gepflückter Früchte war aber nicht nur zur Dekoration gedacht. "Es geht auch um alte Sorten und dass, was in den Gärten noch vorhanden ist", erläuterte Schumacher die Ausstellung. Alkmene, Prinz Albrecht von Preußen, Jakob Lebel: viele Apfelsorten, die noch vor Jahrzehnten überall angebaut wurden,sind heute fast ausgestorben; die Bewahrung der Sortenvielfalt ist deshalb ein wichtiges Anliegen des Vereins. "Ich habe einen Jakob-Lebel-Baum im Garten - der wird von mir besonders gut gepflegt", machte ein Mitglied deutlich. Ein weiteres Ziel des Vereins ist neben dem "gesunden Obstanbau" das "Gärtnern ohne Gift" und "Mischkultur". Der Vorsitzende: "Wir sollten immer mit der Natur im Einklang arbeiten. Ich arbeite seit 40 Jahren naturgemäß und möchte die Fehler, die ich gemacht habe, anderen ersparen". Derzeit bereitet der im heimischen Garten angekommene Klimawandel Probleme. "Es war in diesem Jahr sehr feucht; ich beobachte, dass die Kartoffeln sich nicht mehr so gut halten (Nassfäule)", sagte Schumacher. Die Erntezeit verschiebe sich immer weiter nach vorne, auch die Bienen hätten ihren Honig früher eingebracht. "Ich habe sogar schon die ersten Kranichzüge bemerkt", so der Vorsitzende. In seiner Festansprache gab Schumacher einen Einblick in die Geschichte des Traditionsvereins. Seine Wurzeln liegen in dem 1882 gegründeten "Verein für Geflügelzucht und Obstbau im Fürstentum Schaumburg-Lippe". Schon 1883 wurde die erste Ausstellung im Ratskeller durchgeführt, 1905 war der Verein auf 2763 Mitglieder angewachsen. 1934 trennten sich Geflügelzüchter und Gartenbauer - beide sind heute in eigenen Vereinen beheimatet. Heute informiert der Verein 55 Mitgliedern über Schneckenplage oder Obstbaumschnitt.

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