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Fanclub-Vorsitzender Uwe Rennekamp zu Trainer Doll, dem Abstieg und der Vereinsspitze - und natürlich Barbarez

"Der HSV-Vorstand hat den sportlichen Erfolg verkauft"

Obernkirchen (rnk). Kellerkinder statt Königsklasse: Mit dem Anspruch eines Teams, das in der europäischen Champions League mitmischen möchte, ist der HSV in die Bundesliga-Saison gestartet. Jetzt steht die Mannschaft mit vier Punkten Rückstand zum rettenden Ufer auf einem Abstiegsplatz. Grund genug für Redakteur Frank Westermann, dem Vorsitzenden des Schaumburger HSV-Fanclubs "Blauer Stern Schaumburg", Uwe Rennekamp, ein paar Fragen zu stellen.

veröffentlicht am 16.01.2007 um 00:00 Uhr

Uwe Rennekamp

Steigt der HSV ab ? Ein klares Nein! Das Wort ,Abstieg' gehört nicht zu unserem Sprachschatz. Unser HSV wird in der Rückrunde die nötigen Punkte holen, um den Klassenerhalt zu schaffen. Der Verein hält am Trainer Thomas Doll fest. Hat er überhaupt eine andere Wahl ? Unser HSV hätte schon eine andere Wahl gehabt. Ich muss aber ganz klar sagen: An Trainer Thomas Doll festzuhalten, ist die absolut richtige Entscheidung gewesen, darüber hinaus war es die einzigste richtige Entscheidung, die die Verantwortlichen unseres HSV in den letzten sechs Monaten getroffen haben. Man hat doch in den letzten Spielen gesehen, dass er die Mannschaft noch erreicht, auch wenn es noch nicht zum ganz großen Befreiungsschlag gereicht hat. Müssten nicht Sportdire ktor Beiersdorfer und Präsident Hoffmann die Verantwortung für eine völlig verfehlte Personalpolitik übernehmen? Wäre Doll nicht einfach nur ein einfaches Bauernopfer? Hätten die beiden genannten Herren Thomas Doll am Ende der Hinrunde gefeuert, hätten sie gleich mitgehen können. Hoffmann und vor allem Beiersdorfer sind in meinen Augen hauptverantwortlich für die Talfahrt unseres HSV. Kurz und knapp kann man sagen: Der Vorstand verkaufte mit ihrer getätigten Transferpolitik den Erfolg. Wie viele Niederlagen dürfte sich Doll noch leisten? Für mich stellt sich die Frage nicht. Denn Thomas Doll ist für unseren HSV der richtige Trainer. Wo müsste sich der HSV am schnellsten verstärken? Und wer käme da in Frage? Verstärkung benötigt unser HSV in erster Linie im offensiven Mittelfeld, um van der Vaart ein wenig zu entlasten. Und es fehlt noch ein spielstarker Stürmer. Tja, eine Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist, da in der Winterpause, in der Transfers noch getätigt werden können, solche Spieler so gut wie gar nicht auf dem Markt sind. Vielleicht wäre Klasnic aus Bremen für den Sturm ein Kandidat, der zum HSV passen könnten. Zumindest ist er ein Spieler, bei dem vielleicht die Möglichkeit bestehen könnte, ihn im Winter zu verpflichten. Ob ein Transfer der richtige ist oder nicht, dass stellt sich eh erst im nachhinein heraus. Auf der anderen Seite muss man auch sagen, dass man den jetzt im Kader stehenden Spielern das absolute Vertrauen schenken muss, damit wir eine vernünftige Rückrunde spielen können. Aber vor einem halben Jahr war es doch die richtige Entscheidung, Spieler wie Babarez mit seinen erhöhten Gehaltsforderungen oder van Buyten mit seinem offensichtlichen Wechselwillen auch gehen zu lassen? Da bin ich völlig anderer Meinung. Es war einer der größten Fehler, vor allem Sergej Barbarez keinen neuen Vertrag zu geben. Mit einem unwürdigen Vertragsangebot vergraulte man den absoluten Chef unseres HSV der letzten sechs Jahre. Kaum ein anderer Spieler prägte die Gescichte unseres HSV der letzten Jahre so sehr wie unsere alte Nummer 10 und identifizierte sich so extrem mit Verein, Fans und Stadt. Bei van Buyten muss sich der Vorstand vorwerfen lassen, nicht alles versucht zu haben, um unseren alten Kapitän zu halten. Als Vorsitzender oder sportlicher Leiter eines Vereins, wie es unser HSV ist,muss ich doch soviel Kompetenz vorweisen können, um einen Spieler der noch einen Vertrag bis 2008 hat, jedoch wechseln will, klar zu machen, dass dies nicht immer so einfach möglich ist. Man hätte ganz klipp und klar auf die Einhaltung des Vertrags pochen müssen, schließlich wollte man nach Aussage von Hoffmann unter die Top 12 in Europa. Und auf das Geld aus dem Transfer war der HSV nun wirklich nicht angewiesen. Und auch ein Spieler wie Kalid Boulahrouz wäre sicherlich bei unserem HSV geblieben, hätte man Daniel van Buyten in Hamburg gehalten. Und die ganzen Eskapaden um den unrühmlichen Abgang von Kalid Boulahrouz wären wahrscheinlich nie passiert.



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