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Der „gute Geist von Bethel“ soll mit umziehen

Bückeburg (kk). Das Interesse am Klinikumsneubau in Vehlen ist ungebrochen, der Informationsbedarf nach wie vor groß. Das zeigte sich bei einer Informationsveranstaltung, zu der die Senioren Union eingeladen hatte. Fast 100 Zuhörer drängten sich im Hotel Ambiente – die meisten bewegte die Frage nach der Zukunft des Krankenhauses Bethel. Wird die traditionsreiche Einrichtung in einem unpersönlichen und gesichtslosen Neubau untergeben – oder wird die von Nächstenliebe und Engagement getragene gute Atmosphäre mit nach Vehlen umziehen?

veröffentlicht am 01.02.2011 um 14:20 Uhr
aktualisiert am 06.12.2012 um 14:22 Uhr

In diesem Punkt versuchten ProDiako-Geschäftsführer Claus Eppmann und Dr. Stefan Bartsch, ärztlicher Direktor des Krankenhauses Bethel, die Fragesteller zu beruhigen. Gemeinsam mit Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier informierten sie über den Stand der Bau- und Umzugsplanungen. Dabei hatten sie im Vergleich zu anderen Terminen eher leichtes Spiel: Erklärte Neubaugegner gaben sich bei der Senioren-Union nicht zu erkennen, kritische Fragen und Anregungen wurden auf sachlich-informativer Basis behandelt.

Dr. Stefan Bartsch ist sicher, dass der viel gepriesene „Geist von Bethel“ mit dem Gefühl von Geborgenheit und christlicher Nächstenliebe auch im gemeinsamen Schaumburger Klinikum Einzug halten wird. Das zeige sich schon jetzt in Vorbereitungs- und Planungssitzungen mit Mitarbeitern der Häuser aus Stadthagen und Rinteln. Hier würden nicht nur ganz praktische Ideen eingebracht, sondern auch ein sehr menschliches Miteinander gepflegt. „Wir werden mit 437 Betten auch kein unpersönliches Großklinikum,“ stellt Bartsch klar. „Und wir bleiben ein diakonisches Krankenhaus,“ ergänzt Eppmann.

Immer wieder mahnten Fragesteller, tatsächliche oder vermeintliche Fehler des Mindener Klinik-Neubaus nicht zu wiederholen. Für einige Bückeburger scheint das Krankenhaus in der Nachbarstadt geradezu zum Schreckgespenst geworden zu sein. Und das, obwohl dort wie Bartsch und andere Stimmen bescheinigten, medizinisch sehr gute Arbeit geleistet werde.

Für viele Erkrankungen und Notfälle werden die Bückeburger aber in Zukunft gar nicht mehr nach Minden müssen. Als großen Vorteil des Schaumburger Projektes sehen nämlich nicht nur die Verantwortlichen den „Aufstieg“ zur Klinik der Schwerpunktversorgung – mit neuen Abteilungen wie der Neurologie oder Urologie. Auch die Notfall- und Traumaversorgung wird verbessert.

Vor Ort wiederum sollen die Facharztstrukturen gestärkt werden. Hier liegt zum Teil auch die Zukunft des alten Krankenhauses an der Herminenstraße – oder besser gesagt: die der bestehenden Gebäude. Hier sollen weiterhin ambulante Patienten betreut werden, auch die Ansiedlung eines stationären Hospizes für Schaumburg befindet sich in der Planungsphase.

Wirtschaftlich hat das Krankenhaus Bethel übrigens im vorigen Jahr gar nicht schlecht abgeschnitten. Nach Angaben von Bartsch wurden schwarze Zahlen geschrieben – anderes als beim Schaumburger „Sorgenkind“ Krankenhaus Rinteln. Doch langfristig sei Bethel wirtschaftlich allein nicht lebensfähig, machte Bartsch deutlich und verteidigte damit das Engagement für das neue Klinikprojekt. Der häufig in Bückeburg zu hörenden Kritik „was gehen uns hier eigentlich die Rintelner Krankenhaus-Defizite an?“ wurde so die Grundlage entzogen.



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