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Recherchiert und dokumentiert: Chronisten haben siebte Ausgabe der "Rieher Heimatblätter" fertig

Der Geschichte heimischer Mühlen auf der Spur

Riehe (tes). Kürzlich ist die siebte Ausgabe der "Rieher Heimatblätter" erschienen. Der Arbeitskreis Heimatgeschichte im Verein "Glück-Auf Riehe" hat diesmal die "Geschichte des Mühlenwesens in Riehe und Umgebung" beleuchtet.

veröffentlicht am 05.01.2008 um 00:00 Uhr

Die Waltringhäuser Mühle in einem Gemälde aus den zwanziger Jahr

Zum siebten Mal haben die Heimatchronisten einen Teil der Rieher Vergangenheit aufgegriffen, recherchiert und für die Nachwelt dokumentiert. Das Thema "Mühlen" überrascht auf den ersten Blick, weil es im Ort nur eine Öl-Mühle gab. Die Erklärung ergibt sich aus der "Concession für eine Öl-Mühle Röhler, Riehe Nr. 3 von 1762". Demnach durfte, aufgrund des Mühlenzwanges, nicht in jedem kleinen Dorf eine Mahlmühle betrieben werden. Die Einheimischen in früheren Jahrhunderten waren "ernstlich und bei willkürlicher Strafe" angehalten, ihr Korn ausschließlich auf den herrschaftlichen Mühlen mahlen zu lassen. So sollte das Einkommen des Müllers und die dadurch fälligen Steuerzahlungen an den Landesherrn gesichert werden. In Folge dessen mussten die Rieher ihr Korn zur herrschaftlichen Mühle nach Rodenberg schleppen. Ein sehr hoher Aufwand, wie aus dem Antrag der "armen Leute von Riehe und Waltringhausen" für den Bau einer Mühle hervorgeht. Die Müller wurden für ihre Arbeit nicht mit Geld, sondern in Naturalien bezahlt. Sie behielten den "sechzehnten Korn" des vom Bauern gebrachten Getreides für sich - das so genannte "Mattkorn". Ein Antrag aus dem Jahre 1759 zum Bau einer Wassermühle zwischen Riehe und Waltringhausen hatte später Erfolg. Nach zehnjährigem Betrieb wurde 1860 auf Windkraft umgestellt. Außer dieser Wassermühle und der Windmühle bei Rodenberg gab es 1851 noch weitere acht Mühlen im "Renterei-Bezirke Rodenberg". In den Heimatblättern befindet sich eine Darstellung mit vielen Fotos und einer Generationenfolge für die Waltringhäuser Mühle und die Piepmühle. Abgerundet wird die Publikation durch eine Darstellung der Entwicklungsgeschichte der Mühlen und alter Müllerberufe. Wer das aktuelle Heft oder ältere Ausgaben kaufen will, kann sich mit Wilhelm Schröder unter Telefon (05723) 67 84, in Verbindung setzen.

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