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DRK spricht Hausverbot aus / Polizeibekannter Somalier soll Proteste am Wochenende organisiert haben

„Der geborene Rädelsführer“

Rinteln. Glaubt man Quellen innerhalb des DRK, dann ist Faris Saleh (Name geändert) kein angenehmer Zeitgenosse. Als „sehr intelligent“, „charismatisch“, „der geborene Rädelsführer“ und „ein gefährlicher Einfluss“ wird der junge Somalier von Mitarbeitern bezeichnet. Er soll, wie wir bereits gestern berichteten, die Proteste in der Prince Rupert School organisiert haben, aber auch schon mehrfach straffällig geworden und polizeibekannt sein. Gestern Vormittag wurde gegen Saleh ein Hausverbot ausgesprochen, er sollte mit Familie in eine Unterkunft in Bramsche verlegt werden. Ein Transport stand bereit. Doch der Somalier weigerte sich. Gemeinsam mit seinen drei kleinen Kindern, seiner schwangeren Frau und einigen Unterstützern, die auch am Montag mit ihm demonstriert hatten, stand er am Wilhelm-Busch-Weg in der Kälte.

veröffentlicht am 20.01.2016 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 20.01.2016 um 11:47 Uhr

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Beim Eintreffen der Presse zeigte sich Saleh zunächst wütend darüber, fotografiert zu werden. Als ihm allerdings erklärt wurde, dass es sich bei dem Fotografen um einen Journalisten handelte, war er sehr gesprächsbereit. Er habe schon seit mehreren Tagen verlangt, mit der Presse zu sprechen, betont er. Aber das DRK habe niemanden anrufen wollen. Aufgebracht erzählt er, umringt von Unterstützern, von schlechter Behandlung in der Unterkunft. Die Sicherheitsleute hätten ihn geschlagen und mit Handschellen gefesselt. Das könne er mit Handyaufnahmen belegen. Diese liegen der SZ vor, die Vorwürfe lassen sich damit aber nicht rekonstruieren. Die medizinische Versorgung sei schlecht oder nicht vorhanden, das Essen ebenfalls schlecht, Syrer und Iraker würden bevorzugt.

Aufgrund der frostigen Temperaturen von bis zu minus fünf Grad Celsius befürchtete das DRK eine Kindswohlgefährdung, da Saleh und seine Frau über eine Stunde mit ihren kleinen, teilweise nach eigenen Angaben kranken Kindern im Freien standen. Daraufhin wurde das Jugendamt eingeschaltet. Zwei Mitarbeiter des Jugendamtes sprachen mithilfe eines Dolmetschers mit Saleh und konnten laut Kreisdezernentin Katharina Augath „dem Mann deutlich machen, dass er am besten zusammen mit seinen Kindern nach Bramsche gehen solle“.

Unterdessen erklärten DRK-Mitarbeiter in der Unterkunft noch einmal die Zusammenhänge. Bereits in Bückeburg soll Saleh auffällig gewesen sein, er soll in Kontakt mit einem Bückeburger Drogenring gekommen sein, mit Drogen gehandelt und die4se selbst konsumiert haben.

Um von seinen eigenen Aktivitäten abzulenken, mache er gezielt die Arbeit der DRK-Mitarbeiter und von Ehrenamtlichen gegenüber anderen Flüchtlingen schlecht. „Er versucht ständig, andere Menschen zu benutzen“, sagte auch ein Sicherheitsmann. Während die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge in der ehemaligen englischen Schule sich nicht auf den Mann einlasse, habe er doch eine Gruppe um sich geschart.

Der Rintelner Polizeichef Wilfried Korte bestätigt, dass die Beamten in engem Austausch mit den DRK-Mitarbeiternn vor Ort stehen. Diese informieren regelmäßig über auffällige Verdachtsmomente. Außerdem sei Saleh bereits aktenkundig, da er mit 20 Gramm Rauschgift von Holland kommend von der Polizei angehalten wurde. „Hier läuft ein Strafverfahren“, erklärt Korte. Allerdings handele es sich eben nur um etwa 20, nicht um 1000 Gramm. „Untersuchungshaft gab es also nicht.“ Auf die Frage, wieso in so einem Fall nicht schneller reagiert werde und der Somalier jetzt lediglich in eine andere Einrichtung verlegt werde, nicht aber gänzlich isoliert oder gar abgeschoben werde, verweist Korte auf die Instrumentarien des Rechtsstaates. Verfahren bräuchten nun eben ihre Zeit, bei Deutschen wie auch bei Flüchtlingen.

Es gebe zwar die Möglichkeit, ein sogenanntes beschleunigtes Verfahren durchzuführen, dann müsse innerhalb kurzer Zeit verhandelt werden. Das gestalte sich aber in der Realität schwierig. Das habe aber nichts damit zu tun, ob ein Mensch als Flüchtling oder als Staatsbürger in Deutschland lebe. Korte, der Saleh ebenfalls als „schwierige Persönlichkeit“ beschreibt, vermutet aber, dass nun wieder mehr Ruhe in der Prince Rupert School einkehren könnte.

Dabei seien schon bisher in der Flüchtlingsunterkunft kaum Einsätze notwendig gewesen, so Korte. Man zeige zwar Präsenz, biete auch Sprechstunden für Flüchtlinge an, sei aber selbst überrascht, wie gut meist alles funktioniere. Auch bei der Durchführung des Hausverbotes sei die Polizei zwar vor Ort gewesen, habe aber nicht eingreifen müssen.

Faris Saleh (Mitte, mit blauer Mütze) erhielt gestern ein Hausverbot in der Prince Rupert School, weigerte sich aber zunächst, nach Bramsche zu gehen. Er soll federführend an den Protesten am Wochenende beteiligt gewesen sein und ist wegen Drogendelikten der Polizei bekannt. jak (2)

Mitarbeiter des Jugendamtes waren vor Ort, da das DRK eine Kindswohlgefährdung befürchtete. Mehr als eine Stunde stand Saleh mit seiner Frau und seinen Kindern vor der Unterkunft in der Kälte.



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