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Für die EWR-Inszenierung ist alles getan / Plexiglas-Modell des Schlosses verschwunden

Der Gartensaal gähnt vor Leere: Wann kommt die "Erlebniswelt"?

Bückeburg (tw). Der Zeitpunkt für den Start der "Erlebniswelt Renaissance" (EWR) auf Schloss Bückeburg steht noch immer in den Sternen. "Tut mir Leid, aber ich kann im Augenblick keine wie auch immer geartete Aussage zu irgendeinem der sechs EWR-Standorte treffen", erklärte Jenny Gäth gestern auf Anfrage der Landes-Zeitung. Wie berichtet war gestern bekannt geworden, dass die Erlebniswelt - erneut - vor großen Finanzproblemen steht; für den Standort Bevern fehlen 365 000 Euro. Die EWR-Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit verweist deshalb auf die Aussagen einer Pressekonferenz, die am heutigen Donnerstag im Hamelner Kreishaus stattfinden soll.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 15:42 Uhr

Gähnende Leere im eigens für die Erlebniswelt frisch sanierten G

Derweil heißt es zum Startpunkt auf der Erlebniswelt-Homepage noch immer lakonisch: "Voraussichtlich ab Herbst 2007." Ursprünglich hatte es geheißen, die Erlebniswelt Renaissance solle am 1. Mai 2005 in Bückeburg an den Start gehen. Doch selbst der aktuelle Termin Herbst 2007 dürfte inzwischen nicht mehrzu halten sein ... "Ein Zeitpunkt?" Auch Bückeburgs Schlossverwalter Alexander Perl kann nur ratlos mit den Achseln zucken: "Ich kenne auch keinen anderen als ,Herbst 2007'." Dabei könnte - und müsste - die Erlebniswelt mit ihren Installationen am Fürstensitz längst begonnen haben. "Der Gartensaal", sagt Perl, "ist baulich fertig gestellt". Damit sei das Schloss, was seinen Part an der EWR betrifft, "durch". Bereits im Oktober 2006 seien die Einspeisungspunkte für die E-Guider vermessen und anschließend auch an den Wänden des Gartensaals montiert worden. Mindestens 80 bis 100 dieser für die Multimedia-Führungen nötigen Geräte seien dem Schloss seitens der EWR zugesagt worden. "Sie würden ausreichen, um drei Besuchergruppen gleichzeitig durch die Inszenierung zu führen", so der Schlossverwalter. Nur fehlen besagte E-Guider derzeit noch ebenso wie der - virtuelle - "Fürst Ernst", der als einer der Blickfänge künftiger Führungen an die Wand des Gartensaals projiziert werden soll. Arges ist derweil offenbar dem Plexiglas-Modell von Schloss Bückeburg widerfahren. In der Mitte des Gartensaals positioniert, soll es dazu dienen, künftigen Besuchern die Baugeschichte des Schlosses plastisch vor Augen zu führen. "Besagtes Modell war vom damaligen EWR-Generalunternehmen - der m.a.k.-Gruppe - auch schon fertig gestellt worden", erinnert Perl. Derzeit indes sei es jedoch "unauffindbar". Die Vermutung sei nicht unbegründet, dass es in den Wirren der m.a.k.-Insolvenz verloren gegangen sein könnte ... Erheblich besser, ja geradezu "gut" sieht's dagegen bei den Baufortschritten zur Verlegung des Schlosseingangs sowie zum Bau von Bistro (80 Sitzplätze), Küche, Shop, Kassenzone und Zusatz-Toiletten aus; eine der letzteren wird erstmals behindertengerecht sein. Die Elektroinstallation ist komplett, die Heizkörper sind aufgestellt. Laut Perl konnten die neuen Kabel dabei in den alten und noch aus dem Jahre 1896 stammenden Metallrohren verlegt werden. "Dieser Bereich", sagt der Schlossverwalter, "wird auch unabhängig vom Projekt der Erlebniswelt funktionieren". Die Masse der Kosten trägt im konkreten Fall die Hofkammer. Bei der Frage, wann das Ganze fertig sein wird, ist Perl vorsichtig: "Wir hoffen noch dieses Jahr." Ursprünglich sollten Bistro, Küche, Shop, Kassenzone und Zusatz-Toiletten sogar schon zum "Weihnachtszauber" vollendet sein - "aber dieser Termin ist nicht zu halten." Dieser nicht, aber ein anderer: "Mitte September werden wir definitiv mit dem Einbau der Hackschnitzel-Heizung beginnen, welche das gesamte Schloss mit Wärme versorgt", freut sich Perl. Angesichts der galoppierenden Energiepreise sollen sich die nicht unerheblichen Baukosten in drei bis fünf Jahren amortisiert haben. Den Anstoß zu der Investition hatte der Abgang der Heizung im Festsaal gegeben. Zur EWR siehe auch Bericht auf Seite 15.

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