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Wesionär Pippilotta bringt eine globale Sicht in die Debatte über Biogasanlagen in unserer Region

„Der Fraß aber wird angebaut in Brasilien“

Hemeringen (kv). Rechnerei hin und her - die Massentierhaltung in Europa führt jede Biogasanlage ad absurdum. 265 Millionen Schweine, unendliche Millionen Hühner und auch Rinder werden in Europa mit Soja zur Schlachtreife gepäppelt.

veröffentlicht am 11.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 12:41 Uhr

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Der Fraß aber wird angebaut in Brasilien (auf gerodeten Urwaldflächen), in Argentinien (auf Pampa-Flächen), Afrika (überall, wo der Kontinent ausgebeutet werden kann) und Amerika ( ca. 4000 Kilometer 3/4-rings um’s weiße Haus). Müssten Europas Bauern ihren Hackepeter-Zoo selber durchbringen, gäbe es keinen Platz für ihren Biostrom-Mais, geschweige denn für Biogasanlagen. So kann aber auf unserem Kontinent mit EU-Fördermitteln Tierfutter verstromt und der Rest der Welt in Knechtschaft genommen werden. Andersrum könnte daraus ein Schuh werden: die Bauernschaft nährt ganz regional erstmal den Menschen und das Vieh drumrum, mit den Resten macht sie Strom, um die Festtafel zu erleuchten. Maiskolben in den Futtertrog, Blattwerk in die Gärküche. Sinn macht nur: Deutlich weniger Tiere fressen und deutlich weniger Energie verbrauchen. In der Einsparung liegt das größte Potential. Für weniger Tiere fressen gibt es aber von der EU keine Fördermittel – die gehen auf die Sojaplantagen dieser Erde – Mahlzeit!“

Tina Deiterding schreibt: „Wenn die LKW-Treckergeschosse hier durchballern, klappern bei uns im Küchenschrank die Gläser. Andererseits lebe ich gut von den Fahrern, auch die haben Kaffeedurst und Kuchenhunger, und mittags kehren sie auch gern hier ein, und wenigstens die Fahrer für Bauer Pape und Rekate sind in diesem Jahr nicht mehr nach 22 Uhr gefahren.“

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Ackerland im Dienste der Energiegewinnung. Biogasanlagen werden kontrovers diskutiert.

Foto: Bilderbox

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