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Wie man Pilzkrankheiten an Staude und Baum am besten bekämpfen sollte

Der Feind in meinem Garten

Sobald das Quecksilber im Thermometer nach oben klettert, steigt die Gefahr von Pilzerkrankungen im Garten. Vor allem, wenn es so viel geregnet hat wie in diesem Frühjahr, vermehren sich Pilze besonders gut. Mehltau, Rußtau, Apfelschorf, Rosenrost und Co. können den Pflanzen das Leben schwermachen.

veröffentlicht am 11.06.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 17.06.2013 um 18:48 Uhr

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Autor:

Eva Neumann

An Balkonpflanzen oder im Zierblumenbeet, im Obst- und Gemüsegarten, an Rosen und anderen Gehölzen machen sie sich breit, befallen mal Blätter, mal Triebe, mal Blüten. Gemeinsam ist allen Arten: Sie schwächen die Pflanzen – bis manche absterben. Je früher die Erkrankung erkannt wird, umso eher lässt sich der Schaden begrenzen. „Blattflecken, mehlartige Blattbeläge und rostfarbene Pusteln auf und unter den Blättern sind schon recht sichere Anzeichen für einen Pilzbefall“, sagt die Fachbuchautorin Dorothea Baumjohann aus Hameln. Dabei trifft man bestimmte Pilze immer wieder auf bestimmten Pflanzen an: Sternrußtau befällt mit Vorliebe Rosen, ihn begleiten dabei Läuse.

Apfelschorf ist an fleckigen Verfärbungen der Blätter erkennbar. Birnengitterrost bildet orangefarbige Flecken auf den Blattunterseiten, aus denen im Herbst so etwas wie kleine Gitter herabhängen. Falscher Mehltau zeigt sich als gräulicher Pilzrasen ebenfalls auf der Blattunterseite von Gurken, aber auch von Sonnenblumen. Die weißlichen Beläge des echten Mehltaus bilden sich auf Obst- und Ziergehölzen, Gemüsepflanzen, Rosen und Phlox. Und Grauschimmel ist ein richtiger Allerweltspilz: Er macht sich über weiche, junge Triebe und Blätter von allen möglichen Pflanzen her.

Wenn solche Symptome sichtbar sind, ist es fast schon zu spät. „Dann sollte man möglichst alle befallenen Blätter und Triebe schnellstmöglich entfernen“, rät Gottfried Röll von der bayerischen Gartenakademie in Veitshöchheim. Mehltau-, Schorf- und Rostpilze können im Kompost im Garten entsorgt werden. „Wenn der Erreger unbekannt ist, sind befallene Pflanzenteile am sichersten im Restmüll aufgehoben“, sagt Elke Idczak, Biologin beim Julius-Kühn-Institut in Braunschweig. Sonst stecken sich weitere Pflanzen damit an.

Ist aber ein zu großer Teil der Blätter und Triebe befallen, gingen die Pflanzen ein, wenn man jene entfernt. „Wenn man unsicher ist, um welchen Erreger es sich handelt, darf man auf keinen Fall einfach mit irgendeinem Pflanzenschutzmittel drauflosspritzen“, warnt Idczak. Stattdessen muss erst eine Diagnose gestellt werden.

„Als ersten Schritt vergleicht man am besten die Schadsymptome mit denen auf Abbildungen in einem Fachbuch über Pflanzenkrankheiten oder auch auf Internetseiten“, erläutert die Biologin. Dadurch lässt sich die Krankheit eingrenzen, jedoch nicht immer genau bestimmen. Im Fachhandel oder beim Pflanzenschutzamt können dann Experten weiterhelfen. Ihnen hilft es, befallene Pflanzenteile zu sehen. „Wichtig ist dann, mehrere Wirkstoffe zu erwerben und im Wechsel zu spritzen, da die Pilze Resistenzen gegen einzelne Wirkstoffe entwickeln“, erläutert Röll.

Allerdings kann das langwierig sein: Denn haben sich die Pilze erst einmal breitgemacht, ist ihre Bekämpfung mühsam. Zudem gibt es nicht für alle Pilzarten spezifische Bekämpfungsmittel. Vorbeugen ist daher immer die beste Maßnahme für Hobbygärtner.

Allerdings ist selbst die beste Züchtung gegen Infektionen nicht geschützt, wenn sie an den falschen Platz gesetzt wird. „Beachten Sie die Ansprüche an den Boden, das Licht und die Wasser- und Nährstoffversorgung“, betont Baumjohann. Im Gemüsegarten hat sich zudem regelmäßige Fruchtfolge bewährt.

Viele Pilze vermehren sich besonders gut in einem feuchten Klima. Es ist also wichtig, dass die Pflanzen ausreichend belüftet werden. Für Braunfäule extrem anfällige Tomaten sind dankbar für einen Unterstand mit offenen Seiten. Sie lassen sich aber auch gut in Töpfe pflanzen und unter einem Vordach oder auf dem Balkon geschützt vor Regen kultivieren. Rosen und andere Gehölze sollten daher prophylaktisch großzügig ausgeschnitten werden. Und gegossen werden Pflanzen am besten direkt an den Wurzeln mit der Kanne sowie Spritze oder Brause am Schlauch.



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